Roman über Algerien: Bruch der Generationen

In ihrem neuen Roman „Dezemberkids“ macht Kaouther Adimi drei rebellische Kinder zu zentralen Figuren des Widerstands gegen das algerische „Mumien“-Regime.

Hat selbst am Hauptschauplatz ihres Romans, der Cité du 11-Décembre von Algier, gelebt: die 1986 geborene Schriftstellerin Kaouther Adimi.(Foto: Adami/privat)

Eine Brache in der Cité du 11-Décembre von Dely Brahim, einer Banlieue im Westen Algiers. Eine Handvoll Kinder und Jugendliche spielen im strömenden Regen auf dem Gelände Fußball, als zwei Generäle mit Bauplänen für ein Villenviertel auftauchen. Es ist der 3. Februar 2016. Die „weiße Stadt“, wie die algerische Hauptstadt häufig wegen der hell im Sonnenlicht erstrahlenden Häuser genannt wird, ist in dieser Jahreszeit nicht als solche zu erkennen. mehr lesen / lire plus

L’ADR, ce défenseur de la place financière

C’est un paradoxe pas atypique pour des mouvements populistes de droite : soigner l’image de défenseur des « petites gens » d’un côté, et en même temps veiller à ce que les riches puissent continuer de s’enrichir – tout en mettant le blâme sur les étrangers-ères et les migrants-es. Deux questions des députés Roy Reding et Fernand Kartheiser l’illustrent à nouveau. Dans la première, les députés s’enquièrent sur le nouveau régime du « country-by-country reporting », qui serait contraire aux lois régissant l’optimisation fiscale qui ne serait pas un droit selon eux, mais une « obligation ». Puis, Reding voulait savoir de Pierre Gramegna si le Luxembourg ne sera pas un des grands perdants de la réforme du taux minimal de 15 pour cent sur les multinationales approuvé par les ministres du G20. mehr lesen / lire plus

Armenien/Aserbaidschan: Bergkarabach ist nicht genug

Aserbaidschan stellt implizit weitere Gebietsansprüche an Armenien, doch das enge Bündnis des Diktators Alijew mit der Türkei ist Russland ein Dorn im Auge.

Präsident Ilham Alijew 
am 12. April 2021 anlässlich der Eröffnung des 
„Parks der Trophäen“ in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku. 
Die ausgestellten Helme wurden im Krieg gegen Armenien erbeutet.(Foto: Azerbaijani Presidency CC 4.0)

Ein Waffenstillstand wurde im November 2020 nach Vermittlung Russlands unterzeichnet, doch beendet ist der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan nicht (woxx 1607). So gab es am 19. Juli erneute Gefechte. Einem Bericht des armenischen Online-Portals Hetq zufolge feuerten aserbaidschanische Militäreinheiten mit Maschinen­gewehren in Richtung der Dörfer Sotk und Kut, den Angaben des Gemeindebürgermeisters zufolge wurde jedoch niemand verletzt. mehr lesen / lire plus

Organisation der Armee: Zu den Fahnen!

Um die Attraktivität der Armee zu erhöhen, sollen besser Ausgebildete angeheuert sowie die Dienstzeit der Freiwilligen verlängert werden. Dabei geht es um die weltweite Verteidigung „unserer“ Werte – und um mehr Fun beim Training.

Armeeminister François Bausch und General Steve Thull bei der Vorstellung des „avant-projet de loi sur l’organisation de l’armée luxembourgeoise“. (© EMA)

Seit 2008 wird die Luxemburger Armee nicht mehr von einem einfachen Colonel, sondern von einem General befehligt. Demnächst wird dieser statt eines abgespeckten Bataillons drei Divisionen anführen – die Gesamtstärke liegt allerdings weiterhin bei etwa 1.000 Soldat*innen. Die Erklärung: Die Divisionen sind nicht etwa „gemischte Großverbände“, sondern verwaltungstechnische Unterabteilungen des Generalstabs mit so aufregenden Namen wie „Administration et acquisitions“. mehr lesen / lire plus

Überschwemmungen: Untersuchung gefordert

© SIP / Jean-Christophe Verhaegen

Hinsichtlich der Unwetter und der sich daraus ergebenden Überschwemmungskatastrophe vom 14. auf den 15. Juli nimmt die Regierung für sich in Anspruch, die Situation gut gemeistert und die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt zu haben. Tatsachlich gab es im Vergleich zur Nachbarregion Rheinland-Pfalz oder zu Belgien keine Todesfälle zu beklagen. Doch auch hierzulande ist der Sachschaden immens und bei einer längeren Vorlaufzeit hätten manche betroffenen Einwohner*innen gewisse Sachwerte wie Autos, Geräte, Mobiliar oder Ähnliches eventuell in Sicherheit bringen können. Der offizielle Alarm wurde erst am 14. Juli um 17 Uhr ausgelöst und selbst der hat viele Menschen nicht sofort erreicht. mehr lesen / lire plus

