Philosophinnen des zwanzigsten Jahrhunderts: Wider den falschen Trost

Von Frauen wird erwartet, dass sie die harte Realität mit Trost abfedern und Leid durch Mitgefühl erträglich machen. Wenn sie gesellschaftliche Veränderung unterstützen können, dann angeblich durch ihre besondere Fähigkeit, sich in andere einzufühlen. In ihrem neuen Buch widmet sich die Literaturwissenschaftlerin Deborah Nelson sechs Philosophinnen und Zeitdiagnostikerinnen des vorigen Jahrhunderts, die sich diesem Anspruch verwehrten.

Kritik erlaubt weder Trost noch falsche Versöhnung: Die Philosophin Hannah Arendt auf dem ersten Kulturkritikerkongress 1958 in München. (Foto: Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Barbara Niggl Radloff/CC-BY-SA-4.0)

„Toughe Ladies“ wollte Deborah Nelson ihr Buchprojekt anfangs nennen. Am Ende entschied sie sich gegen diesen Titel, der eher an Frauen wie die Schauspielerin Mae West denken ließ, als an Intellektuelle wie Joan Didion oder Simone Weil, um die es eigentlich gehen sollte. mehr lesen / lire plus

Psychiatriegeschichte: Zersplitterte Seelen

In „Hidden Valley Road“ erzählt der amerikanische Autor Robert Kolker die wahre Geschichte der Familie Galvin, von deren zwölf Kindern im Laufe ihres Lebens sechs an Schizophrenie erkrankt sind. Zugleich gelingt ihm auch eine Bestandsaufnahme der psychiatrischen Forschung im zwanzigsten Jahrhundert.

Als Margaret, genannt Mimi, ihren zukünftigen Mann Don trifft, sind die beiden beinahe noch Kinder, 13 und 14 Jahre alt. Don ist der erste Junge, der sie um ein Date bittet. Margaret, das Mädchen aus reichem Haus, geboren in Texas und aufgewachsen in New York, träumt von der Oper und dem Ballett. Ihr gefällt die Ernsthaftigkeit und der Ehrgeiz des gut aussehenden Mannes, der aus einfachen Verhältnissen stammt, und einen Nachmittag bei den Dodgers einem Abend in der Met vorzieht. mehr lesen / lire plus

Buch über Migration: Panoptikum der Heimatlosen

In seinem preisgekrönten Buch „Flucht“ entwirft der Historiker Andreas Kossert die Menschheitsgeschichte aus der Perspektive von Flucht und Migration. Bisweilen verliert er dabei ein wenig die Übersicht.

Sein neues Buch „Flucht – eine Menschheitsgeschichte“ könnte als Schlüssel zu mehr Verständnis für Flüchtlinge und Migranten dienen: der Historiker Andreas Kossert. (Foto: © Tobias Hein)

Immer mehr Flüchtlinge versuchen, den Ärmelkanal von Frankreich nach Großbritannien zu überqueren. Dutzende ließen dabei bereits ihr Leben. Ende November ertranken 27 Menschen, als ihr Schlauchboot bei dem Versuch, die dreißig Kilometer lange Strecke zwischen Calais und Dover zu überwinden, mit Wasser vollgelaufen war. Zwischen den Regierungen in Paris und London sorgt die Situation für Streit. mehr lesen / lire plus

Pionierin der Frauenbewegung: Emanzipation, nicht Integration

Annemarie Tröger war eine Wegbereiterin der Frauen- und Geschlechterforschung und blieb doch auf Distanz zur Akademisierung der Frauenbewegung. Nun ruft ein Band mit teils unveröffentlichten Texten die feministische Intellektuelle und ihre Kritik ins Gedächtnis.

Annemaire Tröger (1939-2013) war eine Pionierin der Frauen- und Geschlechterforschung, dennoch fehlt ihr Name in den einschlägigen Publikationen zur Geschichte der Neuen Frauenbewegung. Das hat Gründe. Der von der Gendertheorie geprägte akademische Feminismus wahrt Distanz zur frühen Frauenforschung, da das in ihr angerufene Subjekt ­Unbehagen bereitet.

