JEANNOT KRECKÉ: Der Macher

Ohne seine freimütigen Äußerungen wird der Luxemburger Politbetrieb ein bisschen langweiliger sein. Ein Rückblick auf die ungewöhnliche Laufbahn eines linken Politikers in Zeiten rechter Hegemonie.

Jahrzehntelang ließen sich intelligente, idealistische, politisch engagierte Menschen von einem System einspannen, das für sich selbst den Rückenwind der Geschichte beanspruchte. Sie verwandten ihre Fähigkeiten darauf, den Einsatz der Mittel zu optimieren, und vergaßen darüber, was der eigentliche Zweck ihres Engagements gewesen war. Das System war der Sowjetkommunismus, und spätestens 1989 sind auch dem letzten intelligenten Unterstützer die Augen aufgegangen.

Seit den achtziger Jahren gibt es ein ähnliches Phänomen bei Sozialdemokraten und Grünen. Intelligente, idealistische, politisch engagierte Menschen lassen sich überzeugen, dass man gegen das System gar nichts, mit ihm dagegen Beachtliches an sozialen und ökologischen Verbesserungen erreichen könne. mehr lesen / lire plus

MUELLGESETZ: Pollueur-Payeur

Nicht die Müllentsorgung wird teurer, wohl aber mancherorts die Abfuhrtaxe. Das neue Müllgesetz findet zwar viel Zustimmung, gestritten wird dennoch sehr heftig.

Sie tanzen demnächst nicht mehr aneinander vorbei:
Die regionalen Müllsyndikate Sidor, Sidec und Sigre wollen ihre Restmüllbehandlung auf einander abstimmen.

Das am Mittwoch mit 53 gegen 5 Stimmen verabschiedete Gesetz zur Müllentsorgung ist sicherlich kein Meilenstein, wie es etwa das Vorgängergesetz aus dem Jahre 1994 war, das erstmals das Verursacherprinzip „pollueur-payeur“ festhielt. Die jetzige Änderung wurde vom delegierten Minister für nachhaltige Entwicklung, Marco Schank, vor allem deshalb eingebracht, weil eine europäische Direktive aus dem Jahre 2008 europaweit einheitliche Standards für die Müllentsorgung beziehungsweise -verwertung vorsieht. mehr lesen / lire plus

DROIT DE VOTE DES JEUNES: A la place des grands hommes

Entre Grand Guignol et réflexions fondamentales, le débat à la Chambre cette semaine au sujet de l’abaissement de l’âge du droit de vote a souligné à quel point les raisons partisanes l’emportent sur les questions de fonds.

La politique, ça concerne tout le monde. Même les tous petits…

Qui croyait que le benjamin de la Chambre des député-e-s, le CSV Serge Wilmes, allait entonner ce mardi un hymne à l’abaissement de l’âge légal du droit de vote, a fait preuve d’une belle naïveté. C’était en effet au président du CSJ (Jeunesse chrétienne-sociale) de monter à la tribune parlementaire pour battre en brèche la proposition de loi du député libéral Eugène Berger qui avait pour but d’abaisser cet âge de 18 à 16 ans. mehr lesen / lire plus

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM: No Moore no more

Weg ist er – der Moore. Für rund 6 Millionen soll er verkauft worden sein. Ob daran auch eine nachlässige Kulturpolitik schuld ist?

„Zu den monumentalen Plastiken auf dem Gebiet der Hauptstadt zählt sonderzweifel die des britischen Künstlers Henry Moore vor dem Gebäude des europäischen Gerichtshofs auf dem Kirchberg-Plateau“, heißt es in einem alten Zeitungsartikel.

