LIVE-ROLLENSPIEL: Stirb, Ork!

Gérard Kraus organisiert Rollenspiele. Seit fast zehn Jahren erkundet er die Fantasy-Welt. Hingebungsvoll widmet er sich seinem Hobby, ohne dabei die dunklen Seiten der Rollenspiel-Kultur auszublenden.

Gérard Kraus (rechts) im Kampf mit einem Ork.

„Ein Live-Rollenspiel ist eine Mischung aus Fantasy-Spiel und Laientheater“, beschreibt Gérard Kraus, Président der Magic Association Luxembourg (MAL) sein Hobby. Wenn er bei den Gemeinden anfragt, um eine Burgruine oder ein Waldstück benutzen zu dürfen, spricht er von einer „Nuetsrallye“. „Das ist ein Begriff, mit dem die Verwaltung etwas anfangen kann“, so der Rollenspieler. Eigentlich geht es darum, dass mehrere Dutzend Personen Kostüme überziehen, durch den Wald laufen und so tun, als befänden sie sich mitten in einem Herr-der-Ringe-Film. mehr lesen / lire plus

MAMMERENT: Schaukampf

Die juristische Kritik am Regierungsbeschluss zur Erziehungszulage geht am eigentlichen Problem vorbei.
Nicht die Legalität der Regelung, sondern die Mammerent an sich gehört in Frage gestellt. Und die Art, wie die Entscheidung getroffen wurde.

Es ist eine merkwürdige Allianz, die das neue Finanzierungsmodell der Erziehungszulage hervorgerufen hat: Gewerkschaften und Arbeitgeberorganisationen, die DP und das ADR, der Staranwalt Gaston Vogel und der Tripartite-Veteran John Castegnaro wehren sich dagegen, dass die Mammerent künftig von den Rentenkassen statt vom Staat bezahlt werden soll. Dabei betonen die meisten KritikerInnen, die Erziehungszulage sei „eine gute Sache“, aber: Das Finanzierungsmodell der neuem Regierung sei ein Verrat an den Rententisch-Abmachungen und ein Betrug an den BeitragszahlerInnen. mehr lesen / lire plus

KOALITIONSABKOMMEN: Rote Rosinen im schwarzen Kuchen

In der CSV wurde das Koalitionsabkommen fast einstimmig begrüßt. Die sozialistische Basis tat sich schwer damit. An Gründen dafür fehlt es nicht: Mammerent, Werteunterricht, Euthanasie und Wohnungspolitik.

Viel Glück, kleine Lokomotive
(Foto: Tom Wagner/SIP)

„Die meisten unserer Ideen wurden in das Koalitionsabkommen aufgenommen“, versicherte die LSAP-Führung den KongressteilnehmerInnen am Freitag vor einer Woche wieder und wieder.“ Glauben mochte das niemand so recht. Etwas anderes bewirkte, dass sich am Ende eine breite Mehrheit der Delegierten für die schwarz-rote Koalition aussprach: die Überzeugung, dass bei den Verhandlungen nicht mehr zu holen war. Die Verhandlungsspielräume wurden allerdings nicht dazu benutzt, mehr Forderungen aus dem LSAP-Wahlprogramm durchzusetzen. mehr lesen / lire plus

MORGAN SPURLOCK: Big Mac, Big Dreck

Was passiert, wenn man sich nur von Fast Food ernährt, zeigt der Film „Super Size Me“. Der Versuch, McDonalds auf die Anklagebank zu bringen, gelingt nur teilweise.

Zunehmen unter ärztlicher Aufsicht: Morgan Spurlocks regelmäßige Check-ups geben schnell Anlass zur Sorge.

„Everything is bigger in America“, mit diesem Satz beginnt der Film „Super Size Me“ von Morgan Spurlock. Gemeint sind die Portionen bei McDonalds: 1,89 Liter Cola beim Super-Size-Menü gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Gemeint sind auch die AmerikanerInnen selber: Die Zahl der Übergewichtigen und Fettsüchtigen ist ebenfalls Weltrekord.

„Super Size Me“ untersucht die Zusammenhänge zwischen Fast Food und Ernährungskrankheiten. mehr lesen / lire plus

www.dromadaire.com: Cyber-voeux

Nous communiquons de moins en moins par des lettres et des cartes postales et de plus en plus par courrier électronique. Pas étonnant que les traditionnelles cartes de voeux soient de plus en plus remplacées par leur équivalent virtuel. Dromadaire affirme être le plus grand site français avec plus de 4.000 motifs de cartes et 500.000 visiteur-se-s par mois. Le choix est grand et inclut des rubriques originales: à côté de l’humour et de l’amour on trouve l’insulte et la rupture. Les grands classiques – animaux, fleurs, anniversaires, naissances, examens – sont parfois un peu kitsch. Mais il y a aussi des animations parfois très sophistiquées, comme par exemple le court-métrage d’un bonhomme en train de faire des crêpes qui se termine de manière surprenante (rubrique gastronomie). mehr lesen / lire plus

KRANKENKASSEN: Reformreigen

Im Ausland wird versucht, die chronischen Defizite der Krankenversicherungen in den Griff zu bekommen, ohne dass die Lohnnebenkosten explodieren. Luxemburg bleibt aber nicht verschont.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi dopt ihre Postkartenkampagne gegen die Gesundheitsreform mit Pecunianonolet (lat. für Geldstinktnicht).

