Krise im System der Lieferketten: „Seeleute haben am meisten gelitten“

Die Coronapandemie hat gezeigt: Lieferketten, die immer effizienter organisiert sind, werden auch immer fragiler. Zugleich sind die katastrophalen Arbeitsbedingungen in einigen Branchen sichtbar geworden. Ein Gespräch mit dem Historiker und Logistikexperten Sergio Bologna.

„Die derzeitige Krise in den Lieferketten hat gezeigt, wie wichtig die Arbeitskräfte eben doch sind“: Der operaistische Historiker Sergio Bologna erinnert daran, dass die gesellschaftliche Situation immer auch am Grad der Ausbeutung bestimmbar ist. (Foto: Flickr)

woxx: In diesem Jahr sind die Preise in der Containerschifffahrt stark angestiegen, ebenso die Lieferzeiten für viele Produkte. Steckt die Schifffahrt in einer Krise?


Sergio Bologna: Es ist nicht nur die Schifffahrt, sondern das ganze System der globalen Lieferketten, das in einer Krise steckt. mehr lesen / lire plus

Der Kosmos des Dietmar Dath: Literarische Wundertüte

„Gentzen oder: Betrunken aufräumen“ heißt die neueste Lieferung aus der faszinierenden Textfabrik des Dietmar Dath. Darin wird kühn fabuliert und zugleich theoretisiert. Ein anspruchsvoller literarischer Brocken, in dem der Autor einmal mehr eine Geistesgröße der Vergessenheit entreißt.

Gesellschaftskritik und Naturwissenschaft mit visionärem Denken verbinden: der Autor Dietmar Dath versteht es, seine Leserschaft zu faszinieren. (Foto: Hanke Wilsmann)

„Erst wird einer krank. Dann noch einer. Dann erwischt´s eine, dann noch wieder einen. Noch einer folgt, noch eine, dann sind sogar ein paar mehr als fünf oder acht auf einmal dran.“ Der Beginn des sechsten von insgesamt 140 Kapiteln in Dietmar Daths Roman „Gentzen“, trägt, wie so oft bei Dath, gesellschaftskritische Züge. mehr lesen / lire plus

Agrarpolitik: Nicht nur das Rebhuhn

Zwei Umweltschutzorganisationen haben bei der EU-Kommission Beschwerde gegen Luxemburg eingelegt. Sie stellen die Agrarpolitik an den Pranger, die den Naturschutz zu wenig berücksichtigt.

Die Luxemburger Regierung fördert mit ihrer Agrarpolitik die Zerstörung geschützter Lebensräume und Arten. Das verstößt gegen EU-Recht und muss geahndet werden. Dieser Meinung sind die zwei größten Umweltschutzorganisationen Luxemburgs, Natur an Ëmwelt und der Mouvement écologique, die bei der Europäischen Kommission eine entsprechende Beschwerde eingereicht haben. Zwei Beispiele haben die beiden NGOs sich ausgesucht, um ihr Argument zu untermauern: Das Rebhuhn als geschützte Art und die Flachlandmähwiesen als artenreiches Biotop.

In detaillierten Berichten dokumentieren die beiden Organisationen, die eher selten gemeinsam auftreten, wie schlecht es um den Naturschutz in Luxemburg steht: 2020 wurden hierzulande nur noch vier Rebhuhn-Brutpaare gefunden und über ein Viertel der Flachlandmähwiesen sind im letzten Jahrzehnt verschwunden. mehr lesen / lire plus

Endometriose: Die Ausnahme der Regel

Eine aktuelle Petition fordert: Luxemburg soll die gynäkologische Krankheit Endometriose in die Liste der Langzeiterkrankungen aufnehmen. Ein Erfolg ist unwahrscheinlich, und die Gründe hierfür sind vielschichtig.

