Guy Helminger : Die Lehmbauten des Lichts

Vor etwas mehr als zehn Jahren reiste der luxemburgische Autor Guy Helminger im Rahmen einer Autorenresidenz in den Jemen. Sein Buch gibt Eindrücke über ein inzwischen völlig zerstörtes Land.

Für viele ist der Jemen erst in den letzten Jahren auf der Landkarte erschienen – als bombardiertes Land am Zipfel der arabischen Welt, in dem sich die regionalen und internationalen Großmächte einen blutigen Stellvertreterkrieg mit westlichen Waffen liefern. Aber der Jemen ist viel mehr: Eine Zivilisation, die als Wiege der arabischen und muslimischen Kultur gilt, die eine komplexe rezente Geschichte aufzuweisen hat (sozialistische Experimente inklusive) und deren Vielfältigkeit und Komplexität in der Region einzigartig sind – beziehungsweise waren. mehr lesen / lire plus

Buchpräis 2019: Die Bücher sind gefallen

Alle Jahre wieder: Auf den Walfer Bicherdeeg wurden gestern die Buchpreise verliehen. Newcomer*innen sucht man bei den Laureat*innen vergebens.

Nach der Veröffentlichung der Shortlist war klar, dass Hydre auch bei dieser Preisvergabe nicht leer ausgehen würde: Der hippe, junge Verlag hatte mit Jeff Schinker und der Servais-Preisträgerin Elise Schmit zwei starke Pferde im Rennen. Umso überraschender, dass der Jury-Preis an den dritten Hydre-Autoren im Bunde ging, nämlich an Tom Reisen für seinen Kurzgeschichtenband „Les Bulles“ – ein Buch über das Leben in New York, das auch der woxx bereits aufgefallen war.

In der Sachbuch-Kategorie wurde „Mit den Haien streiten – Frauen und Gender in Luxemburg seit 1940“ belohnt. mehr lesen / lire plus

Guy Helminger : Die Allee der Zähne

Luxemburgs größter in Köln lebender Autor beschreibt in „Die Allee der Zähne“ einen dreiwöchigen Aufenthalt im Iran. Eine Aufzeichnung jenseits der Klischees über ein Land, das sich schwertut mit seiner eigenen Schizophrenie zurecht zu kommen.

Es fängt an mit einem Klischee: Kurz ehe er ins Flugzeug nach Teheran steigt, besucht der Autor den Kölner Karneval. Als er einem Trinkkumpanen erzählt wo er hinfliegt, gibt dieser ihm spontan ein Bier aus: „Vielleicht dein letztes“, sagt dieser, unwissend, dass im Land der Mullahs auch ziemlich heftig gezecht wird, wenn auch hinter verschlossenen Türen, wie Helminger ein paar Tage später feststellen wird.

Das Bemerkenswerte an „Die Allee der Zähne“ ist, dass Helminger gar nicht erst versucht den Eindruck zu erwecken, er würde den „richtigen“, den „authentischen“ Iran entdecken. mehr lesen / lire plus