Luxemburgs Koalitionspartner streiten um die Ressorts. Für eines allerdings dürfte Kandidatenmangel herrschen: die Gesundheitspolitik. Die Unzufriedenheit der ÄrztInnen, die Sturheit der Sozialpartner und ein voraussichtliches Krankenkassendefizit von 100 Millionen Euro im Jahre 2005 machen dieses unattraktiv.

Einerseits gleicht es einer Sisyphusarbeit, in harten Verhandlungen die alljährlichen Budget-Löcher zu stopfen. Andererseits ist es noch schwieriger, grundlegende Reformen durchzusetzen, die ein längerfristiges Gleichgewicht des Krankenkassenhaushalts ermöglichen. mehr lesen / lire plus

NAOMI KLEIN: One world, no logo

Naomi Klein wurde durch ihr Buch No Logo bekannt. AutorInnen geraten manchmal in den Schatten ihrer Bestseller und werden vergessen. Bei Naomi Klein wäre das schade, ist sie doch eine großartige politische Journalistin. Davon kann man sich auf ihrer Site www.nologo.org überzeugen, die Texte aus den vergangenen vier Jahren vorstellt. Die Artikel, die sie für diverse englischsprachige Zeitschriften verfasst hat, verbinden Live-Berichte aus allen Winkeln der globalisierten Welt mit Hintergrundinformationen und Kommentaren. So stellt sie in „When Some Lives Matter More Than Others“ den Tod von Rachel Corrie in Gaza und die Rettung von Jessica Lynch im Irak gegenüber. Dass sie nicht nur scharf, sondern auch schnell und präzise analysieren kann, zeigt sie mit „Privatization in Disguise“, geschrieben noch vor dem offiziellen Ende des Irakkrieges. mehr lesen / lire plus

BEAMTENSTATUT: Weichenstellung

Im Kampf gegen die Rentabilitätslogik halten die EisenbahnerInnen an ihrem Statut fest. Das ist gerechtfertigt, bringt aber nicht automatisch sozialen Fortschritt.

In den vergangenen Wochen wurde viel über die CFL-Strategie diskutiert. Bei der Bilanzpressekonferenz der Eisenbahn-Direktion und bei der Militantenkonferenz der Gewerkschaften wurden Argumente aufgetischt, die seit Monaten bekannt sind. Keine Überlebenschance ohne Sparmaßnahmen, so die einen, keine Reformen ohne die Belegschaft einzubeziehen, so die anderen. Dabei geht es vor allem darum, Einfluss zu nehmen auf das Koalitionsabkommen, das derzeit zwischen CSV und LSAP ausgehandelt wird.

Inhaltlich also nichts Neues, wäre da nicht eine kleine Bemerkung, die der Präsident des CFL-Verwaltungsrats, Jeannot Waringo, bei der Bilanzpressekonferenz fallen ließ. mehr lesen / lire plus

KOALITIONSVERHANDLUNGEN: Roter Punkt im schwarzen Feld

Das Stück vom Koalitionskuchen, das sich die LSAP abschneidet, wird nicht sehr groß ausfallen. Und es könnte vergiftet sein.

LSAP-Wahlkampf: 99 Luftballons, 100-Punkte-Programm. Wie viele werden die Koalitionsverhandlungen überleben?
(Foto: Christian Mosar)

Jean Asselborn ist wegen seiner direkten und freundlichen Art in der Partei allgemein beliebt. Doch es gibt auch Mitglieder, die den LSAP-Parteipräsidenten nicht mögen. Die erzählen derzeit hämisch, ihr Spitzenkandidat lerne fleißig Englisch im Hinblick auf den ihm zustehenden Posten als Außenminister. Man malt sich dabei die verzweifelten Bemühungen des Gemeinde- und Parteipolitikers aus, sich im Schnellverfahren das Handwerkszeug des echten Jet-Set-Politikers anzueignen. Und sein enttäuschtes Gesicht, wenn Jean-Claude zu ihm sagen wird: „Jhang, du hast das doch nicht ernst gemeint?“

Dass Jean Asselborn nicht der geborene Außenpolitiker ist, wusste man spätestens, als er vor 16 Monaten Erklärungen stammelte, warum seine Partei gegen den Irak-Krieg ist. mehr lesen / lire plus

I-TUNES: i-Frust

www.apple.com/itunes

Wie bitte, i-Tunes hat sich in Luxemburg niedergelassen? Dieser tolle Online-Shop, bei dem man ganz legal Musik herunterladen kann … für 99 Cent das Stück, immerhin. Zur Neugier kommen die Erfahrungen aus der benutzerfreundlichen Apple-Computer-Welt hinzu. Also mal schnell i-Tunes ausprobieren. Der erste Versuch schlägt fehl: Die Adresse itunes.lu gibt’s nicht. Fündig wird man unter www.apple.com/itunes: „Kaufen Sie Musik legal per Mausklick“, heißt es dort. Doch so viel man auch klickt, auf dem Bildschirm erscheinen nur Erklärungen, was i-Tunes alles zu bieten hat. Ach ja, dieser Knopf „Laden Sie i-Tunes“. Man muss erst eine spezielle Software installieren. Die ist 19,7 Megabyte schwer und läuft nur unter Windows XP und System X – also auf keinem der woxx-eigenen Macs. mehr lesen / lire plus

LINKE UND WAHLEN: Veränderung vertagt

Die LSAP in Koalitionsverhandlungen, die Grünen gestärkt, Déi Lénk in der außerparlamentarischen Opposition. Kein Grund zum Jubeln.

