Rechtspopulismus: Verteidiger*innen des Marienlandes

Sie verharmlosen Rassismus und schüren Hass: Luxemburgs Rechtspopulist*innen sind wieder deutlich aktiver. Ab Oktober wird das noch schlimmer werden.

Foto: CC-BY-SA KamilloMK/Wikimedia

„Seid stolz, die am wenigsten rassistischen Bürger der Welt zu sein!“ – mit einer Aussage, die jeder Grundlage entbehrt, bläst Wee 2050 in den sozialen Netzwerken zum Gegenangriff. Das Parlament hatte eine Resolution gegen Rassismus und für einen Bericht über Rassismus in Luxemburg gestimmt, und die ADR und ihr Social Media-Arm haben sich wohl angesprochen gefühlt. Muss ja auch unangenehm sein, wenn man Nationalstolz mit Persönlichkeit verwechselt hat und dann vorgehalten bekommt, dass Luxemburg beim „Being Black in the EU“-Bericht der Europäischen Agentur für Grundrechte am schlechtesten abschnitt. mehr lesen / lire plus

Covid-19: Bessere Daten bitte!

Die Zahlen der Covid-19-Neuinfektionen ziehen wieder an. Trotzdem hat die Regierung immer noch keine kohärente Strategie, wie die offiziellen Zahlen veröffentlicht werden.

Bildunterschrift: Stand der Covid-19-Neuinfektionen am 1. Juli 2020, Visualisierung von donneeen.lu

Die Pandemie ist auch in Luxemburg noch nicht vorbei. Wer glaubte, dass auf den Lockdown-Frühling ein sorgenloser Sommer mit vielen Festen folgen würde, wurde spätestens Ende letzter Woche eines Besseren belehrt. Wir werden alle noch lange jeden Abend mit Spannung auf die neusten Zahlen warten. Doch die Informationspolitik der Regierung lässt zu wünschen übrig.

Unter Covid19.lu finden sich einige grundsätzliche Angaben zu aktiven Fällen, Neuinfektionen und Demografie der Erkrankten, aber vieles davon ist nicht selbsterklärend. mehr lesen / lire plus

Mobilität: Autosommer 2020

Luxemburgs wahrhaft provinzielle Lokalpolitik verschläft die Verkehrswende. Dabei wäre die Covid-19-Krise eine wunderbare Chance gewesen.

Foto: Pixabay

Es hätte so schön sein können. Luxemburg hätte sich einreihen können in eine lange Liste von Städten und Regionen, die die Covid-19-Krise dafür nutzten, Mobilität neu zu denken. Brüssel, London, Berlin, Paris, New York, Bogotá und viele weitere Städte haben mit Pop-Up-Bikelanes zumindest eine temporäre Möglichkeit für den Radverkehr geschaffen, auch um den öffentlichen Transport zu entlasten. In Luxemburg-Stadt fuhren während des Lockdowns nachweisbar so viele Menschen wie noch nie zuvor mit dem Rad. Spezielle Maßnahmen, die dem Zweirad etwas mehr Platz gegeben hätten, wollte die Gemeinde – immerhin mitgeführt von der Autoversteher*innenpartei CSV – jedoch nicht realisieren. mehr lesen / lire plus

Mémoire : Boulonnons nouveau

Avec le plongeon libérateur de l’esclavagiste Edward Colston dans les eaux du port de Bristol, la discussion autour des statues et symboles est relancée. Le déboulonnement simple risque d’amener une amnésie collective et non souhaitable.

Photo : Richtung22

Détruire les images et représentations de souverain-e-s mal-aimé-e-s est un acte vieux comme la civilisation humaine. Déjà au 13e siècle avant notre ère, le pharaon égyptien Akhenaton en a fait les frais. Après une réforme religieuse orientée vers le monothéisme qui a mal tourné, les statues du père du pharaon Toutankhamon furent défigurées et ses emblèmes effacés des murs des temples. Et cette manie nous a accompagné-e-s depuis, les « Bilderstürmer » protestant-e-s du 16e siècle, les destructions commises en marge de la Révolution française ou encore les démontages de milliers de statues de Lénine en ex-URSS en sont le signe. mehr lesen / lire plus

Satellites grand-ducaux : N’en lancez plus !

L’affaire du satellite d’observation interpelle sur des décisions passées. Elle devrait aussi conduire à s’interroger sur les décisions à venir.

