„Eng topesch Sprooch“

Zwischen RedakteurInnen und KorrektorInnen der woxx herrscht bisweilen ein gespanntes Verhältnis. Die einen ärgern sich, dass nach zwei- oder gar dreifachen Überlesen immer noch Fehler in der gedruckten Ausgabe auftauchen, die andern weil die schreibende Zunft mit den immer gleichen Schreibfehlern antritt. Doch dass Luxemburgisch eine jener Sprachen ist, die man auch bei bestem Willen nie vollkommen erlernen kann, darüber herrscht in beiden Lagern Einigkeit. So bekommt der allseits beliebte „Vëlo“ zwei Punkte auf dem „e“, weil es sich um das kurze, tiefe und betonte „e“ – wie in „Prënz“ – handelt. Doch hat man den „Telefon um Vëlo an der Hand“, dann stürzt man genauso kurz und tief und schlägt sich womöglich die Knie auf dem „Beton“ auf – und das zweimal ohne Trema. mehr lesen / lire plus

Semantische Feinheiten

Einige LeserInnen werden sich in dieser Ausgabe möglicherweise über den unjournalistischen Tonfall und die bisweilen etwas pädagogischen Erklärungen komplexer Sachverhalte wundern. Die Erklärung dafür liegt darin, dass mehrere Hefte diese woxx-Ausgabe aus Anlass der „Semaine de la Presse“ in Schulen verteilt werden. So ist etwa der Artikel zu dem Theaterstück von ASTI und ASTM bewusst in einer Sprache geschrieben, die leicht verständlich ist und unsere jungen LeserInnen an die Probleme von „Illegalen“ in Europa heranführt. Aber auch bei der Themenauswahl haben wir uns bemüht, unsere junge Leserschaft anzusprechen, so beispielsweise mit dem Schwerpunkt zum Thema Jugendarbeitslosigkeit. Doch keine Sorge, treue woxx-LeserInnen werden nicht enttäuscht, denn die bewusste semantische Vereinfachung betrifft bei weitem nicht alle Artikel dieses Hefts. mehr lesen / lire plus

Visitenkarten

Sie haben das Format von Kreditkarten und gelten – zumindest im asiatischen Raum – als absolutes Must: Visitenkarten mit Firmenlogo und den persönlichen Angaben wie direkter Telefonnummer, Mailadresse und neuerdings sogar dem eigenen Blog. Auch in der woxx-Crew kommt in schöner Regelmäßigkeit der Ruf nach ebensolchen Karten auf, die sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an den Mann oder die Frau bringen lassen. Der Kassenwart macht dann immer ein grimmiges Gesicht und verweist auf den Stapel ungenutzter Kärtchen aus grauer Vorzeit. Ungenutzt, weil zwischendurch die Adresse oder das Logo gewechselt haben, oder aber weil der eine oder die andere werte KollegIn mittlerweile nicht mehr im Hause sind. mehr lesen / lire plus

April, April

Nein, beim Interview mit Revolutionsführer Asselborn handelte es sich definitiv nicht um den obligaten woxx-Aprilscherz. Zugegeben, das Coverfoto war eine kleine Montage, wie wir dem Außenminister auf Nachfrage bestätigen konnten. Er leidet demnach nicht an akutem Gedächtnisverlust – ein Treffen Ortega, Chávez, Morales und Asselborn hat es nie gegeben. Das Interview allerdings schon. Dafür war der testweise Einsatz von Nacktscannern bei der CFL anscheinend so realitätsnah dargestellt, dass eine Parteijugendorganisation sich bereits daran gesetzt hatte, ein geharnischtes Kommuniqué an das Innenministerium zu richten. Ein Verweis auf die Erscheinungsperiode der letzten woxx-Ausgabe konnte den aufgebrachten Politikernachwuchs dann gerade noch von einer Blockadeaktion am Hauptbahnhof abhalten. mehr lesen / lire plus

Kassensturz

Genau 1.533,67 Euro Defizit musste die woxx-Kooperative im Jahre 2009 verzeichnen. Bei einem Umsatz von 423.867,26 Euro und angesichts des wirtschaftlichen Gesamtumfelds eigentlich ein recht passables Ergebnis. Aber auch „alternative“ Projekte müssen auf Dauer kostendeckend wirtschaften, um nicht in eine Schieflage zu geraten. Noch ist die Finanzdecke ausreichend. Nachdem in den 90er Jahren die Eigenmittel fast gänzlich wegen des lang andauernden Rechtsstreits um Pressehilfe aufgebraucht worden waren, hatte sich die Situation seit 2005 stabilisiert. Dennoch wird die woxx Ende des Jahres die Abo-Tarife anpassen müssen, um die Ausfälle im Anzeigenbereich auszugleichen. Politische und redaktionelle Unabhängigkeit gibt es eben nicht zum Nulltarif – wobei einer Erhöhung des Heftpreis (derzeit 1,75 Euro) um einige Prozent wohl niemanden in die Armut treiben dürfte. mehr lesen / lire plus

