SCHULE: Ghetto oder neue Chance

Für die einen sind sie Störenfriede, für die anderen Opfer: Verhaltensauffällige PrimärschülerInnen sollen künftig in einer Classe de Transition soziale Kompetenzen erlernen.

Felix* geht wieder gerne zur Schule. „Er hat keine Angst mehr“, sagt seine Mutter. Zuerst hatte der Junge eine Primärschule in der Hauptstadt besucht. In seiner Klasse sei er immer wieder von Mitschülern gehänselt worden. „Das ging bis zu Prügeln. Dabei hat sich besonders einer als Rädelsführer hervorgetan“, erzählt die Mutter. „Er hat Felix geschlagen und ihm das Leben zur Qual gemacht. Doch nicht nur unseren Jungen hat er terrorisiert. Er hat auch ständig den Unterricht gestört.“ Felix‘ Eltern reagierten, indem sie ihren Sohn von der Schule nahmen und ihn an einer anderen anmeldeten. mehr lesen / lire plus

FLÜCHTLINGE: Lauter Präzedenzfälle

Einheit nur in der Ablehnung: Die italienische Regierung kriminalisiert Flüchtlingshelfer, und die deutsche blockt ab, indem sie auf die Drittstaatenregelung verweist. Derweil schiebt Luxemburg weiter AsylbewerberInnen ab.

Ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit Cap Anamur mehr als zehntausend vietnamesische Flüchtlinge im südchinesischen Meer rettete. Erst kürzlich setzte die Flüchtlingshilfsorganisation ein neues Rettungsschiff ein. Im Juni nahm dieses im Mittelmeer 37 Flüchtlinge aus dem Sudan auf. Die dreiwöchige Odyssee der neuen „Cap Anamur“ endete erst vor wenigen Tagen.

Einen „gefährlichen Präzedenzfall“ hätten die Flüchtlingshelfer damit geschaffen, sagte Italiens Justizminister Roberto Castelli. Schließlich gilt den EU-Staaten die italienische Küste ob ihrer Durchlässigkeit für unerwünschte ImmigrantInnen als heikel, weshalb die Regierung in Rom besonders bemüht ist, die Grenzen ihres Landes dicht zu halten. mehr lesen / lire plus

DOPING: Kleinerer Abstand

Luxemburg passt sich dem weltweiten Anti-Doping-Code an, einem internationalen Regelwerk zur Bekämpfung des Dopings. Derweil gibt es immer wieder neue Mittelchen für Sportler, um schneller, stärker und besser zu werden.

Huch, Dopingkontrolle!

Der Doping-Verdacht fährt mit, wenn Lance Armstrong bei der Tour de France dem gelben Trikot hinterher jagt. Der fünffache Tour-Sieger weist die Vorwürfe des britischen Journalisten David Walsh kategorisch zurück. Dieser behauptet in seinem zwei Wochen vor Tour-Beginn erschienenen Buch „L. A. Confidential“, Armstrong habe gedopt. Als Zeugen hat Walsh unter anderem einen ehemaligen Teamkollegen des Texaners und einen Mannschaftsarzt aufgefahren.

Gedopt werde in jeder Sportart, sagen Experten. Dass der Radsport dabei besonders in Verruf geraten ist, ist vor allem dem Skandal um den Radrennstall Festina bei der Tour de France 1998 zu verdanken. mehr lesen / lire plus

TOBI BAUMANN: Der Wixxer

Im Kino gewesen, gelacht: Kein Wunder, denn Regisseur Tobi Baumann feuert eine Gag-Salve nach der anderen ab. Dass dabei einige Witze voll daneben gehen, könnte man als Streuverlust werten. Aber in der phasenweise durchaus originellen Edgar-Wallace-Parodie sitzt vielleicht nur jeder fünfte Kalauer. Eine halbstündige Comedy- Show – Regisseur Baumann kommt aus diesem Fach – hätte es auch getan. Für eine abendfüllende Kinounterhaltung bietet „Der Wixxer“ hingegen zu viele Rohrkrepierer.

Im Utopolis. mehr lesen / lire plus

THEATER: Ein Cineast auf Spurensuche

Hundert Jahre Luxemburger Geschichte auf tänzerische Art und Weise erzählt: In Paul Kieffers „Dancing“ ist der eigentliche Hauptdarsteller ein Ballsaal.