USAF; Lt Col Leslie Pratt; PD

Une « erreur de calcul » de près de 200 millions d’euros… à qui la faute ? Dans l’affaire du surcoût du satellite d’observation militaire, Étienne Schneider, ses fonctionnaires et les député-e-s se renvoient la responsabilité. C’est qu’en 2018, lors du vote à la Chambre, il était possible de savoir que le satellite coûterait deux fois plus que le chiffre inscrit dans le projet de loi. Qui savait, qui s’est tu, qui a menti ? mehr lesen / lire plus

Rassismus/Proteste: George, Adama, Oury und die Anderen

Dass die Proteste nach dem Mord vor laufender Kamera an George Floyd weit über den Atlantik schwappen, deutet auf ein tiefergehendes Problem hin. Wer etwas bewirken will, sollte weniger die USA anprangern, und sich stattdessen lokal engagieren.

(©wikimedia_PaulBecker/Becker1999)

Die neun Minuten, in denen George Floyd unter dem Knie des Polizeibeamten Derek Chauvin qualvoll erstickt, sind kaum auszuhalten. Es ist unmöglich, sich dieses Video anzusehen, ohne eine unaussprechliche Wut und Trauer zu empfinden – außer man ist Donald Trump oder eine*r seiner Anhänger*innen. Dass sich die Menschen in Minneapolis und in den ganzen USA mit Protesten Luft machen, ist mehr als verständlich. mehr lesen / lire plus

Antinucléaire et proespace : Irréprochable ?

Le Luxembourg plaide pour que les pays nucléaires assument leurs responsabilités. Mais assume-t-il les siennes ?

Pikist.com/PD

Le Luxembourg vient de se doter d’une loi réglementant la responsabilité civile en cas d’accident nucléaire. L’intention de légiférer avait été annoncée en 2018, parce qu’aucune loi ne couvrait explicitement les dédommagements pour dégâts nucléaires. Et que le Luxembourg était réticent à rejoindre l’une des conventions internationales en la matière, protégeant mieux les intérêts de l’industrie atomique que ceux des victimes.

On n’est jamais si bien servi que par soi-même. Désormais, les Luxembourgeois-es pourront se retourner contre l’entreprise responsable d’un accident, et cela sans devoir établir qu’il y a eu faute. mehr lesen / lire plus

Nach der Krise: Endlich ein Systemwechsel?

Kann es nach der Covid-19-Krise wirtschaftlich so weitergehen, wie bisher? Der Ruf der Zivilgesellschaft nach Veränderung wird immer lauter, doch in der Politik will niemand hören.

Foto: Leonhard Lenz

Am Mittwochvormittag rief der Mouvement écologique (Méco) zu einer Pressekonferenz, um seine Forderungen für den wirtschaftlichen Wiederanfang nach der Covid-19-Krise vorzustellen. Die Umwelt-NGO reiht sich ein in die lange Liste zivilgesellschaftlicher Akteur*innen, die einen Neuanfang fordern. Der lang geforderte Umbau zu einer gerechteren Gesellschaft und Wirtschaft, in denen Rücksicht auf Klima, Umwelt und soziale Ungerechtigkeiten genommen wird, er soll nun endlich Realität werden. Doch auch wenn die Zivilgesellschaft sich der bitteren Notwendigkeit dieses Schritts sicher ist: Die Politik scheint davon nicht überzeugt zu sein. mehr lesen / lire plus

Transparence : Memorandum of misunderstanding

Une petite victoire pour le Mouvement écologique (Méco), une grande potentiellement pour la société civile : l’accord de la commission d’accès aux documents pour la publication du memorandum of understanding (MOU) avec Google est une première.

© jay88ld0 – pixabay

Jusqu’ici, la loi sur une « administration transparente et ouverte » a été justement critiquée par les acteurs de la société civile, notamment en raison des grandes marges d’appréciation laissées aux administrations pour ne pas devoir divulguer certains documents jugés trop sensibles. Même si la Constitution dit expressément à l’article 37, révisé en 1956 encore sous Joseph Bech, que « les traités secrets sont abolis », le gouvernement de coalition ne voyait pas ce passage applicable aux MOU. mehr lesen / lire plus

Démocratie confinée : Insupportable

Faire voter le Ceta pendant l’état de crise montre l’outrecuidance de la majorité, qui ignore la mise sous scellés des libertés fondamentales et perd ainsi toute la maigre crédibilité collectée depuis le début de la pandémie.

© MOtty – Wikimedia

On aurait aimé mettre des airs d’opéra wagnériens en fond sonore des débats parlementaires d’hier, tellement c’était dramatique et tellement c’était pompeux par moments. La sortie zigzagante du CSV, qui démontre une fois de plus que les conservateurs sont un jour en opposition frontale et l’autre jour plus progouvernementaux que le gouvernement, aurait mérité une chevauchée des Walkyries, après le solo émouvant de l’ex-pasteur Paul Galles, qui a essayé de diluer ses remords à devoir voter un texte qui va à l’encontre de quelques-unes de ses convictions dans une motion de dernière minute. mehr lesen / lire plus

Medienpolitik: De Vlaamse Wort

Das Bistum kappt die Seile seines einst wirtschaftlich und gesellschaftspolitisch wichtigsten Schlachtschiffs. Und zieht damit einen Schlussstrich unter eine mehr als 170-jährige Geschichte.