Weblink-me

Vernetzungen und Verweise sind Knotenpunkte in der globalen Welt. Sie kommen nicht nur in der Ökologie, in der Soziologie, sondern auch im Bereich der Informatik vor, wo die Vernetzung die Verknüpfung von Wissensfragmenten zu neuen Ideen bedeutet. Dass die Verlinkung sowie der Verweis auch schon mal ins Leere laufen kann, das musste die Woxx letzte Woche erfahren: Am Ende des Regards-Artikels zur Abtreibung sollte ein elektronischer Verweis auf eine Petition des Kollektivs „Si je veux – Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau“ hindeuten, welche die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs fordert. Jedoch ging der aktivierte Link beim Zeitungsdruck verloren, so dass nur Leerzeichen übrig blieben. mehr lesen / lire plus

Express

Une avant-première pour le relaunch du woxx – une idée excellente, a jugé la rédaction. Encore fallait-il la réaliser. Premier pas: mettre sur pied une interview avec le réalisateur pour annoncer l’évènement dans notre journal. Non, il s’agit du deuxième pas, il faudrait avoir vu le film avant. Donc, d’abord organiser le DVD. Le distributeur belge: „OK, on vous l’envoie tout de suite.“ Tout de suite, il ne se passe rien. Ni les jours d’après. Faudrait-il réclamer auprès de la firme d’expédition? Le distributeur belge: „Non, non, on s’en occupe.“ Le lendemain: „Ah, il n’est rien arrivé? Il vaudrait peut-être mieux que vous contactiez la firme vous-même.“ Contact téléphonique avec le courrier express: „Le DVD n’a pas été envoyé puisque votre adresse était fautive.“ Vérification faite, il s’avère que le distributeur n’a pas indiqué l’adresse correctement. mehr lesen / lire plus

Journalistische Verstärkung

Einige woxxlerInnen zieht es von Zeit zu Zeit in die Ferne, oder sie geben sich ganz dem Trend hin, sich mehrere Monate Fortbildungsurlaub zu nehmen. Das ist schön und angenehm für die Betroffenen, aber das woxx-Team stöhnt dann meist im Chor, da die anfallende Arbeit liegen bleibt. „Wir brauchen Verstärkung“, hieß es im Herbst einhellig in der Redaktion, als es angesichts der drohenden Ausdünnung fast unmöglich wurde, die regulären Jahresurlaube untereinander zu koordinieren. Zum Glück kann die woxx auf einen kleinen aber dafür feinen Pool an freien MitarbeiterInnen zurückgreifen, die regelmäßig für uns schreiben und so auch ein Gefühl für den „anderen“ Journalismus bekommen, den wir betreiben. mehr lesen / lire plus

Reply to the World

Emails sind eine feine Sache in einer kurzlebigen Welt. Wo früher Umlaufmappen von Büro zu Büro wanderten, um die Belegschaft über diese oder jene organisatorische Frage in Kenntnis zu setzen, reicht heute ein Klick auf das Arbeitsgruppen-Pseudo, um die KollegInnen zu informieren. Doch so praktisch das Instrument Email ist, es ist auch mächtig gefährlich. Gerade beim Weiterleiten passiert eines nur allzu oft: Die mehr oder weniger vertrauliche Information geht schon mal an die halbe Welt. Ist die Email einmal abgezischt, gibt es kein Zurück mehr. Früher soll es ja Leute gegeben haben, die stundenlang am Postbriefkasten ausharrten, um den kompromittierenden Brief, den sie dann doch nicht mehr abschicken wollten, bei der Entleerung abzufangen. mehr lesen / lire plus

Fête de la paresse

Nous avons eu vent qu’en ce 1er mai, certains de nos concitoyens célébreraient cette étrange institution qu’est le travail. Mais il semble que la classe ouvrière d’ici est plutôt, en secret, farouchement adepte de Paul Lafargue, le brillant beau-fils de Karl Marx. Comment expliquer sinon que la traditionnelle procession syndicale ait été commuée en évènement socioculturel à l’Abbaye Neumünster? Que disait déjà ce grand penseur du 19e siècle à propos de l’Homme ? « Qu’il se contraigne à ne travailler que trois heures par jour, à fainéanter et bombancer le reste de la journée et de la nuit. » Le woxx souscrit à cette critique du fétichisme du travail que le mouvement ouvrier a hérité de la révolution bourgeoise. mehr lesen / lire plus