Die dreiteilige Bronzeskulptur, die den etwas umständlichen Titel „Three Piece Reclinig Figure: Draped“ oder kurz „dreiteilige, sich zurücklehnende Figur“ trägt, wurde in den 1970er Jahren auf ausdrücklichen Wunsch des Künstlers vor dem EU-Gerichtsgebäude auf dem Kirchberg-Plateau aufgestellt. Nach 1952, dem Jahr, in dem Luxemburg zum Sitz des Europäischen Gerichtshofes bestimmt worden war, hatte sich die Tradition herausgebildet, dass jedes neue Mitgliedsland der EU ein Kunstwerk als Leihgabe zur Verfügung stellt. mehr lesen / lire plus

Kulturkadaver 1

+++Il pleuvait doucement, l’avant-dernier jeudi, sur les photos accrochées à la palissade cachant la grue installée actuellement sur le Knuedler. Le groupe « Espace public » de la Fondation de l’Architecture avait invité au dévoilement des photos gagnantes du concours « SinCityPics ». Alors que pour le premier concours l’année dernière, le défi avait été de photographier de véritables péchés urbanistiques, cette année-ci, le thème proposé aux photographes était plus positif : « urban life, stolen moments » visait l’appropriation de l’espace urbain. Un verre de vin chaud dans une main, une brezel dans l’autre, le public pouvait apprécier plusieurs centaines de photos témoignant non seulement du succès de l’action, mais également de la diversité des facettes du sujet. mehr lesen / lire plus

Kulturkadaver 2

+++Mit seinem Dokumentarfilm „Roms en errance“ von 2008 ist dem Regisseur Bernard Kleindienst eine Nahaufnahme der schwierigen Lebensumstände der Roma und Sinti gelungen. Nicht nur der Film im vollbesetzten Raum der Erwuessebildung, auch die im Anhang stattfindende Debatte mit dem Filmautor sowie Karin Waringo, der Präsidentin der Vereinigung Chachipe, die für die Rechte der Roma eintritt, fanden am letzten Dienstag regen Anklang. Kleindienst folgt den Roma mit seiner Kamera auf die verschiedenen provisorischen Lagerstätten rund um Paris: Die Roma leben in leeren Fabrikhallen, in die sie notdürftige Baracken aus Sperrholz errichtet haben, gar in kleinen Zelten oder in Wohnwagen solange bis eine politische Instanz oder ein privater Landeigentümer die Räumung beschließt, alles niederreißt und ihre Odyssee weitergeht. mehr lesen / lire plus

Kulturkadaver 3

+++Le weekend dernier a été bien fourni pour les amatrices et amateurs de musique locale. D’abord vendredi avec les Toxkäpp qui – sans l’annoncer au grand jour – ont joué à la Soul Kitchen. Le concert n’était pas anodin, vu que c’était le dernier avant que le café sera repris par l’Atelier avoisinant, qui en fera une rallonge de sa salle de concerts. Et puis samedi le tour était aux matadors locaux de Inborn ! pour faire bouillir l’Exit07 avec leur Heat Wave microfestival qui a fait salle pleine et devrait se reproduire bientôt dans une autre « métropole » de la planète. En même temps, celles et ceux qui préfèraient les beats et la philosophie de Z-Town Massive, pouvaient aller faire un tour au Rocas, où avait lieu la release de leur premier album devant une salle pleine. mehr lesen / lire plus

SYRIE: Adopter la révolution syrienne ?

Dix mois après le début du printemps syrien, la répression ne cesse de s`abattre sur la population. Pour pallier l`inefficacité de la communauté internationale, Elias Perabo a lancé à Berlin l`initiative Adopt a revolution, une plate-forme de financement participatif en ligne pour soutenir le mouvement.

Elias Parebo est un politologue de 31 ans. Après avoir travaillé avec des activistes syriens à Beyrouth, il a fondé à Berlin l’initiative Adopt a Revolution, pour qui il travaille en tant que bénévole.

woxx : Quels sont les objectifs de Adopt a Revolution ?

Elias Perabo : En premier lieu, nous voulons permettre aux citoyens du monde entier de soutenir la résistance non-violente des Syriens. mehr lesen / lire plus

THEATER: Letztes Gefecht

Wie weit wird das Gedachte gelebt und bis zu welchem Ausmaß? Wo endet das Begehren, wo die Verführung und was bleibt, wenn die Masken fallen und der Geschlechterkampf enthemmt ausgefochten wird?