Starker Blutverlust und heftige Schmerzen während der Menstruation sind nicht die Regel: Dahinter kann sich die Krankheit Endometriose verstecken – doch das erfahren Betroffene oft erst nach vielen Jahren. (Copyright: Cottonbro/Pexels)

„Ich dachte, dass die Ärzte recht haben und ich nur übersensibel bin, dass es normal ist, zu leiden, als Frau“, sagt Liliana Rodrigues, die seit ihrem elften Lebensjahr an Endometriose leidet. Dabei handelt es sich um zwar gutartige, aber meist schmerzhafte Wucherungen von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmutterhöhle und teils an benachbarten Organen ansiedeln. mehr lesen / lire plus

Rénovation politique au Chili : Vieux démons

Mauvaise surprise lors des élections présidentielle et législatives chiliennes du 21 novembre : au lieu du triomphe des forces progressistes espéré, c’est un potentiel président néo-pinochetiste qui s’est qualifié pour le second tour.

Chili, 2019. (Photos : lm)

Pinochet est-il de retour ? Un peu plus de 33 ans après le fameux référendum d’octobre 1988, à l’origine du départ du dictateur chilien, on peut retrouver une partie de son orientation politique dans les discours du vainqueur au premier tour de la récente élection présidentielle, José Antonio Kast. En effet, le candidat de la droite ultra s’affiche comme catholique militant, opposé au droit à l’avortement, et comme défenseur de la nation et de l’ordre face au danger « communiste ». mehr lesen / lire plus

Wald: Hölzerner Spagat

Um den Wald vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen, soll weniger Holz entnommen werden. Dabei gelten Luxemburgs Wälder als überaltert. Sie sind allerdings auch eine bequeme Senke für CO2.

Neupflanzungen wie hier bei der Aktion „Zesumme planze mir de Bësch vu muer“ in Erpeldingen sind eine Möglichkeit, den Wald zu stärken. Die Natur- und Forstverwaltung setzt aber auch auf die Option, weniger Holz zu ernten. (Foto: MECDD)

Der Wald in Luxemburg steht unter Stress. Das liegt nicht daran, dass er während des ersten Lockdowns von vielen Menschen als Naherholungsgebiet wiederentdeckt wurde, sondern an den immer dramatischeren Auswirkungen des Klimawandels. mehr lesen / lire plus

Gesetzesprojekt zur Kulturförderung vorgestellt

Nach dem Corona-Krisenplan für den Kultursektor legt die zuständige Ministerin Sam Tanson nun mit einer längerfristigen Perspektive nach: Ihre Behörde stellte diese Woche eine überarbeitete Version des Gesetzes zur Förderung der „artistes professionnels indépendants“ und der „intermittents du spectacle “ vor. Ziel des Gesetzesprojekts ist es, die Arbeitsbedingungen der betroffenen Berufsgruppen zu verbessern. Geplant sind unter anderem eine Professionalisierung der Kulturszene, die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen an die Arbeitsbedingungen der Künstler*innen, die Förderung von Nachwuchskünstler*innen sowie die Vereinfachung administrativer Abläufe. Auch der Zugang zum Künstler*innenstatut soll erleichtert und der Zeitraum, in dem die Künstler*innen staatliche Beihilfen beziehen können, verlängert werden. Die „intermittents du spectacle“ können zudem künftig von der Möglichkeit Gebrauch machen, die Auszahlung der Beihilfe an ihre Lebenssituation anzupassen – beispielsweise im Falle von Elternurlaub oder Krankheit. mehr lesen / lire plus

Sonderpädagog*innen wehren sich

Es hätte die Gelegenheit sein können, um seit langem benötigte Reformen zu beschließen: Von Januar bis September diesen Jahres trafen sich regelmäßig Vertreter*innen des psychosozialen Personals sowie des Bildungsministeriums, um den Umfang der Dienstleistungen zu regeln, der von Sonderpädagog*innen zu leisten ist. Auf dieser Basis wurde dann letzte Woche ein Abkommen unterschrieben – doch das lediglich von der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP. „Wir weigern uns, das Abkommen anzuerkennen“, erklärte Nadia Ruef, Präsidentin der APCCA (Association du personnel des centres de compétence et de l’agence) am Dienstag der Presse gegenüber. Zwar sei man in der oben erwähnten Arbeitsgruppe gut vorangekommen, der Prozess sei aber noch nicht abgeschlossen. mehr lesen / lire plus