Le plus beau métier du monde

Le Girls’ Day est décidément une belle initiative. Pendant toute une journée, cinq lycéennes ont pu découvrir les « charmes » du métier de journaliste : apparitions spontanées d’ulcères, dépressions chroniques, troubles de la personnalité, sentiment d’inexistence « parce que personne n’a lu mon super édito de la semaine passée, que j’ai passé trois heures à écrire, et qu’en plus le titre était plutôt génial, mais de toute façon je me demande pourquoi je me fatigue encore si maman est la seule personne au monde à les lire … ! ». Mais reprenons-nous. Comme nous le disions, nos lycéennes ont pu entrer en contact avec le plus beau métier du monde. mehr lesen / lire plus

Hunger und Gourmetküchen

Ist es nicht absurd, wie nah sich absolut unterschiedliche Lebensrealitäten gelegentlich kommen? Es heißt ja, dass Gegensätze sich anziehen. Diese Erfahrung musste diese Woche auch die woxx machen. Fast wäre uns ein im wahrsten Sinne geschmackloser Lapsus unterlaufen: Hunger in Ägypten und Gourmetküchen in Luxemburg auf einer Seite thematisieren – das muss ja wohl nicht sein.
Auch wenn diese Gegensätze tragische Realität sind, verleitet das Schamgefühl doch eher dazu, Pietät zu bewahren. Wenigstens einmal umblättern, dachten wir uns, dann werden die Themen nicht so unverdaulich. mehr lesen / lire plus

Comment les nazis m’ont fait rater le train

C’est un plaisir rare et narcissique pour un journaliste, que de taper son propre nom sur Google pour voir où ses articles ont bien pu atterrir dans les fins fonds de la toile. La revue de presse européenne, Arte, tel ou tel magazine prestigieux ont-ils remarqué ce que j’écris ? Y-a-t-il des commentaires ? C’est aussi l’exercice auquel s’adonnait un woxxie cette semaine, juste une minute avant de partir prendre son train. Mal lui en prit. Si son éditorial sur mai 68 s’est bien retrouvé sur le site d’Arte et celui du Courrier International, une troisième mention ne lui plaisait pas du tout. mehr lesen / lire plus

woxxenende, die zweite

Ohne größeren Kollateralschaden ist der traditionelle woxx-Betriebsausflug über die Bühne gegangen. Das beweist das vorliegende, umfangreiche Heft. Abgestraft wurde die woxx-Truppe jedoch, weil sie sich nicht umweltgerecht mit geklauten Decaux-Fahrrädern in die Ardennen begab, sondern mit CO2-spuckenden Privatautos – die waren allerdings prall gefüllt. Wegen einer Dauerbaustelle in Bonneweg mussten die drei woxx-Fahrzeuge zur Aufnahme der Truppe und der notwendigen kulinarischen Köstlichkeiten am frühen Morgen kurzfristig im Halteverbot verweilen. Ebenfalls früh im Einsatz waren aber auch die motorisierten Politessen, die sich nicht vom friedlichen Vorhaben der woxx-Truppe überzeugen ließen und gleich dreimal ein Knöllchen verteilten. So ist das halt mit dem Car-Sharing: Man gibt sich alle Mühe, die Autos soweit optimal mit Leuten aufzufüllen und zahlt am Ende drauf! mehr lesen / lire plus

woxxenende 2008

Einmal im Jahr stiehlt sich das woxx-Team mit Sack und Pack von dannen und taucht ein ganzes Wochenende lang unter. Ziel des Ganzen: Einmal nicht über deutsche Kommaregeln, verspätet abgelieferte Texte oder unbrauchbare Fotos streiten. Nein, es heißt frische Luft tanken, den kulturellen Horizont erweitern und die gastronomischen Besonderheiten einer bestimmten Region erkunden. Diesmal sind die belgischen Ardennen dran. Mit von der Partie sind auch nahe stehende MitstreiterInnen und ehemalige KollegInnen der woxx – sowie deren Vierbeiner. Zur Einstimmung ist gleich am ersten Tag die Besichtigung einer Micro-Brauerei eingeplant. Ob der umfangreiche Genuss des gehaltvollen belgischen Starkbiers, das man auch sonst in der Region an allen Ecken und Enden bekommt, seine Spuren hinterlassen wird oder nicht, merken unsere LeserInnen spätestens am Umfang und Gehalt der nächsten Ausgabe der woxx. mehr lesen / lire plus

