Comics und Judentum: Superhelden sterben nie

Dass die meisten Comic-Superhelden von Juden erfunden wurden, ist sogar vielen Fans nicht bekannt. Nun widmet das Jüdische Museum in Brüssel den Figuren und ihren Schöpfer*innen eine ebenso umfassende wie vielschichtige Ausstellung.

Streit unter Brüdern: „The Thing“ gibt dem aus der jüdischen Mystik entstammenden Golem eins auf die Mütze – dem das steinerne „Ding“ allerdings selbst nachempfunden ist. (© Marvel Comics Group)

„Für Odin! Für Asgard!“ – Wenn man in einem Jüdischen Museum solche Parolen zu sehen bekommt, ist das eher irritierend. Immerhin tragen Neonazis gerne Sprüche-T-Shirts mit Referenz an die nordische Mythologie. Zeitgenossen also, denen man am liebsten mit dem Kampfruf des Comic-Helden „The Thing“ antworten möchte, den dieser ausstößt, bevor er irgendwelchen Schurken auf die Mütze gibt: „It’s clobberin’ time!“ mehr lesen / lire plus

Frollein Motte – Was ist eigentlich mit der Liebe los?

In dem Comic von Frollein Motte wird aus einem One-Night-Stand plötzlich Every-Night. Die woxx hat das Buch gelesen.

Eine junge Frau ist süchtig nach Tinder. Sie möchte nur das eine und keine ernste Beziehungen. Jedes Wochenende hat sie verschiedene One-Night-Stands. Aber eines Tages wird die One Night zur every-night. Sie verliebt sich kopfüber, obwohl sie das nie vorhatte, denn sie wollte nicht verletzt werden.

Trotzdem läuft eine zeitlang alles gut. Bis ihr Freund entscheidet, sie nicht als Teil seines Lebens haben zu wollen. Er hat entschieden, dass seine gedankliche Anwesenheit in der Beziehung seine Karriere stagnieren lässt. Die Protagonistin ist wieder ganz allein, ihr Frust wandelt sich ziemlich schnell in Wut, die sie positiv nutzt. mehr lesen / lire plus

Der Anarchist auf Kur

Ein Comic arbeitet die Tagebücher von Erich Mühsam auf und setzt dem anarchistischen Dichter ein visuelles Denkmal.

Sommer 1910. Erich Mühsam ist in der Schweiz auf Kur. Er muss auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten verzichten, außerdem bekommt er täglich einen Einlauf gemacht. Seine Brüder haben ihn, den Dichter, der ständig Geldsorgen hat, nach Château d’Oex geschickt. Dort interessiert sich anfangs niemand für seine künstlerischen Fähigkeiten oder seine politischen Ansichten – nach einigen Tagen lernt er eine Frau kennen, die Chansons bei ihm bestellt, so dass er zumindest wieder über ein Einkommen verfügt und nicht zur Gänze seiner Familie auf der Tasche liegt. mehr lesen / lire plus

Ich kann mir gar nicht vorstellen, worüber wir mal streiten sollen

Tanja Esch verarbeitet ihren Trennungsschmerz in einem tragikomischen Comicband. Die woxx hat ihn gelesen.

Foto: Jaja Verlag

Beziehungsstreit und Trennungen sind nicht unbedingt furchtbar lustige Themen. Der Comicautorin Tanja Esch gelingt mit ihrem zweiten Buch „du kannst natürlich heute noch hier schlafen“ der Spagat, über das Ende von Beziehungen zu schreiben und gleichzeitig komisch zu sein, ohne die zwischenmenschliche Tragik auszublenden. In kurzen Vignetten zeigt sie Augenblicke „katastrophaler Affären“ und „gescheiterter Beziehungen“ und offenbart ihren LeserInnen jene Sprüche, die sie am Ende dieser Begegnungen um die Ohren gehauen bekommen hat. Manchmal ist Stille noch schlimmer. Zum Beispiel bei P., der wegfährt und nach einer CD fragt, um sich die Autofahrt zu verkürzen. mehr lesen / lire plus