Tröger, die Soziologie und Psychologie studiert hatte, betrachtete ihrerseits die universitäre Disziplinierung der autonomen Frauenbewegung kritisch und engagierte sich zeitlebens für die Schaffung außerakademischer Einrichtungen, wie des Berliner Frauenforschungs-, -bildungs- und -informationszentrums (FFBIZ). mehr lesen / lire plus

Immer den Pride Flags nach!

Der Autor und Journalist Mark Gevisser hat mit seinem neuen Buch „Die pinke Linie“ ein Referenzwerk für LGBTQ+ Geschichte geschrieben. Auf Reisen durch über zwanzig Länder dokumentiert er politische Entwicklungen und porträtiert queere Menschen.

Copyright: Suhrkamp Verlag

Ich verdanke Mark Gevisser meine erste Weltreise – und die führte an zahlreichen Pride-Flaggen entlang. In seinem Buch „Die pinke Linie. Weltweite Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechtsidentität”, 2021 in der deutschen Übersetzung im Suhrkamp Verlag erschienen, nimmt er seine Leser*innen mit in afrikanische und indische Dorfgemeinschaften, sowie an Colleges in den USA oder nach Russland, um LGBTQ+ Menschen aus aller Welt zu treffen. mehr lesen / lire plus

Lateinamerikas Rechte: Das Paradox der Mittelschicht

Ein Sammelband analysiert die länderübergreifende Rechtswende auf dem lateinamerikanischen Subkontinent. Zu den Erkenntnissen zählt auch die Einsicht, dass die dortige Linke teils Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden ist.

Mit Pedro Castillo hatte während des Präsidentschaftswahlkampfes in Peru kaum jemand gerechnet. Doch der Grundschullehrer und Gewerkschaftler siegte im ersten Wahlgang am 11. April mit 18,9 Prozent der Stimmen und tritt nun in der Stichwahl am 6. Juni gegen Keiko Fujimori an, die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori (siehe dazu unseren Artikel „Zerreißprobe für die Demokratie“ in der woxx 1634). Ein Sieg der Kandidatin der Rechten und Favoritin, die im April auf 13,4 Prozent gekommen war, würde einen Trend bestätigen, den die beiden Herausgeber des Buches „Rechtswende in Lateinamerika“, der Politikwissenschaftler und Romanist Patrick Eser sowie der Romanist Jan-Henrik Witthaus, als Ausgangspunkt für die in dem Band versammelten Aufsätze genommen haben. mehr lesen / lire plus

Rare Einblicke: Die toten Winkel unserer Welt

Dort fotografieren, wo sich niemand freiwillig hinwagt, das ist die Lebensaufgabe von Julia Leeb. Als freie Fotojournalistin berichtet sie seit über zehn Jahren aus Krisenregionen. In „Menschlichkeit in Zeiten der Angst“ blickt sie in Text und Bild auf ihre wichtigsten Reportagen zurück.

Vor fast genau zehn Jahren, im Februar 2011, begann auf dem Tahrir-Platz in Ägypten der „Arabische Frühling“. Julia Leeb war mittendrin und fotografierte; wie so oft, wenn sie sich an Orte wagt, von denen andere Menschen fliehen. Die Fotojournalistin war in den vergangenen zehn Jahren an vielen solcher Orte. Nun teilt sie einige der Eindrücke, die sie dabei gewonnen hat. mehr lesen / lire plus

Deutschland und der Holocaust: Zerstörte Sprache, verdrängte Schuld

Wie gehen die Deutschen mit der Schuld am Judenmord und am Zweiten Weltkrieg um? Das fragte eine Studie vor knapp siebzig Jahren, die nun erst veröffentlicht wurde. Sie ist weit mehr als nur ein Zeitdokument.

Auch im Sprechen über das Holocaust-Mahnmal in Berlin äußern sich unbewusste Schichten des Denkens: Deutschland werde um die Erinnerungsstätte „beneidet“, so ein Historiker anlässlich eines Festakts; der Radiosender „Deutsche Welle“ wiederum bezeichnete den Ort jüngst als „Besuchermagnet“ und fragte sich, was diesen „so einzigartig“ macht. (Foto: EPA-EFE/Clemens Bilan)

Mit einer von ihm selbst als „zugespitzt“ bezeichneten These hat sich der Politikwissenschaftler Samuel Salzborn Anfang dieses Jahres in Deutschland an die Öffentlichkeit gewagt: Die angebliche „Erfolgsgeschichte der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Geschichte“, habe es in Wahrheit nicht gegeben. mehr lesen / lire plus

Sachbuch: Einblick in die frauenhassende Incel-Szene

Mit „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ist Veronika Kracher eine hervorragende Analyse der „involuntary celibates“ gelungen. Sie zeigt nicht nur den schockierenden Hass der Szene, sondern ordnet diesen auch in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext ein.