Wake me up, before you go go …

Die Frage Was-wäre, wenn … ist äußerst beliebt in der Redaktion – nicht nur im Bereich der politischen Erörterungen, auch bei belanglosen gedanklichen Planspielen. Was-wäre, wenn … man den Redaktionsschluss am Donnerstag verschlafen würde? Schier undenkbar – so die allgemeine Meinung. Schließlich hat hier jeder eine ausgefeilte Aufstehstrategie entwickelt: Etwa jene, dass der Wecker in der Ecke, weit weg von der Schlafstätte, aufgebaut wird. Nun jedoch gibt es eine Weltneuheit, die so recht ins Mark geht: eine Wifi Donation Alarm Clock. „Wack up to the smell of … Animosity“, so lautet der Werbespruch des neuen Wecksytems. Das Effektive an dieser Weck-Attacke ist, dass man per Wifi direkt mit dem eigenen Konto verbunden ist. mehr lesen / lire plus

Bullenschutz

Polizei und Presse, ein Zusammenspiel, das nicht nur in Luxemburg nicht immer zur Zufriedenheit aller funktioniert. „Wegen verschiedener Vorkommnisse, die ein gestörtes Verhältnis einzelner Polizeiorgane zu Journalisten erkennen ließen“, werden jetzt an sämtliche anerkannten JournalistInnen spezielle Erkennungsmarken ausgegeben, die sie während „Ereignissen, bei denen sowohl die Polizei als auch die Presse berufshalber im Einsatz sind“ tragen sollen. Die Polizei verspricht, die TrägerInnen der Plaketten nicht mit Knüppel oder gar Knarre aufs Korn zu nehmen, während die MedienvertreterInnen sich verpflichten, den Deontologiekodex der Luxemburger Presse zu respektieren. Dazu müssen sie ihren Presseausweis in eine Art transparenten Scheckkartenhalter stecken und sich das Ganze um den Hals hängen. mehr lesen / lire plus

Sozialismus versus Award

Fast wären wir dabei gewesen. Zumindest waren wir nominiert. Zwei Woxx-RedakteurInnen hatten sich schon die passenden Dankesworte zurecht gelegt, die zuerst natürlich den kreativen Köpfen der Design-Agentur Apart gegolten hätten, dem neuen Woxx-Layout-Team, dann eventuell noch den eigenen Eltern … Worum es geht? Nein nicht, um die Golden Duck Awards, jene Veranstaltung die jedes Jahr die schlechtesten publizistischen Auftritte in Luxemburg honoriert, sondern um die Communication and Design Awards, eine Selbstinszenierungsshow, die sich am letzten Freitag daran machte gutes Design zu küren. Auch wenn nicht alles Gold war, das glänzte, und die Woxx dieses Mal nicht unter den Gewinnern war, wusste der teilnehmende Redakteur Trost: Er würde sich immer hohe Ideale stecken, etwa den Sozialismus – dann würde er nie enttäuscht werden. mehr lesen / lire plus

Freitag, der 29.

Dass die woxx an einem Freitag, den 13. erscheint, kommt häufiger vor. Im Jahresdurchschnitt sind es etwas mehr als 1,4 Nummern, die am Tag der zerbrochenen Spiegel und der schwarzen Katzen den Weg zu den AbonnentInnen antreten. Mit vorhersehbaren Folgen: An jenen Freitagen häufen sich die Reklamationen über falsch geheftete oder nicht zugestellte woxx-Exemplare. Doch diesmal wird alles viel schrecklicher: Über Freitag, den 29. Februar heißt es im – hierzulande viel zu wenig bekannten – altäthiopischen Totenbuch: „Der dm’t-seh bringt drei Mal mehr Unglück als ein Freitag der 13., drei dmat-sah aber würden reichen, die gesamte Menschheit zu vernichten.“ Na denn … Wir haben uns gefragt, wie oft seit 1988, dem Gründungsjahr der woxx unter dem Namen Gréngespoun, der 29. mehr lesen / lire plus

Der Mann an der Brücke

„Wer kennt diesen Mann?“, diese Frage machte am Donnerstag letzter Woche in der woxx die Runde. Kurz vor Redaktionsschluss war ein USB-Stick im Sekretariat abgegeben worde – mit einem Porträtfoto namens IMG_6185.JPG drauf. Zuerst dachten wir, es sei ein beim woxx-Fotografen bestelltes Bild. Doch zu welchem Artikel? Ein bekannter Euthanasiebefürworter war es jedenfalls nicht, und ein Gegner … Ob sich wohl ein typischer Euthanasiegegner so elegant kleidet? Es hätte auch ein Foto zum Autofestival-Beitrag sein können, vielleicht ein Garagist vor einer Autobahnbrücke. Ob man diesem Mann einen Wagen abkaufen würde, auch hierüber waren sich die woxxies nicht einig. Schließlich eine Idee: Vielleicht hatte man uns ein Foto des wirklichen Bommeleeërs zugespielt? mehr lesen / lire plus