„Ich bringe viel vom Film ins Theater mit ein“: Der Regisseur Paul Kieffer nutzt Traumbilder und Rückblenden für seine Arbeiten auf der Bühne

Die Zeit drängt. Bevor die Gäste kommen, müssen noch die Aschenbecher auf die Tische. Der Kellner folgt den Anweisungen seiner strengen Wirtin. Im Stile eines Quasimodo humpelt Thierry van Werveke von Tisch zu Tisch. Dann kommen die Damen: Eine nach der anderen betritt den Ballsaal. Wie Models auf dem Laufsteg stellen sie sich vor das imaginäre Publikum im Proberaum des Grand Théâtre: eine voluminöse Blondine im fortgeschrittenen Alter, eine zierliche Rothaarige, die vor Nervosität an ihrem schwarzen Kleidchen zupft, ein verhuschter Engel mit Rüschenkleid, eine Schickimicki-Lady mit Sonnenbrille und Hut, die die Blicke sämtlicher Männer auf sich zieht. mehr lesen / lire plus

COEN-BRÜDER: The Ladykillers

Im Utopolis und im Orion

Was ist nur in die Coen-Brüder gefahren? Die sonst für ihren skurrilen Humor bekannten Filmemacher liefern einen schwachen Abklatsch des fast 50 Jahre alten Alec-Guinness-Klassikers. Dem Streifen fehlt es an Charme, die Witze sind platt, und die Schauspieler bieten – inklusive Tom Hanks, aber außer Irma P. Hall – Genre-Stereotypen. Nach diesem überflüssigen Remake brauchen die Coens dringend eine Frischzellenkur. mehr lesen / lire plus

GEWERKSCHAFTEN: Im eigenen Saft

Die Arcelor- Umstrukturierung zeigt: Den Luxemburger Gewerkschaften bläst der Wind der Globalisierung ins Gesicht. Noch kann der Stellenabbau kompensiert werden – noch.

„Wir haben auf der ganzen Linie gewonnen.“ OGBL-Präsident John Castegnaro zeigte sich bereits nach der Stahl-Tripartite am 10. Juni als Matchwinner. Der von der Arcelor geplante Abbau von 500 Stellen in Luxemburg kann unter anderem damit kompensiert werden, dass die Vorruhestandsregelung auf die Jahrgänge 1948 bis 1951 ausgedehnt wird. „Es wird niemand entlassen“, hatte Premierminister Jean-Claude Juncker bereits im Frühjahr die um ihre Jobs bangende Belegschaft beschwichtigt, nachdem der Stahlkonzern sein Umstrukturierungsprogramm „Lux 2006“ bekannt gemacht hatte. Der Staat kann also den Stellenabbau mit sozialen Maßnahmen abfedern. mehr lesen / lire plus

PACS: Jein zum Ja-Wort

In Frankreich hat ein Bürgermeister zwei Männer getraut. Luxemburg bekommt unterdessen den Pacs. Doch eine Gleichberechtigung für Homosexuelle bedeutet dies noch lange nicht.

Noël Mamère hat es geschafft. Indem er am vergangenen Samstag zwei Männer miteinander verheiratete und damit die erste gleichgeschlechtliche Ehe Frankreichs schloss, hat der Bürgermeister des Gironde-Städtchens Bègles und Präsidentschaftskandidat von 2002 die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gelenkt – und die Homo-Ehe zum Thema im französischen EU-Wahlkampf gemacht. Ob die Ehe auch rechtskräftig ist, steht auf einem anderen Blatt. Bereits im Vorfeld hatte der Staatsanwalt von Bordeaux darauf hingewiesen, dass sie gegen den Code Civil verstoße. Justizminister Dominique Perben warf Mamère sogar Amtsmissbrauch vor. mehr lesen / lire plus

EISENBAHN: Abgehängt

Die internationalen Hochgeschwindigkeitszüge fahren an Luxemburg vorbei. Der hiesigen Eisenbahn droht das Abstellgleis.

Der Ort des Treffens besaß hohen Symbolgehalt: Die beiden Eisenbahnergewerkschaften aus Belgien und Luxemburg wollten sich am Mittwoch in Jemelle auf halbem Wege entgegenkommen, um gegen die Verschleppung des Bahnprojekts Eurocap-Rail zu protestieren. Das Projekt soll die drei Europa-Hauptstädte Straßburg, Luxemburg und Brüssel miteinander verbinden. Auf der Teilstrecke zwischen den beiden letzteren Städten liegt der Bahnhof von Jemelle – fast genau in der Mitte.

Im besten Fall zwei Stunden und 13 Minuten dauert die Fahrt mit dem Zug von Luxemburg nach Brüssel. Für viele Reisende zu lange, denn die Züge zwischen den beiden Städten fahren mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometer. mehr lesen / lire plus

MARLON BRANDO: Retrospektive

Drei Filme aus jeweils einer Schaffensphase des Schauspieltitanen Marlon Brando zu dessen 80. Geburtstag: Die Rolle des Boxers und Gelegenheitsarbeiters Terry Malloy in Elia Kazans atmosphärisch dichtem Meisterwerk „On the Waterfront“ (1954) brachte ihm einen Oscar ein. Als exzentrischer Kopfgeldjäger Lee Clayton in „The Missouri Breaks“ (1975) rettet er einen eher schwachen Film. Der Anti-Apartheid-Film „A Dry White Season“ (1989) markiert Brandos Rückkehr auf die Leinwand nach neunjähriger Abstinenz. In einem 15-minütigen Auftritt brilliert der füllig gewordene Star als Bürgerrechts-Anwalt.