Incels, also „Unfreiwillig im Zölibat Lebende“ sind in der Hauptsache junge Männer, die sich selbst und einander gegenseitig einreden, sie wären zu hässlich, um jemals eine Partnerin oder auch nur Sex haben zu können. Dieser Online-Kult hat in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, weil Incels Terroranschläge durchgeführt haben, wie etwa US-Amerikaner Elliot Rodger, der sechs Menschen tötete und ein hasserfülltes „Manifest“ hinterließ. mehr lesen / lire plus

Betrachtungen zur Schwulenfrage: „Ein Schwuler lernt zweimal sprechen“

Auch 21 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist Didier Eribons Buch „Réflexions sur la question gay“ ein monumentales Werk über Homosexualität, Sprache und ihre Geschichte. Es erschien letztes Jahr erstmals in der deutschen Übersetzung.

„Betrachtungen zur Schwulenfrage“ zeigt auf, wie stark negative oder verzerrte Darstellungen von Homosexualität die Öffentlichkeit und die Sprache über die Epochen hinweg dominierten. (Copyright: Vickson Santos/Pexels)

„Hast du einen Freund?“ Eine Bürokraft sitzt vor ihrem Computer und kaut Kaugummi. „Oder bist du Single?“ Kurze Stille. „Ich habe eine Freundin“, antwortet ihre Arbeitskollegin. „Fuck, tut mir leid, eigentlich achte ich darauf zu fragen ‚Bist du in einer Beziehung?‘. Ich habe lange in Berlin gelebt, ich bin total offen.“ mehr lesen / lire plus

Der Philosoph Hegel: Zeit der Eule

Zu seinem 250. Geburtstag gibt es endlich eine Biografie, die mit den Irrtümern um die Philosophie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel aufräumt und sein Denken erklärt. Klaus Vieweg präsentiert ihn als Philosophen der Freiheit.

Vordenker der modernen bürgerlichen Gesellschaft: Hegels Geburtshaus in der Stuttgarter Innenstadt. (Foto: Flickr)

Was wiegt schwerer? Die „Grundlinien der Philosophie des Rechts“, die „Phänomenologie des Geistes“ oder die Aussicht auf eine Maß Bier im Englischen Garten von München? Diese Frage habe ich mir in meiner Studienzeit vor etwa 30 Jahren häufig gestellt. Während der Philosoph Dieter Henrich, eine der Koryphäen seines Fachs und großer Experte des Deutschen Idealismus, drei Vorlesungsstunden lang in den ehrwürdigen Gemäuern der Ludwig-Maximilian-Universität unter anderem über das Denken von Georg Wilhelm Friedrich Hegel dozierte, wurde mein Durst immer größer. mehr lesen / lire plus

Dürfen wir unglücklich sein?

In „Glücksdiktat – und wie es unser Leben beherrscht“ greifen Eva Illouz und Edgar Cabanas Glücksforscher*innen an. Ein Essay, der mit der Vorstellung des selbstbestimmten Glücks bricht und das Recht auf Leid verteidigt.

Copyright: Suhrkamp Verlag AG

Aus der Suche nach dem Glück eine Lebensweise zu machen könnte also auch andere als die positiven Folgen haben, die sich viele davon versprechen (nicht zuletzt, weil sie ihnen versprochen werden)“, schreiben die Soziologin Eva Illouz und der Psychologe Edgar Cabanas in „Das Glücksdiktat“. Einen Satz weiter heißt es: „Dieses Streben könnte sich als eine erschöpfende, obsessive und letztlich enttäuschende Erfahrung erweisen.“ Diese Zeilen fassen den Essay der Autor*innen, der 2019 auf Deutsch im Suhrkamp Verlag publiziert wurde, grob zusammen. mehr lesen / lire plus

AktenEinsicht: „Es nützt nichts, immer nur dazusitzen und die arme misshandelte Frau zu sein“

Die Fachanwältin Christina Clemm erzählt in ihrem Buch „AktenEinsicht“ Geschichten weiblicher Gewaltopfer. Dabei geht es nicht ausschließlich um Frauen. Ein Buch über Polizeigewalt, Rechtsextreme, Islamophobie und Opferbeschuldigung.