Abgang in zwei Stufen

Gleich nach seinem Studium und einem anschließenden Praktikum bei der Berliner taz landete er 2005 als Kulturredakteur bei der woxx. Ein Sprung ins kalte Wasser, dem eine Zeit vieler Umbrüche folgte. Das zweite Kulturjahr stand vor der Tür, die woxx plante eine radikale Blattreform mit dem „umgekehrten“ Agendateil, was die Sonderstellung der Kultur nochmals verstärkte – ohne dass allerdings die (Personal)ressourcen des kleinen Printmediums entsprechend mitwuchsen. Allen Widrigkeiten zum Trotz entwickelte sich Luc Caregari zu einem streitbaren und zum bislang langlebigsten Kulturverantwortlichen der woxx. Das Zepter hat er erst im März 2020 an Isabel Spigarelli weitergereicht, um sich vorrangig dem politischen Journalismus zu widmen. mehr lesen / lire plus

Gemeinwohlgemeinde Mertzig: Stolze „Datz“

Kommunalpolitik an den Kriterien der Gemeinwohlökonomie messen: Wie die Gemeinde Mertzig dazu kam und was das Ergebnis ist.

(Gemeinwohlbericht Mertzig 2020; Jason Goldschmit)

„Im gegenwärtigen Wirtschafts- system (…) ist es für Unternehmen von Vorteil, die sozialen und nachhaltigen Kriterien so zu vernachlässigen, damit die Produkte oder Dienstleistungen am billigsten angeboten werden können“, legt Stefano D’Agostino das Problem dar. Der CSV-Politiker und Erster Schöffe der Gemeinde Mertzig ist eine*r der Protagonist*innen eines kommunalen Präsentationsvideos zur Gemeinwohlökonomie. Die Lösung erläutert gleich darauf Bürgermeister Mike Poiré (DP): „Dies kann jedoch dank der Gemeinwohl-Ökonomie geändert werden. (…) Unternehmen, die zum Wohl unserer Gesellschaft beitragen, sollten belohnt und als erfolgreich angesehen werden.“ mehr lesen / lire plus

Sanfte Mobilität: Moien a Merci

Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sollen einen respektvollen Umgang miteinander lernen – während neben ihnen Autos freie und ungestörte Fahrt haben. So will es zumindest eine Kampagne des Mobilitätsministeriums.

(Foto: MMTP)

In den letzten Tagen ist das Fahrrad wieder in aller Munde. Am Samstag wird der „Vëlosummer“ offiziell eingeläutet und im Laufe dieser Woche wurden bei eher widrigen Wetterbedingungen zwei neue Fahrradwege eingeweiht. Die Pandemie hat einige Menschen dazu gebracht, aufs Rad umzusteigen, obwohl die Radlobyist*innen in Luxemburg über ein Jahr lang betteln mussten, um einen einzigen lächerlichen Pop-up-Radweg zu bekommen.

Was anderswo begrüßt würde, ist in Luxemburg ein Problem, denn viel zu oft müssen sich Radfahrer*innen und Fußgänger*innen die Wege teilen. mehr lesen / lire plus

Espionnage militaire : Notre NSO

Le scandale autour du Pegasus Project n’a pas fini de faire des vagues – mais au Luxembourg, le gouvernement préfère envoyer des lettres au lieu de se poser la question pourquoi NSO a choisi le grand-duché pour sa structure financière.

Né du sang de la Gorgone Méduse, ami des muses et des poètes : 
Pégase doit maintenant prêter 
son nom à un scandale d’espionnage mondial. (©wikimedia_bastiian)

Dans l’organigramme des boîtes luxembourgeoises appartenant à l’univers NSO (acronyme reprenant les prénoms des fondateurs de la boîte en 2010), il y en a une qui fait un peu bande à part. Alors que la plupart sont des soparfis, voire des holdings ou des sociétés en commandite spéciale qui ne servent qu’à se contrôler les unes les autres, et ainsi mettre en place un système d’optimisation fiscale, Q Cyber Technologies sàrl échappe à cet embranchement. mehr lesen / lire plus

Interaktives Theaterstück: „Problematik ist so relevant wie vor 130 Jahren“

Der Freiburger Interessenverband studentisches Theater (Fist*) fordert das Publikum in „Frühlings Erwachen – Eine Adaption Ihrer Wahl“ zum Handeln auf: Im digitalen Theatersaal entscheiden die Zuschauer*innen, welche Wendungen Frank Wedekinds Klassiker „Frühlings Erwachen“ nimmt. Maya Rollberg aus dem Regieteam spricht mit der woxx über die Textauswahl und unerwartete Reaktionen.

