KLIMAKONFERENZ AUF BALI: Falsche Prioritäten

Fortschritte gibt es bei den Bali-Verhandlungen in der Frage der Finanzierung der Anpassung an die Erderwärmung. Doch für die Verhinderung des Klimakipps fehlen die Mittel – und, bei den meisten Teilnehmern, der Mut.

Zuerst die gute Nachricht: Die internationale Staatengemeinschaft will Geld locker machen, um den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ländern zu helfen. Gewiss, Ziel der Klimaverhandlungen in Bali ist es, den Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten. Dennoch werden der Anstieg des Meeresspiegels oder die Desertifikation manche Regionen hart treffen – in der Regel in den Entwicklungsländern. Es wäre also nur gerecht, wenn die Kosten der Anpassung von den Industrieländern getragen würden – sie haben am meisten zum Klimawandel beigetragen. mehr lesen / lire plus

BOMMELEEER: Eine Nummer zu groß

Juncker schweigt, Frieden zögert. Das macht vor allem deutlich:
Das Bombenleger-Dossier bedarf einer politischen Kontrolle jenseits der Exekutive.

(Foto: www.police.lu)

Normalerweise ist Luc Frieden ein Mann der starken Worte. Noch im September, anlässlich der Patronatsfeier der Polizei, hatte er verkündet, die öffentliche Sicherheit sei eine seiner Prioritäten. Im gleichen Atemzug hatte er eine verbesserte Ausstattung des Polizeiapparates und eine Aufstockung von 1.500 auf 2.000 Mann bis 2015 versprochen. Zwar sei der „internationale Banditismus“ bis jetzt nicht in Luxemburg angekommen und die Kriminalität mit 5.600 Vorfällen auf 100.000 Einwohner auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau, doch sei Vorbeugung angesagt.

Die polizeiliche Aufrüstung – in jüngster Zeit vor allem durch die wie Pilze aus dem Boden schießenden Überwachungskameras symbolisiert – sie findet spätestens seit dem 11. September ihre Begründung im international angespannten Umfeld. mehr lesen / lire plus

DROGUES: Coke en stock

La poudre blanche continue son avancée sur le marché européen, détruisant au passage les espoirs d’une baisse de la mortalité.

« L’Europe risque d’échouer à réduire le nombre de décès liés à la drogue », peut-on lire dans la conclusion du dernier rapport annuel de l’Observatoire des drogues et des toxicomanies. Même si certains secteurs du business de la drogue semblent en baisse – notamment la consommation de cannabis – « les décès liés à la drogue atteignent des niveaux historiques et ne diminuent plus » indique le même rapport.

Ce qui est intéressant de voir, c’est que ces décès ne semblent pas être causés par l‘ « usual suspect » : l’héroïne. mehr lesen / lire plus

CSV: In der Defensive

Weil die Christsozialen nicht wissen, wie die Post-Juncker-Ära aussehen soll, werfen sie ihren politischen Mitstreitern Elektoralismus vor.

(Foto: CSV)

Laut Parteipräsident François Biltgen war der CSV-Kongress am letzten Wochenende zwar ein wichtiger, aber kein Wahlkongress. Generalsekretär Marco Schanck hatte dem zuvor beigepflichtet: Die Spekulationen über eine Regierung ohne CSV-Beteiligung seien unangebracht. Stattdessen sollten sich die Verantwortlichen der anderen Parteien lieber mit Visionen für die Zukunft beschäftigen. Damit wurde allerdings erst recht deutlich, wie sehr die Wahl 2009 der CSV im Nacken sitzt. Selbst wenn Juncker nicht (wie von vielen befürchtet und einigen erhofft – oder sollte es doch eine Mehrheit sein, die hofft?) vorzeitig nach Europa weggelobt wird und als Zugmaschine erhalten bliebe, tut sich die CSV schwer mit ihrer Zukunft. mehr lesen / lire plus

GENDER: Die Hausfrau ist tot, es lebe die Teilzeit-Mutti

Erwerbsarbeit ist in. Doch statt des Kochlöffels schwingen die Frauen noch längst nicht das Zepter in der Arbeitswelt. Mit Halbtagsjobs sorgen sie für heile Welt – daheim und im Betrieb.