Die Anwältin Christina Clemm widmet ihr Buch „AktenEinsicht“ Frauen, die Hass und Gewalt nicht überlebt haben. (© Verlag Antje Kunstmann)

Christina Clemm kennt viele Schicksale. Schicksale, hinter denen Menschen stecken, die selten Gehör finden. In „AktenEinsicht“ verschafft sie weiblichen Gewaltopfern Raum. Clemm ist unter anderem seit 25 Jahren Nebenklagevertreterin von Opfern häuslicher Gewalt. Als Rechtsanwältin hat sie sich zudem auf die juristische Bearbeitung rassistischer, geschlechtsspezifischer und homophober Gewalt spezialisiert.

In ihrem Buch hinterfragt Clemm in acht Kurzgeschichten, die wahren Begebenheiten nachempfunden sind, patriarchale Gesellschaftsstrukturen und Fremdenfeindlichkeit inner- und außerhalb der Gerichtssäle. mehr lesen / lire plus

Réserve sanitaire: CDDs werden nun doch fortgeführt und eine Schülerin meldet sich zu Wort

Überraschende Wende in der Affäre um die Verträgen, die Krankenpflege-Schüler*innen im Rahmen der „Réserve sanitaire“ erhalten haben. Außerdem meldete sich eine Schülerin erneut bei der woxx und räumt mit einem gängigen Missverständnis auf.

Foto: SIP/JULIEN WARNAND

In ihrer aktuellen Print-Ausgabe berichtete die woxx über die Situation von Krankenpflege-Schüler*innen, die als Teil der „Réserve sanitaire“ an erster Front gegen Covid-19 kämpfen: Stress, schwierige Arbeitsbedingungen und befristete Verträge, die einseitig „gekündigt“ wurden, obwohl dies arbeitsrechtlich nicht vorgesehen ist .

Mehrere Versuche, das Gesundheitsministerium telefonisch zu erreichen und eine Stellungnahme einzuholen, scheiterten. Hinter den Kulissen war man aber offensichtlich nicht untätig: Am Samstagnachmittag erreichte die Schüler*innen eine E-Mail ihrer Schule. mehr lesen / lire plus

„Wir“ von Tristan Garcia: Wer „Wir“ sagt, muss auch „Andere“ sagen

Tristan Garcia untersucht in seinem philosophischen Essay kollektive Identitäten. Über das Buch, den „Wir“-Begriff in Corona-Zeiten und die Fernsehsendung „1, 2 oder 3“.

Tristan Garcias „Wir“ erschien 2018 in der deutschen Übersetzung von Ulrich Kunzmann im Suhrkamp Verlag. Unter „Nous“ wurde das Buch bereits 2016 auf Französisch bei Grasset Éditions publiziert.

„Der ‚Kampf der Kulturen’, die Debatte um ‚den’ Islam, um Geflüchtete, Rassismus, Feminismus oder ‚politisch korrekte’ Sprache, um die Rechte der Tiere – immer geht es darum, im Namen eines ‚Wir’ zu sprechen, sich abzugrenzen oder zu inkludieren, sich zu mobilisieren und zu organisieren. Die Intensität dieser Wir-Bildungen nimmt wieder enorm zu“, steht in der Inhaltsbeschreibung zu Tristan Garcias Buch „Wir“. mehr lesen / lire plus

Kritische Theorie: Wohin die Reise geht

Lange Zeit galt Friedrich Pollock als bloßer Verwalter der „Frankfurter Schule“. Eine umfassende Biographie rückt ihn nun als bedeutenden Gesellschaftskritiker ins Zentrum.