„Eng aner Welt ass méiglech“, versicherte Déi Lénk auf ihren Wahlplakaten. Aus dem schlechten Abschneiden der linken Gruppierung könnte man schließen, dass eine andere Welt doch nicht möglich ist – oder zumindest nicht erwünscht. Doch was Déi Lénk als Slogan aufgegriffen hat, wie vor ihr die GlobalisierungskritikerInnen, zieht sich seit Jahrhunderten wie ein roter Faden durch die Geschichte der Linken: die Aussicht auf eine andere, bessere Welt.

Bei der LSAP ist dieser Faden reichlich ausgedünnt. In welchem Maße und wie die Welt zu verändern wäre, darüber gehen die Meinungen in der Partei weit auseinander. mehr lesen / lire plus

UMWELTPOLITIK: Mehr war nicht drin

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt ein Sprichwort. Zieht man Bilanz in Sachen Umweltpolitik, so gibt es für die nahe Zukunft wahrlich nicht viel zu hoffen.

„Wir wollen mehr“, titelte der Kommentar der ersten woxx-Nummer, die zur Ökofoire 2000 erschien. Die Überschrift bezog sich auf die gerade angekündigten Solarstrom-Fördertarife. Nicht dass uns die Vergütungen zu niedrig erschienen – es waren die höchsten in Europa. Aber es war das erste positive Zeichen, das der seit einem Jahr amtierende Umweltminister Charles Goerens (DP) setzte – nach dem von den Liberalen verschuldeten Tram-Debakel und Rückschritten beim Naturschutz Bravo, schrieben wir deshalb, und forderten mehr von diesen ermutigenden Zeichen. mehr lesen / lire plus

DATENSCHUTZKOMMISSION: Profit gegen Privatsphäre

Die Invasion der RFID-Etiketten wird auch vor Luxemburg nicht halt machen. Die Nationale Datenschutzkommission bereitet sich auf die Verteidigung vor.

In Luxemburg, wo „jedeR jedeN kennt“, nimmt man es nicht übel, auf der Straße oder im Supermarkt von Unbekanten angesprochen zu werden: „Sie sind doch die Schwester von …“ oder „Du bist doch der Sohn von …“ Ob es den EinwohnerInnen aber auch Recht sein wird, beim Tanken gefragt zu werden: „Ihre am 4.9.2002 gekauften Kimberland-Schuhe lassen auf Naturverbundenheit schließen, Herr X. Dürfen wir Sie zu einer Probefahrt mit unserem neuen Terrestra-Jeep einladen?“ Die RFID-Etiketten, die sich schon bald in allen Konsumartikeln wiederfinden könnten, machen so etwas möglich. mehr lesen / lire plus

GEHEIMDIENST: Kontrolle nur auf Anfrage

Die Reform des Service de renseignements wird mit viel Misstrauen aufgenommen. Kritikpunkte sind die verstärkte Ausrichtung auf die „innere Sicherheit“ und das Fehlen einer effizienten Kontrolle.

Nellie, die Flugmaschine aus „Man lebt nur zweimal“.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich das politische Bewusstsein verändert. Zum Beispiel in Sachen Geheimdienst: In den 70er Jahren galt es unter luxemburgischen Linksliberalen und SozialdemokratInnen als schick, für seine Abschaffung zu plädieren. Mittlerweile klingen sogar die Stimmen vom äußersten linken Rand des politischen Spektrums „vernünftiger“: Gefordert werden vor allem strengere Auflagen, eine wirksamere Kontrolle und eine Verschiebung der Reform des Geheimdienstes bis nach den Wahlen. mehr lesen / lire plus

ETAT-PROVIDENCE: Subsidiarité contre solidarité

Faire payer plus aux riches permettrait-il de renflouer les caisses de l’assurance maladie? En considérant la valeur symbolique d’une telle mesure, cela apparaî t comme une fausse bonne idée.

Lancée par Jean-Claude Juncker il y a quelques semaines, l’idée d’une franchise pour les gens aisés au niveau des remboursements de l’assurance maladie soulève la question du pourquoi et du comment de l’Etat-providence („Sozialstaat“).

A première vue, rien de plus juste qu’une telle mesure. L’assurance maladie, en butte à des difficultés financières, se tourne vers ceux et celles auxquel-le-s on peut demander de payer plus. Les gens à revenus modestes continuent à être entièrement couverts et les riches sont couverts contre les grands risques qui entraî nent des coûts supérieurs à la franchise. mehr lesen / lire plus