LITERATUR
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Stewart O’Nans neuer Roman: Im Niemandsland

Der amerikanische Autor Stewart 
O’Nan variiert immer wieder erfolgreich die Partitur, die er am besten beherrscht: Er beschreibt die Vereinigten Staaten jenseits der Metropolen, inszeniert Coming-of-Age-Geschichten mit oftmals tragischem Ausgang. Sein neuester, mehrstimmiger Roman „Ocean State“ überzeugt leider nur zum Teil. Im Pressetext zu...

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Dans les librairies : Esch. Lieu de mémoires

Avec cette première anthologie trilingue, l’asbl Pessoa s’insère dans les festivités d’Esch 2022 avec un regard tourné vers la communauté lusophone, mais également ouvert à la multiculturalité de la métropole du fer. Promouvoir et soutenir la littérature en portugais au grand-duché, tel est l’objectif de l’asbl Pessoa. Depuis sa création...

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Trauer in der Autobiographie
: Selbstgespräche zu zweit

Nachdem sein bester Freund sich das Leben genommen hat, sucht Michael Pedersen in „Boy Friend“ einen Weg, um mit der Trauer umzugehen. In dem bislang nur auf Englisch erschienenen Buch macht er das, indem er alle Freundschaften zu Männern, die sein Leben geprägt haben, Revue passieren lässt. Am 9. Mai 2018 verschwindet der Sänger und Musiker...

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Clarice Lispectors Kurzgeschichten: Ohne anzuklopfen

Konventionen kümmerten sie wenig: die 1977 verstorbene Autorin Clarice Lispector. In Brasilien gilt sie als Kultautorin und wird in einem Atemzug mit Virginia Woolf und Franz Kafka genannt. Mit „Ich und Jimmy“ liegt nun eine überarbeitete Übersetzung ihrer Kurzgeschichten vor und bietet die Gelegenheit zur Neu- oder Wiederentdeckung. Es gibt...

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Unterdrücktes Buch über Rassismus: Aus dem Untergrund

Ein politischer Roman mit surrealistischen Zügen: Die Geschichte eines schwarzen Arbeiters, der fälschlicherweise des Mordes beschuldigt wird. Das Thema ist hochaktuell, und doch hat Richard Wright das Buch bereits vor mehr als achtzig Jahren geschrieben. Seinem Verlag war es damals zu brisant. Erst voriges Jahr wurde es in den USA...

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Torrey Peters: Detransition, Baby

In Torrey Peters Debütroman „Detransition, Baby“ ist das Elternglück für ein getrenntes trans Paar zum Greifen nahe, wodurch alte Wunden aufreißen. Ein wichtiges Buch, das jedoch teilweise diskutable, sexistische Klischees reproduziert. Torrey Peters hebt Dreiecksbeziehungen mit ihrem Debütroman „Detransition, Baby“ auf ein neues Level: Ihre...

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Expedition in den Ruhrpott
: Fettig, aber nett

Es ist ein Reisebericht der anderen Art: Der ostdeutsche Autor Gregor Sander wagt sich auf eine literarische Entdeckungsreise in den Westen – und zwar ausgerechnet dorthin, wo dieser dem Osten am ähnlichsten ist: in den Ruhrpott. Vor der ehemaligen Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Horst wird das erste Lenindenkmal Westdeutschlands enthüllt....

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Die Autobiografie des Rockmusikers Dave Grohl: Handbuch fürs Überleben

Mit dem Schlagzeuger Taylor Hawkins hat „Foo Fighters“-Mastermind Dave Grohl einmal mehr einen musikalischen Weggefährten verloren. Doch trotz solcher Schicksalsschläge und obwohl er seinen Durchbruch dem schwermütigen Grunge verdankt: Grohl erweist sich in seiner Autobiografie „The Storyteller“ als unerschütterlicher Optimist. Als seine Band...

KULTUR AM ALLGEMENGENLITERATURPODCAST

Kulturpodcast: Um Canapé mat der woxx – #13 Qui est visible dans la littérature ?

C'est parti pour un nouvel épisode du podcast culturel du woxx, « Um Canapé mat der woxx » : Myriam Abaied et Sabrina Castello parlent de la visibilité des personnes racisées dans la littérature, de Gérard Depardieu et d’« Aladdin ». Qui décide de ce qu’on lit ?  Est-ce que les personnes racisées sont visibles dans la littérature ? Et si oui,...

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Interview: „Wir können das Entsetzliche nicht verdecken“

In „statt einer ankunft“ dichtet die Lyrikerin Ulrike Bail über das Busfahren. Im Interview mit der woxx spricht sie über Schockmomente, Leichtigkeit und Bergamo. woxx: In „wie viele faden tief“ schreiben Sie über das Nähen, in Ihrem neuen Gedichtband „statt einer ankunft“ über den öffentlichen Transport. Worin liegt für Sie die Poesie des...

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Österreich nach der Nazizeit: Das Problem mit der Wahrheit

In ihrem neuen Roman „Dunkelblum“ untersucht Eva Menasse das kollektive Schweigen in Österreich über die während des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen. „In Dunkelblum haben die Mauern Ohren, die Blüten in den Gärten haben Augen, sie drehen ihre Köpfchen hierhin und dorthin, damit ihnen nichts entgeht, und das Gras registriert mit...

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Satirisches Märchen: Die Frau ist kaputt

In ihrem neuen Roman „Barbara stirbt nicht“ seziert Alina Bronsky die Figur eines Mannes, der sich plötzlich mit seiner Urangst konfrontiert sieht. Als seine Frau Barbara sich eines Morgens weigert, das Bett zu verlassen, muss sich Herr Schmidt auf unbekanntes Terrain vorwagen – die eigenen vier Wände. Wie ein ergrauter, missgelaunter Robinson...

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Der Kosmos des Dietmar Dath: Literarische Wundertüte

„Gentzen oder: Betrunken aufräumen“ heißt die neueste Lieferung aus der faszinierenden Textfabrik des Dietmar Dath. Darin wird kühn fabuliert und zugleich theoretisiert. Ein anspruchsvoller literarischer Brocken, in dem der Autor einmal mehr eine Geistesgröße der Vergessenheit entreißt. „Erst wird einer krank. Dann noch einer. Dann erwischt´s...

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Roman über Belarus: Land im Tiefschlaf

Sasha Filipenkos in diesem Jahr auf Deutsch erschienener Roman „Der ehemalige Sohn” um einen belarussischen Jugendlichen, der zehn Jahre im Koma liegt und in einem unveränderten Land aufwacht, ist berührend und voll schwarzen Humors. Das Buch beginnt wie ein klassischer Coming-of-Age-Roman: Der 17-jährige Franzisk, Spitzname Zisk, bedient sich...

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Kanadische Kurzgeschichten: Das ungelobte Land

Kanada ist Gastland bei der derzeit stattfindenden Frankfurter Buchmesse, und einer der dort präsentierten Autoren ist Kenneth Bonert. In seiner Geschichtensammlung „Toronto“ skizziert er die Metropole und ihre Bewohner*innen. Er möchte Entfremdung beschreiben, seine Geschichten wirken aber eher befremdlich. „Willkommen im Eishotel”, betitelt...

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Über individuellen Widerstand: Das Echo der Geschichte

Mit dem Roman „Ich bleibe hier” ist dem italienischen Autor Marco Balzano ein Überraschungserfolg gelungen. Seine Geschichte über die Südtiroler Lehrerin Trina, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zuerst den Faschisten, dann den Nationalsozialisten trotzt und sich auch sonst nicht unterkriegen lässt, begeistert durch einen...