Ein Fabrikantensohn, der das Privateigentum abschaffen wollte; ein Jude, der vom Judentum nichts wissen wollte; ein Professor, der wenig publizierte; ein Ökonom, der sich an der Börse verzockte; ein Kommunist, der den Marxismus für anachronistisch hielt – es sind schillernde Attribute, mit denen sich die Vita des Mitbegründers des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (IfS) beschreiben ließe. Doch als Friedrich Pollock am 16. Dezember 1970 im Alter von 76 Jahren in Montagnola im Tessin verstarb, war in einem Nachruf im deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“ seine Rolle als „Gelehrter“ kaum der Rede wert. mehr lesen / lire plus

Emotionsforschung: Ein politisches Gefühl

Der Ekel sei eine unterschätzte Empfindung und präge politische Präferenzen, behauptet der Philosoph Philipp Hübl. Man sei derlei Gefühlsneigungen allerdings nicht hilflos ausgeliefert, über die Vernunft seien Neukalibrierungen möglich.

Vertritt zum Teil steile Thesen: der Philosoph Philipp Hübl. (Foto: © Juliane Marie Schreiber)

In seinem neuesten Buch beschäftigt sich der Philosoph Philipp Hübl mit der Frage, wie unsere Gefühle und die Vernunft unsere Moralvorstellungen prägen und um Deutungshoheit ringen. Die Lektüre zieht einen regelrecht in ihren Bann. Dank der darin verwendeten lebensnahen Beispiele ist das Buch zugleich unterhaltsam und in seinen Grundzügen informativ. Gestützt wird Hübls Analyse durch empirische Studien über Urteile und beobachtbare Verhaltensweisen. mehr lesen / lire plus

Utopie: Die Neuerfindung Afrikas

In seinem Buch „Afrotopia“ formuliert Felwine Sarr eine kulturalistisch geprägte Kapitalismuskritik. Der afrikanische Autor fordert eine neue Vision für seinen Kontinent, verbindet dies jedoch mit einem eher unkritischen Blick auf traditionelle Gesellschaftsformen.

Entwirft ein postkoloniales Afrika, 
das sich neu erfindet: 
der senegalesische Autor und Ökonomieprofessor Felwine Sarr. (Bildquelle: Youtube)

Die junge senegalesische Preisträgerin eines Sprachwettbewerbs des „Institut français“, Bousso Dramé, schlägt nach Erhalt eines französischen Visums die erteilte Einreiseerlaubnis aus. Die Gründe dafür legt sie in einem Schreiben an den französischen Botschafter dar, unter anderem nennt sie die Respektlosigkeit, mit der sie vom Botschaftspersonal behandelt worden war.

Ein Vorfall, der 2013 für reichlich Wirbel in der Presse und in den sozialen Netzwerken sorgte. mehr lesen / lire plus

Gilets jaunes
: Eine Weste für alle?

Eine recht positive Deutung der Gilets jaunes liefert Luisa Michael in ihrem Buch „Wir sollten uns vertrauen“. Die in Paris lebende Autorin begreift die Bewegung vor allem als sozialen und politischen Lernprozess.

Ignorieren der bestehenden Organisationsmodelle: Protest der Gilets jaunes im März 2019 in Paris. (Foto: EPA-EFE/JULIEN DE ROSA)

Die Gilets jaunes scheinen wieder da zu sein. Jüngst kam es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Anhänger*innen jener Protestbewegung, die niemand so recht versteht, die aber auch irgendwann niemand mehr ignorieren konnte. 2018 tauchten sie scheinbar aus dem Nichts auf, die Demonstrant*innen, die nichts miteinander zu verbinden schien als ihr gelbes Kleidungsstück und der Ruf nach dem Rücktritt des französischen Präsidenten Macron. mehr lesen / lire plus

Auf der Route der Befreiung

Wer sich auf die Spuren der Befreier von der Nazi-Herrschaft begeben will, kann das zum 75. Jubiläum mithilfe eines neuen Reiseführers tun. Berücksichtigt werden nicht nur die Routen der westlichen Alliierten, sondern auch jene der Roten Armee.

Nicht nur dank Fotos in Erinnerung: Manche der Kinder von einst erzählen noch heute begeistert von der Ankunft der „Amerikaner“. (Bilder und Bildrechte: Tony Krier/Photothèque Ville de Luxembourg)

Für die Befreier konnte die Situation auf ihrem Vorstoß in Richtung Deutschland manchmal ganz schön verwirrend und unübersichtlich sein. So wussten auch manche US-Truppen bei der Befreiung Luxemburgs zunächst gar nicht, wie ihnen hier geschah.

„Wir erreichten die Stadt Luxemburg im frühen Herbst, als das Großherzogtum erst teilweise befreit war. mehr lesen / lire plus