Früher Zeichen sozialen Aufstiegs, heute Auslauf-modell: die Hausfrauen-Ehe (Illustration: Internet)

Still und heimlich hat es sich davon gemacht, das in Luxemburg einst so beliebte Hausfrauenmodell. Nur noch vier Prozent der jungen Frauen in Luxemburg haben laut einer Umfrage vor, nach der Geburt eines Kindes ihre Erwerbstätigkeit aufzugeben, so die Soziologin Blandine Lejealle anlässlich einer Pressekonferenz des Chancengleichheitsministeriums am Mittwoch. Dies entspricht der langsam aber stetig steigenden Frauenerwerbsrate. Auch wenn die noch längst nicht den europäischen Durchschnitt erreicht hat (54,6% gegenüber 58,4% im Jahr 2006) und zu großen Teilen der Erwerbsfreudigkeit von Grenzgängerinnen und ansässigen Ausländerinnen zu verdanken ist, so hat sich doch gerade die Erwerbstätigkeit der „Stacklëtzebuergerinnen“ überproportional entwickelt. mehr lesen / lire plus

PROTECTION DES DONNÉES: Collectionnite aiguë

Interpeller une personne, prendre ses empreintes digitales et sa photo. Utiliser ce profil, plus l’accès aux banques de données administratives, pour mieux contrôler les « méchants ». Ce rêve de petit flic mégalo risque de devenir réalité.

Collectionner les photos de suspects comme d’autres les timbres…

Jusqu’où encore les promoteurs d’un Etat policier abuseront-ils de notre indifférence ? Les lois et les règlements grand-ducaux se succèdent, contribuant à établir une surveillance toujours plus complète de l’ensemble des citoyen-ne-s. Une nouvelle étape est en train d’être franchie avec le projet de loi 5563, qui vient d’être avisé par le Conseil d’Etat et sera maintenant examiné par les député-e-s. mehr lesen / lire plus

FINDEL-URTEIL: Vergiftetes Erbe

Das jüngste Urteil gegen den Findel-POS zeigt, dass die politische Klasse nichts dazugelernt hat.

Mit falschen Mitteln ein unsinniges Ziel verfolgen – das ist es, was Luxemburgs Regierungen seit über zehn Jahren in Sachen Findel vorexerzieren. Und immer wieder geben die Gerichte jenen recht, die gegen die zweifelhaften staatlichen Genehmigungsverfahren klagen. Vor zwei Wochen wurde in erster Instanz der Klage von Grundbesitzern stattgegeben, deren Immobilien im "Plan d’occupation des sols" (POS) von 2003 nicht mehr als Bauland eingestuft werden. Das sei im Plan unzureichend begründet, befand das Gericht, und stellte damit die Rechtmäßigkeit des ganzen POS in Frage.

Besagter Plan sollte, über die Köpfe der betroffenen Gemeinden hinweg, die Grundlage für alle Neubauten im Findel-Areal legen. mehr lesen / lire plus

CSV: Im Zweifelsfalle rechts

Innerhalb weniger Monate hat das Image der CSV als moderne, fortschrittsorientierte Partei zu bröckeln begonnen. Die unumgänglich gewordene Positionierung zu Gesellschaftsfragen macht sichtbar, dass die Partei längst nicht an konservativem Potenzial eingebüßt hat.

Eine Regierung ohne CSV? Anlässlich des woxx-Rundtischgesprächs vor einigen Wochen brachten die eingeladenen Herren Politiker mit unterschiedlichen Argumenten ihre Skepsis über die Realisierbarkeit einer Ampelkoalition zum Ausdruck. Dabei kam jedoch ein Aspekt zu kurz: dass es – im Unterschied zu den Siebzigerjahren – weder linke Aufbruchstimmung noch Ras-le-Bol-Gefühl bei den WählerInnen gegenüber einer christlich-sozial geführten Regierung gibt.

Dies ist vor allem einem Jean-Claude Juncker zu verdanken, der es seit seinem Amtsantritt versteht, sich selbst und seiner Partei ein modernes und aufgeschlossenes Image zu verschaffen. mehr lesen / lire plus

SOMMET EUROPÉEN: Echec exclu, réussite impossible

La hantise de l’échec a marqué les négociations sur le mini-traité. Mais marchander sur les formes plutôt que sur le fond et passer par-dessus les têtes des parlementaires et des citoyen-ne-s européen-ne-s, ce n’est pas cela qui sauvera l’Union.