In der Cinémathèque mehr lesen / lire plus

MALEREI UND FILM: Der Künstler als Heimkehrer

Der luxemburgische Künstler Nelson Neves besucht nach 23 Jahren zum ersten Mal wieder seine Familie auf den Kapverdischen Inseln. Der Dokumentarfilmer Henri Fischbach folgt ihm dabei mit der Kamera.

Kreative Freundschaft: der Dokumentarfilmer Henri Fischbach und der Maler Nelson Neves (rechts).
(Foto: Christian Mosar)

Die Idylle trügt. Zwischen all den Bananen, Papayas und Mangos muss Martim hart arbeiten. Bis der große Regen kommt, soll die Leitung fertig sein, damit er seinen Pflanzen Wasser zuführen kann. „Wenn das nicht funktioniert, haben wir nichts zu essen“, sagt Martim, der eine ganze Familie ernähren muss. Das Leben der Menschen auf der Insel Santo Ant°o ist voller Entbehrungen. mehr lesen / lire plus

JEAN-FRANCOIS POUILOT: La grande séduction

Die Komödie von Jean-François Pouliot bietet vor allem und zuerst beste Kinounterhaltung, garniert mit Sozialkritik. Außerdem enthält sie das, was vielen Filmen in den vergangenen Jahren fehlte und was ihr einen eigentümlich skurrilen Touch verleiht: Lokalkolorit.

Im Utopia mehr lesen / lire plus

WIRTSCHAFT: Streicheln hier und Mahnen dort

Der Premierminister liefert eine Bestandsaufnahme zur Lage der Nation und erweist sich einmal mehr als Meister der politischen Psychologie. Einige heikle Themen bleiben jedoch außen vor.

Der Premierminister hat Frühlingsgefühle. „Wir sehen den Frühling ganz deutlich“, sagte Jean-Claude Juncker am Dienstag während seiner Rede zur Lage der Nation und meinte damit den Aufschwung der hiesigen Wirtschaft. Schließlich erwartet die EU-Kommission für Luxemburg ein Wachstum von 2,4 Prozent. Nach einer konjunkturellen Schwächephase also wieder alles bestens?

Von wegen! Während Juncker in der Chamber die Wirtschaftspolitik seiner Regierung schönredete, gingen in Düdelingen mehr als 2.000 Menschen auf die Straße, um gegen den Abbau von rund 1.000 Stellen zu demonstrieren. mehr lesen / lire plus

HANDWERK: Jobmaschine mit Imageproblemen

Woanders werden Arbeitsplätze vernichtet, im Handwerk entstehen welche. Doch SchulabgängerInnen interessieren sich nur wenig für eine Ausbildung in dem Boomsektor.

Sie kommen zu spät, erzeugen Lärm und Schmutz, sind zu teuer, und dann machen sie auch noch ihre Arbeit nicht so, wie die KundInnen sich es wünschen – die Liste der Vorwürfe ist lang, denen HandwerkerInnen ausgesetzt sind. Ob gerechtfertigt oder nicht, ohne HandwerkerInnen geht es nicht, vor allem nicht für in der luxemburgischen Wirtschaft.

Stellenabbau, Firmenpleiten, steigende Arbeitslosigkeit – Luxemburg ist in den Sog des europaweiten Konjunkturtiefs geraten. Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums sieht Zentralbank-Chef Yves Mersch sogar den Ruf des Landes in Gefahr. mehr lesen / lire plus

THEATER: Die Grenzgängerin

Marion Poppenborg bewegt sich zwischen Regie und Schauspielerei hin und her, zwischen Stücken in deutscher und französischer Sprache. Erstmals steht sie mit der Gruppe Maskénada auf der Bühne.

Ein gern gesehener Gast in Luxemburg: Zurzeit spielt Marion Poppenborg mehrere Rollen in Frédéric Frenays
Inszenierung von „The Elephant Man“ in der Escher Kulturfabrik.

Mrs. Kendal weiß, dass sie Illusionen verkauft. Als Schauspielerin hat sie ein Gespür dafür, dass vieles im Leben nur Maskerade ist. In dem „Elefantenmenschen“ John Merrick entdeckt sie einen verletzlichen, sensiblen Menschen. In den Augen der anderen ist er dagegen ein Monster – oder das Objekt wissenschaftlicher Studien.