La covid fait des dégâts, son plastique aussi

Et fais gaffe aux masques quand tu te baignes ! (Flickr ; David Stanley ; CC BY 2.0)

La première victime identifiée a été un manchot de Magellan, retrouvé mort en septembre 2020 sur une plage brésilienne. L’autopsie a trouvé dans son ventre un masque de type FFP2, qui a probablement causé sa mort. Un cas qui met en évidence l’impact environnemental des réponses à la covid. Le magazine en ligne Reporterre a publié un article sur le sujet, sur base des résultats d’une étude chinoise publiés dans une revue scientifique étasunienne. L’étude estime que, durant les 18 premiers mois de la pandémie, environ 8 millions de tonnes de déchets en plastique ont été générés en relation avec la pandémie. mehr lesen / lire plus

Im Stream: Passing

Rebecca Halls Regiedebut handelt von Rassendiskriminierung, Klasse und Freundschaft, ist letzten Endes jedoch nicht mehr als ein schön anzusehendes Melodrama.

Clares Ehemann weiß nicht, dass sie Schwarz ist. (Fotos: Netflix)

New York Mitte der 1920er-Jahre: Eine Frau aus der oberen Mittelschicht namens Irene (Tessa Thompson) möchte in einem Laden in Manhatten ein Malbuch für einen ihrer Söhne kaufen. Ihren Hut hat sie tief in die Stirn gezogen. Sowohl mit anderen Kund*innen als auch mit dem Verkäufer meidet sie Blickkontakt. Niemand schenkt ihr wirkliche Beachtung, doch sie scheint Angst zu haben, dass sich das ändern könnte.

Im Gegensatz zu ihrem Umfeld ist Irene Schwarz. mehr lesen / lire plus

Concert de bienfaisance : Style galant et philosophie

Le concert de gala au bénéfice de SOS Villages d’enfants monde, la semaine prochaine, accueillera deux jeunes musiciens talentueux, au piano et à la tête de l’OPL.

Vainqueur cette année du prestigieux concours Reine Élisabeth de Belgique, Jonathan Fournel mettra sa virtuosité au service d’une bonne cause. (Photo : Serge Leblon)

L’événement avait dû être annulé en 2020, pandémie oblige. Mais le 45e concert de gala de l’ONG SOS Villages d’enfants monde aura bien lieu cette année, et avec la formule habituelle. Les mélomanes généreux et généreuses auront donc le plaisir de voir sur scène – et surtout d’écouter – le vainqueur du concours Reine Élisabeth de Belgique en mai dernier, le Français Jonathan Fournel. mehr lesen / lire plus

Digitale Kunst: Du spielst, was Du bist

Die Künstlerin Danielle Brathwaite-Shirley fügt Gender und Kolonialgeschichte in Spielwelten ein, die von der Identität ihrer Besucher*innen bestimmt werden.

In dem künstlerischen Videospiel „Pirating Blackness“ konfrontiert Danielle Brathwaite-Shirley ihr Publikum mit Kolonialgeschichte. (Copyright: Screenshot/Danille Brathwaite-Shirley)

„What’s revealed to your gaze will depend on how you identify“, heißt es im Anmeldebüro der City of Dreams, die in dichtem, gelbem Nebel versinkt. Zwar fällt die Aussage in Danielle Brathwaite-Shirleys interaktivem Kunstwerk „I don’t know if there was a time I didn’t need you“ (2020), doch sie ist charakteristisch für alle ihre Arbeiten, die derzeit im Internet zu finden sind: Es sind Videospiele, deren Verlauf von Gender und Ethnie ihrer Spieler*innen abhängt. mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Aline

Celles et ceux qui aiment l’humour habituel de Valérie Lemercier en seront pour leurs frais… et tant mieux : dans ce biopic librement inspiré de la vie de Céline Dion, l’actrice-réalisatrice, aidée par une belle distribution québécoise (épatant Sylvain Marcel en producteur notamment), propose un regard plein d’empathie sur la vie d’artiste.

L’évaluation du woxx : XX
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