Madonne en gloire (détail),
Carlo Dolci, Musée Stanford,
Etats-Unis.
(Source: Wikipedia Commons, David Monniaux, GNU Free Documentation License)

Lors de la célébration des 50 ans des traités de Rome en mars dernier, deux défis se posaient aux leaders européen-ne-s : trouver un accord sur un nouveau texte constitutionnel d’une part, rapprocher l’Europe des citoyen-ne-s de l’autre.

Le premier défi a été relevé, et un texte de compromis doit être adopté dans les heures qui viennent au sommet informel à Lisbonne. mehr lesen / lire plus

RÉFORME FISCALE: Une cuillerée de justice sociale

Le bonus enfant remplace les abattements fiscaux et établit plus de justice sociale. Quelques imperfections viennent tempérer notre enthousiasme.

Ne faisons pas la fine bouche. Le paquet fiscal que vient d’annoncer Jean-Claude Juncker est plus sociale que ce qu’on attendait. En plus d’un ajustement substantiel des barêmes d’impôt, les ménages avec enfants bénéficieront du « Kannerbonus ». Certes, nous sommes loin d’un impôt négatif, et même le terme de crédit d’impôt, avancé par le premier ministre, prête à confusion. En effet, le nouveau bonus fiscal de 922,5 euros par enfant par an bénéficiera à tous les ménages : ceux qui payent des impôts et ceux qui n’en payent pas, que ce soit parce qu’ils sont sans revenu salarié ou parce que leur revenu est trop faible pour payer des impôts. mehr lesen / lire plus

GOUVERNEMENT SANS CSV: Rouge-bleu-vert

Le 9 octobre, le woxx organise un débat sur la question « Un gouvernement sans CSV est-il possible ? ». Sans se faire trop d’illusions, il s’agit de voir quelles avancées pourraient en découler.

Cela fait maintenant 28 ans que le CSV est présent au gouvernement. Depuis la fin de la seconde guerre mondiale, il les a tous dirigés à l’exception de la législature 1974-1979 qui fit place à une coalition DP-LSAP emmenée par feu Gaston Thorn. Et c’est encore sans compter les gouvernements d’avant-guerre, dans lesquels le prédécesseur, le « parti de la droite », était souvent présent. Il n’est donc pas étonnant que d’aucuns parlent d’Etat-CSV, un peu comme si la constitution contenait un article officieux stipulant qu’à « l’issue des élections, le CSV choisit, en fonction des résultats électoraux, son partenaire de coalition ». mehr lesen / lire plus

RELIGION A L’ECOLE: Leurs valeurs et les nôtres

La présence des cours de religion à l’école publique est de plus en plus mise en cause. Reste à savoir si leur remplacement par une « éducation aux valeurs » est souhaitable.

Il fallait bien que cela arrive un jour. Le Luxembourg a changé, il n’est plus cette petite communauté où seule l’église catholique avait droit de cité, faute entre autres, de concurrence sérieuse. Les nouvelles vagues d’immigration ne viennent plus seulement d’Italie, du Portugal ou de Pologne, bastions d’un fervent catholicisme. Des arrivants d’Afrique et des Balkans ont aussi été accueillis, des personnes considérant Jésus comme un prophète parmi tant d’autres, mais pour qui Mohammed est définitivement le « number one ». mehr lesen / lire plus

20 JAHRE OEKOFOIRE: Konsumrausch kompostierbar

Genuss ohne Reue verspricht seit 20 Jahren die Oekofoire. Doch Öko-Konsum schützt nicht vor Selbstbetrug.

Eine Bekannte von mir pflegte ihren Kaffee mit Süßstoff und Sahne zu genießen. Inkonsequenz, die sich rächte: An ihrem Übergewicht änderte sich rein gar nichts. Ähnlich inkonsequent benehmen wir uns, wenn es um ökologisch korrekten Konsum geht. Mit der Karre zum Waldlauf, per Allradantrieb zum Recycling-Center, von Flugzeugflügeln getragen ins Bio-Gästehaus auf Mallorca. Und wenn überhaupt Biolebensmittel, Ökoklamotten oder zertifizierte Holzmöbel gekauft werden, dann vorrangig, um dem eigenen Körper Gutes zu tun. Globalere Ziele wie CO2-Reduktion oder die Gesundheit und das Wohlergehen der ProduzentInnen spielen beim Füllen des Einkaufwagens die zweite Geige. mehr lesen / lire plus