Eins ist dem Frühlings Erwachen von Wedekind und Fist* gleich: Jugendliche kämpfen gegen Unterdrückungen an. In der digitalen Adaption von Fist* entscheidet allerdings das Publikum, wie das Stück sich entwickelt. (COPYRIGHT: Fist*)

woxx: „Frühlings Erwachen – Eine Kindertragödie“ von Frank Wedekind ist ein Klassiker der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts. Warum dieses und kein anderes Stück für das interaktive Theaterprojekt des Fist*, Maya Rollberg?
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Photographie : Chaleur humaine derrière lentille froide

La rétrospective « des gens et des rues – 100 ans de Pol Aschman » célèbre le photographe qui a su captiver l’essence de l’époque de l’après-guerre jusque dans les années 1980 de manière presque inégalée.

(©Cercle_Cité)

Honnêtement, quand on lit en introduction de l’exposition que le photographe a su développer une « certaine complicité » avec la famille grand-ducale, ça ne fait pas envie tant cela évoque la rigueur et l’affectation des portraits officiels aristocratiques. Mais heureusement, Pol Aschman n’est pas un photographe comme les autres, et l’époque était aussi bien différente. Dans les photos dédiés à la famille grand-ducale, on peut découvrir des moments qu’aujourd’hui aucun magazine ne daignerait reproduire, comme un magnifique cliché de la grande-duchesse Charlotte et du président Pompidou, clope au bec tous les deux. mehr lesen / lire plus

Games-Empfehlung: Thousand Threads

Kann das Leben als Briefträger*in auf dem Land Inhalt eines packenden Spiels sein? „Thousand Threads“ zeigt, dass das geht.

Nach einer langen Wanderung ist eine Rast am See genau das Richtige. Doch wie werden die Menschen reagieren, wenn wir uns zu ihnen setzen? (Foto: Seamount Games)

„Ich kenne diese Person nicht, aber ich weiß, dass sie nicht in dieser Gegend wohnt.“ Mit solchen Aussagen beginnen die meisten Aufgaben in Thousand Threads. Als Spieler*in wacht man in einer pittoresken Welt auf, in der die meisten Menschen in kleinen Holzhütten oder Zelten wohnen. Doch bereits nach ein paar Schritten wird klar, dass nicht alles so friedlich ist, wie es scheint: Der Postbote liegt tot auf einem Weg. mehr lesen / lire plus

Im Stream: Dreck unter dem Swoosh

Der kanadische Filmemacher Paul Kemp schaut in seiner Doku „Das System Nike – Siegen um jeden Preis“ hinter die Kulissen des gewissenlosen Sportartikelherstellers Nike. Anlass ist die Sperre seines Aushängeschilds Alberto Salazar.

Der Nike-Coach Alberto Salazar kann trotz Dopingskandal und Missbrauchsvorwürfen auf Rückhalt der Marke mit dem Swoosh-Symbol vertrauen.
Paul Kemp erklärt, warum. (COPYRIGHT: Arte)

2019 wurde Alberto Salazar nach mehrjährigen Ermittlungen von der amerikanischen Anti-Doping Agentur (USADA) für vier Jahre gesperrt.

Die Vorwürfe: Handel mit Testosteron, Injektion verbotener Mengen an L-Caritin und der Versuch, Dopingkontrollen zu manipulieren. Salazars Athlet*innen wurden allerdings nie positiv getestet. Der Coach erhob Einspruch. Er wurde zuletzt im November 2020 verhört. mehr lesen / lire plus

Dans les salles : The Mauritanian

Le scénario, adapté du livre d’un ex-détenu de Guantánamo, fait la part belle aux recettes du film de procès. On pardonne l’excès de flash-back grâce au sujet passionnant sur l’arrogance militaire des États-Unis, et surtout grâce aux interprétations habitées de Tahar Rahim et Jodie Foster.

L’évaluation du woxx : XX
Tous les horaires sur le site. mehr lesen / lire plus