In seinem Dialogstück „Quartett“, das landläufig als eines von Heiner Müllers weniger politischen Stücken gilt, ging es dem DDR-Autor nach eigener Aussage darum, „die Struktur der Geschlechterbeziehungen freizulegen“, denn zwischen den beiden Figuren der Marquise de Merteuil und Vicomte Valmont, ihrem früheren Liebhaber, ist ein erotischer Machtkampf entbrannt.

Ihr einstiges Verhältnis auf Geschlechtstrieb und animalische Lust reduzierend, beginnen die beiden sich gegenseitig anzuspornen. Ihre Opfer: die treue Präsidentengattin Tourvel und die jungfräuliche Nichte der Marquise Volange. mehr lesen / lire plus

CLINT EASTWOOD: Der verklemmte Tyrann

Anstatt sich auf die politischen Kontroversen der Karriere des FBI-Bosses zu widmen, versucht Clint Eastwood in „J Edgar“ einen Blick in dessen Schlafzimmer zu erhaschen – und setzt damit seinen Film in den Sand.

Und immer wieder die Übermutter, die an allem Schuld ist…

John Edgar Hoover widmete sein Leben dem Department of Justice: Über 48 Jahre leitete er verschiedene Behörden des Departments, vor allem ist er jedoch als Urvater des Federal Bureau of Investigation (FBI) bekannt, das er bis zu seinem Tod im Jahre 1972 mit eiserner Faust leitete. Clint Eastwood hat sich nun die schwierige Aufgabe aufgelegt, das persönliche Leben des FBI-Leiters zu auf Zelluloid zu bannen. mehr lesen / lire plus

VIDEOINSTALLATION: Size 0

„5.200 ml“ heißt die Videoinstallation in der ein magersüchtiges Mädchen auf dem Bett sitzend Wasser und Wein trinkt. Insgesamt sind es 5.200 ml täglich, wobei zwei Liter als gesunde Höchstmenge gelten. Nach jedem Glas wiegt sie sich und notiert die Werte in ihr Tagebuch. Dabei wird sie immer wütender und ihre Handschrift unleserlicher. Der Zuschauer fungiert als Zeuge und Voyeur bei diesen Selbstverletzungen.

Das Künstlerduo „L.A. Raeven“ definiert ihre Aktionen und Videos, die zurzeit in der Ausstellung „Ideal Individuals“ im Casino zu sehen sind, als „ästhetischen Terrorismus“. Sie reflektieren dort die mediale Vermittlung von Frauenkörperbildern und stellen die Frage nach der Autonomie über den eigenen Körper. mehr lesen / lire plus

RETRAITES: Chaude, la réforme !

Travailler plus longtemps ou toucher une pension moins élevée. La proposition de Mars Di Bartolomeo est moins scandaleuse qu’elle n’en a l’air. Sa réforme des retraites constitue un bon début, mais ne suffira pas pour concilier durabilité et justice sociale.

« Les principes de cette réforme sont basés sur de simples évidences. (…) Il nous faut agir, afin de consolider l’excellent système qui est le nôtre. » Le ministre de la Sécurité sociale Mars Di Bartolomeo prépare sa défense, soupçonné qu’il est de se baser sur des chiffres fantaisistes et d’être le fossoyeur de l’assurance pension luxembourgeoise. Rassurons-le. Les principes sur lesquels est basée sa réforme sont justes, et les évidences qu’il met en avant ne sont pas fausses. mehr lesen / lire plus

IMMIGRATION: La solution « au problème rom » ?

En leur imposant des conditions de vie indignes, le ministre Schmit essaie d’endiguer le flot de demandeurs d’asile. Une méthode douteuse et contraire au droit à la protection internationale.

