FLÜCHTLINGSHEIM DON BOSCO: Luxemburgs offene Wunde

Das Asylbewerberheim auf dem Limpertsberg ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die in Luxemburg einen Asylantrag stellen. Wenngleich sich die Bedingungen unter der Zuständigkeit des Roten Kreuzes merklich gebessert haben, bleibt das Don Bosco doch ein störender Fleck in der umgebenden Wohlstandslandschaft.

Gos Seidi hat es mit seiner hochschwangeren Frau und seiner einjährigen Tochter bis nach Luxemburg geschafft. Er will einfach nur Ruhe.

„Um Lampersbierg sinn och fei Leit si wunnen hanner feine Mauren ? di beschte Schoulen ginn et hei“ singt Serge Tonnar in seinem Lied „Kossovomoss“ ? und „oben am roten Berg gleich neben dem Cours Universitaire, da ist jetzt wohl ein Ghetto, das ist so gar nicht elitär“, heißt es weiter. mehr lesen / lire plus

MAROKKO: Feminismus mit vielen Facetten

Dem König sei Dank verbesserte sich vor sieben Jahren die Situation der Frauen in Marokko vor dem Gesetz. Dafür kämpfte vor allem die Frauenbewegung. Ihre Bilanz der Reform ist gemischt. Und auf die Frage, was heute Feminismus ist, gibt es im Land der Gegensätze viele Antworten.

Säkular, islamisch, islamistisch.
Marokkos Frauen kennen viele Welten. Ihre Frauenbewegungen auch.

Assisa glaubt nicht mehr ans Heiraten. Und nicht mehr an die Männer. „Sie nehmen die Ehe nicht ernst“, sagt die junge Marokkanerin mit fester Stimme. Weder Wehleid noch Abscheu sind in ihren Zügen zu erkennen. Dabei hätte sie dazu jeden Grund. Assisa sitzt uns in einem kleinen Büroraum im Untergeschoss des „Centre Tilila“ gegenüber und schildert ihre grausamen Ehe-Erfahrungen. mehr lesen / lire plus

GROSSREGION: Bahn-Renaissance

Mit ihrem Buch „Auf die Schiene mit der Großregion“ plädieren Reinhard Klimmt und Werner Ried für den Ausbau des Schienennetzes der Großregion. Eine theoretische und praktische Begegnung.

Tendenz: rückläufig. Die Großregion hat prinzipiell viel Schienenpotenzial wie die handgemalte Wandschmuckkarte von 1891 im ehemaligen Direktionsgebäude der Pariser Gare de l’Est zeigt. Leider wurde in den letzten Jahren mehr Schiene ab- als aufgebaut.

Der prasselnde Regen hat sich in dicke weiße Schneeflocken verwandelt. Während die Temperatur weiter unter null Grad Celsius sinkt, steigt die unbehagliche Vorahnung in mir auf, dass meine bevorstehende Busfahrt von Saarbrücken nach Luxemburg nicht einfach werden wird. Als mein Mitbewohner mir per SMS mitteilt, dass in Luxemburg alles im Schneechaos steckt, beschließe ich endgültig, die Buchvorstellung in der Villa Europa in Saarbrücken schon kurz vor ihrem Ende zu verlassen, um noch sicher einen Bus nach Luxemburg zu erwischen. mehr lesen / lire plus

DADAISTISCHES ENSEMBLE: „Volle künstlerische Freiheit“

Im September nahm das neu gegründete Atelier Protégé de l’Art Visuel et de la Scène der Ligue HMC „Collectif DADOFONIC“ seine Arbeit auf. Wichtigster Grundsatz des vierzehnköpfigen Künstlerensembles: den Fähigkeiten jedes Einzelnen gerecht zu werden.

Zwischen virtuosem Tanz und Akrobatik. Probe mit bunten Fahnen.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Diesen Zauber zu halten oder zumindest den Anspruch, seinem Job mit Begeisterung nachzugehen und diesen Enthusiasmus aufrechtzuerhalten ist die Kunst ? auch für die DarstellerInnnen des gerade gegründeten „Collectif DADOFONIC“. Ihr Job ist es, Theater zu spielen und magische Momente zu schaffen. Am Beginn stand die Idee von der Gründung einer inklusiven Darsteller-Gruppe. mehr lesen / lire plus

ARCHITEKTUR: Begegnung mit Baukunst

Die 12. Architekturbiennale steht unter dem Motto „Leute treffen Architektur“ – so breit und weltläufig, wie dieses Leitmotiv angelegt ist, so vielfältig sind die architektonischen Interpretationen.