Foto: Saint-Paul

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Das Luxemburger Bistum verkauft das Verlags- und Druckereiunternehmen Saint-Paul an Mediahuis, einen vor allem in Flandern und den Niederlanden aktiven Konzern.

Auf den ersten Blick werden so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Das Bistum kann eine nicht genannte Menge Geld für das angeschlagene Unternehmen „Katholische Kirche in Luxemburg“ bereithalten und das seit Beginn des Millenniums arg ins Taumeln geratene Medienbetrieb Saint-Paul stellt sich, mit einem starken Partner im Rücken, neuen Herausforderungen. mehr lesen / lire plus

Öffnung der Schulen: Die Suche nach dem kleineren Übel

Meinungen dazu, wie und wann die Schulen wieder öffnen sollen, gibt es viele. Eine eindeutig bessere Vorgehensweise gibt es allerdings nicht.

Screenshot change.org

Abstand halten, Mundschutz tragen. Alle zwei Stunden Hände waschen, Bänke und Spielzeug desinfizieren. Den Unterricht im Freien abhalten, wann immer es möglich ist. – So sieht momentan der Schulalltag in Dänemark aus und hierzulande dürfte es ab Mai recht ähnlich laufen, auch wenn noch manches Detail geklärt werden muss.

Die von der Regierung angekündigte graduelle Öffnung der Schulen wurde in den vergangenen Tagen kontrovers diskutiert. Kritisiert wird zum Beispiel das Vorhaben, die Klassen in zwei Gruppen einzuteilen, die abwechselnd die Schulbank drücken oder zuhause üben sollen. mehr lesen / lire plus

Exitstrategie: Sommer der Infektion

Mit Maskenpflicht und vielen Vorbehalten will die Regierung uns langsam in Richtung Normalität zurückführen. Doch sie verschweigt, dass „normal“ ganz anders sein wird.

Foto: pixabay/Al3xanderD

„Nein, es kann nicht sein, dass morgen wieder alles offen hat!“ Mit diesem Satz leitete Premierminister Xavier Bettel (DP) seine Erklärungen zur Lockerung der Lockdown-Bestimmungen ein. Ganz langsam müsse man einen Weg gehen, in dem verschiedene Sektoren zurück in die Normalität könnten. Ab Montag, dem 20. April, wird auf Baustellen wieder gewerkelt, Gärtner*innen können wieder arbeiten und Baumärkte und Recyclingcenter sind wieder geöffnet. Drei Wochen später, am 11. Mai, soll der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden, allerdings mit alternierenden Klassen. mehr lesen / lire plus

Versäumnis der EU: Offenen Auges

Es wäre nicht zuletzt die Aufgabe der EU und ihrer Institutionen gewesen, für ein worst-case-Szenario einer Pandemie zu planen.

Bild: Ronny Hartmann/EC – Audiovisual Service

Spätestens Mitte Februar musste man als Leser*in der „New York Times“ stutzig werden. Der Wahlkampf für die Kür des demokratischen Präsidentschaftskandidaten war in vollem Gang. Doch statt mit diesem Thema zu titeln, entschied sich das Blatt tagein, tagaus dafür, die Nachrichtenübersicht mit den neuesten Entwicklungen der Corona-Epidemie in Asien zu beginnen. Und diese Nachrichten waren so besorgniserregend, dass die journalistische Themenwahl keiner weiteren Erläuterung bedurfte: Was da anrollte, war gefährlich und von ungekannter Dimension.

Für die europäische Politik jedoch stellte es wohl eher ein Paralleluniversum dar. mehr lesen / lire plus

Covid-19 und Ökologie: Das wahre Virus

Sind wir Menschen ein Virus, das den Planeten bedroht, und Covid-19 die Rache der Natur? Solche Ideen sind nicht nur unsinnig, sondern richtig gefährlich.