Mrs. mehr lesen / lire plus

ARCELOR: Ende des Dornröschenschlafs

Der geplante Stellenabbau des Stahlkonzerns Arcelor kann als weiteres Signal für ein raueres soziales Klima im Großherzogtum gedeutet werden. Zweifel am Fortbestand des Luxemburger Modells sind wohl berechtigt.

Stahl made in Luxemburg? (Foto: Archiv)

Für die Stahlindustrie brechen glänzende Zeiten an. So sieht es zumindest Dieter Ameling. „Der Werkstoff Stahl ist gegenwärtig gefragt wie nie zuvor in seiner langen Geschichte“, stellt der Präsident der Düsseldorfer Wirtschaftsvereinigung Stahl fest und spricht sogar von einem „weltweiten Hunger nach Stahl“, ausgelöst durch den wirtschaftlichen Aufholprozess in vielen Schwellenländern. Nach einem Anstieg der globalen Rohstahlproduktion im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 964 Millionen Tonnen rechnen Branchenkenner dieses Jahr mit einem weiteren Zuwachs auf mehr als eine Milliarde Tonnen. mehr lesen / lire plus

FREDERIC SCHOENDOERFFER: Agents secrets

Der Film hält nicht was er zumindest am Anfang verspricht. Indem er unter anderem mehr die Arbeitsweise der Agenten beschreibt als die eigentliche Story in den Vordergrund stellt, versucht Regisseur Frédéric Schoendoerffer dem Agentenfilm-Genre etwas Neues abzugewinnen. Doch bis auf einzelne Passagen glückt ihm dieser Wiederbelebungsversuch nicht. Und das Glamour-Duo Vincent Cassel und
Monika Belucci bleibt zudem im Bereich seiner – begrenzten – schauspielerischen Möglichkeiten.

Im Utopolis

Stefan Kunzmann mehr lesen / lire plus

KONZERT: Nach dem Hörsturz die Sintflut

Die Einstürzenden Neubauten sind ruhiger geworden.
Statt Lärmattacken liefert die Berliner Band Soundexperimente am Rande der Hörbarkeit – kommende Woche auch in Luxemburg.

Immer unterwegs: Die Einstürzenden Neubauten auf der Suche nach Esch.

Wie ein gerupfter Vogel sah Blixa Bargeld aus. Die Haare standen ihm zu Berge. Seine Pupillen waren riesig und die Ringe unter den Augen dunkel. Dünn und ungesund blass wirkte der Sänger der Einstürzenden Neubauten, als ich die Band das erste Mal live erlebte, in der Münchner Theaterfabrik Mitte der 80er Jahre.

Bei seinen Auftritten trug Bargeld regelmäßig ein schwarzes Hemd und enge Lederhosen mit einem Gurt, der aussah wie eine Art Keuschheitsgürtel. mehr lesen / lire plus

ASYL: Der andere Blickwinkel

Schneller und effizienter sollen die Asylverfahren werden. Dies sieht das Gesetzesprojekt von Justizminister Frieden vor. Damit bewegt er sich auf der umstrittenen EU-Linie.

Doch das ist für Luc Frieden weniger entscheidend. Wie schon gesagt: Der luxemburgische Justizminister betrachtet die Asylfrage aus einem anderen Blickwinkel.

Der Justizminister zeigte sich zufrieden. Die Asylpolitik der Luxemburger Regierung bleibe konstant, sagte Luc Frieden am vergangenen Mittwoch gegenüber PressevertreterInnen und präsentierte ein von ihm eingebrachtes Gesetzesprojekt, das kürzere Asylprozeduren bringen soll. Und er betonte wiederholt, dass seine Initiative im Einklang mit dem internationalen Recht stehe.

Gegen beschleunigte Verfahren zur Anerkennung von AsylbewerberInnen ist eigentlich nichts einzuwenden. mehr lesen / lire plus

NAHOST: Ein furchtbarer Fehler

Der israelische Premierminister Ariel Scharon wollte Tabula Rasa machen. Doch nach der Tötung Scheich Jassins stehen die Zeichen auf noch mehr Gewalt im Nahen Osten.

Mitleid hat Scheich Ahmed Jassin nicht verdient. Der Hamas-Gründer rief nicht nur zur Tötung unschuldiger Israelis auf, sondern hieß sogar den Einsatz von Kindern als Selbstmordattentäter gut. Anfang dieser Woche ist Jassin ein Opfer jenes Terrors geworden, den er unter anderem selbst gesät hatte.

Trotzdem ist seine Ermordung zu verurteilen. Statt den Scheich für seine Hetzkampagne vor ein Gericht zu bringen, wie es sich in einem Rechtsstaat gehört, ist er zusammen mit ein paar Anhängern nach der Devise „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ liquidiert worden. mehr lesen / lire plus