Unprätentiös. Der russische Pavillon zeigt eine Videoinstallation in alten Gemäuern.

Während am Canal Grande und rund um den Markusplatz die Luft förmlich steht, weht durch die Werfthallen der Arsenale und durch die weitläufigen Giardini in diesem Jahr ein frischer Wind. Die 12. Architekturbiennale hat ihre Tore geöffnet und präsentiert sich weltoffen. „Leute treffen sich in Architektur“ lautet das Motto, das die Direktorin der größten Architekturausstellung, Kazuyo Sejima, ausgegeben hat. Ein zugängliches Leitmotiv, das den Akzent der diesjährigen Biennale auf Begegnung setzt. mehr lesen / lire plus

AUTOINDUSTRIE: Der lange Todeskampf

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass das Opelwerk im belgischen Antwerpen schließen soll – wenn sich nicht schnell ein Investor findet. Die Beteiligten, seit Jahren in Sorge um ihren Arbeitsplatz, schwanken zwischen Frust, Hoffnung und Apathie.

Pochen auf Solidarität über die Grenzen hinweg: Opel-Arbeiter aus Deutschland und Belgien vor dem von Schließung bedrohten Werk in Antwerpen.

Sommer 2000. Paul Oste, 41, macht Familienurlaub in Frankreich, als er einen Anruf erhält. Seine Mutter meldet sich aus Belgien mit einer Hiobsbotschaft: das Opel- Werk in Antwerpen, wo ihr Sohn seit 18 Jahren arbeitet, soll geschlossen werden. Paul Oste, Bandarbeiter, der die Einstellungen von Brems- und Benzinleitungen kontrolliert, ist ein nüchterner Typ. mehr lesen / lire plus

TUNISIE: Retour en arrière

En pleine saison estivale où les Européens déferlent dans les usines à touristes tunésiennes, le woxx revient sur l’histoire d’une pied-noire réinstallée dans l’ancienne colonie française.

Dans les rues d’Akouda : l’impression de nonchalance est trompeuse. D’une manière ou d’une autre, tout le monde s’affaire.

Le ressac des vagues sur les côtes méditerranéennes écrit une partie de l’histoire de l’humanité. Ce va-et-vient incessant de cette eau roulante qui donne l’impression de vouloir s’échapper de son bassin pour retourner finalement à son point de départ : ce sont ces peuples qui n’ont cessé d’y transiter depuis des siècles, de façonner non seulement une région du monde, mais un des berceaux de la civilisation humaine des plus déterminants. mehr lesen / lire plus

LIFESTYLE: „Do gitt der zréck, well dir kritt eppes zréck?

In der Radio-Reklame fordert Bonny, das Eichhörnchen, zu den Klängen von „De Jangeli fiirt den Houwald erop“ die Kundschaft auf, „aktiv an der Kopperatiiv“ zu werden. Zugegeben, nicht gerade taufrisch, das Werbekonzept. Aber beim „Eisebunner-Konsum“ lockt gerade der biedere Charme vergangener Jahrzehnte. Ode an einen Supermarkt.

Ein Nachmittag in Bonneweg Nord. Energisch schiebt eine Frau einen Einkaufswagen der „Coopérative“ aus
einem Hauseingang. Beladen ist er mit Altpapier, ihr Ziel ist wohl der Papiercontainer. Die kreative Nutzung von Supermarkt-Caddies ist seltener geworden, kommt aber in dem populären Viertel immer noch vor.

Ich bin auf dem Weg zu eben diesem Supermarkt, dem ich seit mehr als einem Jahrzehnt die Treue halte. mehr lesen / lire plus

JUGENDHAUS: Scratch your life

Ein Treffpunkt für Jugendliche und ein Ort, den Jugendliche mitgestalten sollen: Das ist das Jugendhaus.

Besser sich beim Kickerspiel austoben, als auf der Straße.

„Les jeunes d’aujourd’hui veulent en profiter, ils veulent qu’on les lâche, car ils veulent souffrir. Leurs vies sont faites, ne riment à rien et tous restent au lit chaque matin. Ils veulent continuer dans leur délire (…) ils gardent aussi une place pour leurs jours de stress, ça les aide à remonter la pente à toute vitesse.“

Dieses Lebensgefühl, ausgedrückt in sattem Sprechgesang, untermalt von kräftigen Beats und dem Gejaule vom Sampling, ist das Thema eines der Stücke auf der CD „Mix it up“. mehr lesen / lire plus