Illu: Covert

In vielen Ländern der Welt bestehen derzeit Ausgangsverbote, die wirtschaftliche Aktivität wird auf ein Minimum zurückgefahren. Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die natürliche Umwelt. An Orten, an denen die Luft durch Autoauspuffe und Fabrikschlote stark verschmutzt war, hat sich die Luftqualität verbessert. Aus Llandudno in Wales sind Fotos von wilden Ziegen zu sehen, die munter durch die menschenleeren Straßen spazieren. Die angeblichen Delfine in den Kanälen Venedigs waren eine Falschmeldung, die dennoch enthusiastisch geteilt wurde – das Wasser ist angesichts des ausbleibenden Bootverkehrs in der Lagune jedoch klarer geworden. mehr lesen / lire plus

Post-corona : Un autre monde sera possible

La crise déclenchée par la pandémie a l’avantage de placer la société dans laquelle nous vivons dans une clarté rarement perçue. Cette limpidité pourra offrir des occasions de construire un monde plus juste – il faudra juste profiter du moment, sans forcer l’impossible.

Inimaginables. Totalement inimaginables. Pas les paroles du président de l’Union des propriétaires, l’avocat Krieger, sur les ondes du service public, qui se complaît dans l’arrogance de la haute société précrise, de celles et ceux qui se définissent par leur propriété et leur sens de classe. Mais les réactions qui presque unanimement condamnent cette posture. Même Frank Engel, à la tête du CSV, a sorti l’artillerie lourde, qualifiant l’attitude de Krieger d’« arrogante et complaisante ». mehr lesen / lire plus

Telearbeit: #Schaff doheem

Viele Berufstätige arbeiten seit der Corona-Krise von zuhause aus. Die woxx hat bereits Erfahrung mit Telearbeit und verpixelten Kolleg*innen.

Bildquelle: Daria Shevtsova/Pexels

Covid-19 „oblige“: Viele Berufstätige arbeiten zurzeit von zuhause aus. Die woxx übte sich bereits vor Ausbruch der Pandemie in Sachen Home-Office. Für den Ernstfall? Nicht unbedingt. Eher für mehr Flexibilität im Alltag und für weniger Hin- und Hergerenne mit den Öffentlichen. Trotzdem stellt die erzwungene Telearbeit auch unser Team vor das eine oder andere Hindernis. Allen voran die Internetverbindung mancher Kolleg*innen.

„Könnt ihr mich sehen?“ Die Kamera des Kollegen wackelt. „Moment, ich rufe nochmal an.“ Der Bildschirm wird erst schwarz, dann wird das Profilbild angezeigt. mehr lesen / lire plus

Fin du capitalisme, fin du monde : Tout ça pour un virus

Ce que ni la crise financière de 2008 ni la menace climatique n’ont réussi à faire, le coronavirus y parviendra-t-il ?

NIAID Rocky Mountain Laboratories, US NIH ; PD

Il y a deux semaines, la fin du capitalisme était annulée, et voici qu’elle est remise au programme. Pour être précis, le 29 février, la table ronde sur ce sujet, organisée par Déi Lénk dans le cadre du Festival des migrations, a été annulée à la dernière minute. La raison ? Les intervenant-e-s étaient « indisponibles ». Le capitalisme a donc survécu, en quelque sorte, faute de combattant-e-s pour le mettre à mort. mehr lesen / lire plus

Élections présidentielles américaines : Bernie, et ensuite?

Le radicalisme du candidat Bernie Sanders suscite de grands espoirs. Ses adeptes risquent d’être déçu-e-s, à moins que…

(Wikimedia ; Lorie Shaull 2016 ; CC BY-SA 4.0)

« J’ai une information pour l’establishment républicain. J’en ai une pour l’establishment démocrate. Ils ne peuvent pas nous arrêter. » La petite phrase de Bernie Sanders à destination des élites du parti républicain, mais surtout des élites de son propre parti, résume parfaitement la posture du candidat de gauche pour la nomination à l’élection présidentielle : son mouvement est avec le peuple, contre la caste dirigeante.

Bien plus que son programme, c’est cette posture qui nourrit tous les espoirs. mehr lesen / lire plus

Kostenloser öffentlicher Transport: Ein kleiner Schritt

Das Mobilitätsministerium vergleicht die Einführung des kostenlosen öffentlichen Transports mit der ersten Mondlandung. So richtig und wichtig die Maßnahme auch ist – das ist doch eher lächerlich.

Foto: pxfuel

Es passiert selten, dass in Luxemburg Pressekonferenzen Wochen vorher und neben zwei Landessprachen zusätzlich in englischer und spanischer Übersetzung angekündigt werden. Am Donnerstagnachmittag wurde vor allem der internationalen Presse noch einmal das Mobilitätsmärchenland Luxemburg vorgestellt: die grandios unambitionierte Mobilitätsstrategie Modu 2.0, der Verkehr in der Hauptstadt, der trotz Trambahn kaum autozentrierter sein könnte, und natürlich das Musikprogramm mit lokalen Künstler*innen.

Luxemburg wird vermutlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren einen halbwegs ordentlichen öffentlichen Verkehr haben. mehr lesen / lire plus