On l’aurait presque pris en pitié, le ministre du travail et de l’immigration Nicolas Schmit. Mais seulement presque. Alors qu’il chantait ce mardi pour la énième fois sa rengaine sur la vague de demandeurs de protection internationale qui en 2011 a submergé le Luxembourg – et donc le bureau des demandeurs d’asile, il donnait en même temps les réponses à ce qui, dans ses yeux, était le grand problème de notre pays : son attractivité pour les gueux de toutes sortes. mehr lesen / lire plus

ABRIGADO: Zeitweise Hilfe

Das alte Tox-In ist letzte Woche in neue Container umgezogen. In ein weiteres Provisorium, das eine bessere Betreuung ermöglichen soll. Aber die Öffnungszeiten sind nach wie vor begrenzt.

Der Containerbau des Tox-In mit seinem Konsumraum, seiner Tages- und Nachtstruktur, der eigentlich nur für zwei Jahre geplant war, hat den Drogenabhängigen während ganzer acht Jahre als Anlaufstelle gedient. Ein neuer Standort war dringend nötig – vor allem, da sich der Umzug in die geplanten definitiven Räumlichkeiten in der Rue d’Alsace wegen Problemen mit der Klassierung des Grundstücks auf unabsehbare Zeit verzögert.

Das Terrain, auf dem sich die Einrichtung nun befindet und das leider noch unmittelbarer an einer vielbefahrenen Kreuzung liegt, gehört dem Staat, während das Gebäude selbst durch die Stadt Luxemburg finanziert wurde. mehr lesen / lire plus

Minute de vérité à la Chambre

Le Luxembourg, une démocratie effective ? La classe politique, soucieuse de justice sociale ? Le débat et le vote sur l’index ont semé le doute. Un autre texte de loi, apparemment anodin, sur lequel la Chambre a délibéré ce mercredi, confirme que nos élites sont les otages du capitalisme mondialisé. Il s’agissait de la réforme du statut des sociétés de gestion de patrimoine familial (SPF), structure juridique semblable à celle des fameuses holdings 1929. Les chambres professionelles des salariés et celle des fonctionnaires avaient reproché au texte de favoriser les « avantages fiscaux anormaux » voire « l’exonération totale et définitive des bénéfices ». Pourtant, la commission parlementaire a adopté le texte sans discussion, et il a fallu la prise de parole indignée du député Déi Lénk Serge Urbany pour que le ministre Luc Frieden revienne sur quelques évidences : 38 pour cent du PIB proviennent de la place financière, et la structure des holdings, facteur d’attractivité, doit être remplacée. mehr lesen / lire plus

C’est pas MEGA, c’est nul

Jean Colombera n’est pas un député comme les autres. Le médecin du Nord n’hésite pas à prendre position sur des sujets auxquels son parti, l’ADR, n’ose même pas rêver. Ce fut à nouveau le cas cette semaine à travers une question parlementaire adressée à la ministre de l’Egalité des chances. Colombera s’y enquiert de la situation des personnes transgenres – qu’il qualifie sommairement d’ « hermaphrodites ». Mais, les quatre questions qu’il pose sont pertinentes, à savoir : ce que la ministre entend entreprendre pour assurer à ces personnes le droit à l’autodétermination de leur identité propre, la reconnaissance constitutionnelle d’un « troisième sexe » et l’élaboration d’une loi sur l’identité des genres. mehr lesen / lire plus

Boum !

On n’y croyait plus, tellement cette histoire a été retardée volontairement ou non par les autorités (in)compétentes. Mais voilà, dans les prochains mois, un procès contre les deux ex-gendarmes Marc Scheer et Jos Wilmes aura bien lieu. Les inculpés, qui clament toujours leur innocence, seront au centre d’un feuilleton juridique qui dépasse de loin les portes du palais de justice. Car la question que veulent soulever aussi bien les avocats que le procureur est ailleurs : c’est la hiérarchie des gendarmes qui les intéresse. Et surtout le blocage systématique de l’enquête menée à l’époque et le sort réservé aux documents et pièces à conviction qui auraient mystérieusement disparu dans les arcanes du FBI. mehr lesen / lire plus