Diskriminierung: Hauptsache nicht dick

Ob am Arbeitsplatz oder in den Medien – Gewichtsdiskriminierung ist nach wie vor salonfähig. Für die Betroffenen hat das viele negative Folgen.

Die Kampagne „strong4life“ setzt auf Sensibilisierung durch Abschreckung. (Bildquelle: ©strong4life)

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der alle kugelrund sind, also nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Es ist eine triste, monotone Welt, alle bewegen sich schwerfällig und essen fast ununterbrochen. In dieser Welt lebt ein kleiner, unglücklicher Junge, in dem sich zunehmend das Bedürfnis nach Veränderung regt – seiner Ernährung einerseits, seines Körpers andererseits. Diese Veränderung soll ihm nicht nur zu mehr Lebensfreude verhelfen, sie soll ihn darüber hinaus sogar zum Fliegen befähigen. mehr lesen / lire plus

Pablo Larraín: Jackie

Weniger ein historisches Porträt, fokussiert dieses Drama vielmehr auf die Psyche Jacqueline Kennedys unmittelbar nach der Ermordung ihres Ehemannes. Teils in extrem nahen Einstellungen gefilmt, ist „Jackie“ allerdings nicht so sehr ein Film über die ehemalige First Lady als ein Vorzeigeprojekt von Natalie Portmans beeindruckendem Schauspieltalent.

Bewertung der woxx : XX
Alle Uhrzeiten finden Sie hier.

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Vermummungsverbot
: Instrumenta
lisierte 
Debatte


Es spricht vieles dafür, dass ein Verschleierungsverbot die Gesellschaft eher spaltet als eint. 
Zu einem bevormundenden Umgang mit Frauen gesellt sich hier nämlich eine herablassende, verbietende Haltung gegenüber dem muslimischen Glauben.

Wird das Vermummungsgesetz in Luxemburg auch Niqab und Burka betreffen? (Foto: Wikimedia Commons)

Islam, Unterdrückung, Flüchtlingswelle, Terrorgefahr – die Vorstellung einer vollverschleierten Frau erhitzt die Gemüter schon alleine deshalb, weil mit ihr derart viele, schon für sich genommen kontroverse Themen in einen Zusammenhang gebracht werden. Doch gerade durch die Vermischung oder vielmehr Gleichsetzung dieser Aspekte entfaltet sich die destruktive Sprengkraft der aktuellen Debatte.

Diese flammte in den letzten Jahren in diversen Ländern vor allem im Zusammenhang mit Diskussionen über ein gesetzliches Vermummungsverbot auf. mehr lesen / lire plus

Barry Jenkins
: Ein Lichtschimmer im Dunkeln


Mit „Moonlight“ bringt der US-amerikanische Regisseur Barry Jenkins die einfühlsam gezeichnete Beschreibung eines schwierigen Erwachsenwerdens auf die große Leinwand. Der Film mag eine raue Realität zeigen, doch verliert er nie den Blick für das Schöne.

In der Schule muss Chiron ständig mit Angriffen seiner Mitschüler rechnen.

Was heißt es, ein „richtiger Mann“ zu sein? Bereitwillig Gewalt einzusetzen? Keine Schwäche oder Emotionen zu zeigen? Frauen zu begehren? Dem Regisseur Barry Jenkins war es bei seinem Film „Moonlight“ wichtig, zu verdeutlichen, dass sich diese Frage für schwarze Männer auf besonders eindringliche Weise stellt. „Growing up, you’re told that being a black man, you have to be that much better than your counterparts,“ erklärte der Athlet und Schauspieler Trevante Rhodes kürzlich dem Guardian gegenüber. mehr lesen / lire plus

Vermmumungsverbot: Die Regierung hat es eilig

Bildquelle: Wikimedia Commons

In den vergangenen zwei Wochen meldeten sich zahlreiche AkteurInnen zum geplanten Vermummungsgesetz zu Wort. Auch innerhalb der Regierung scheint man sich uneins zu sein.

„In der Debatte wird etwas hochstilisiert, das im Alltag kein Problem darstellt“, so Familienministerin Corinne Cahen am vergangenen Mittwoch im Wort-Interview. Damit bezog sie sich auf die kontroversen Diskussionen, die in der Folge der Ankündigung eines Verbots der Vollverschleierung aufgekommen waren. Dass die Debatte überhaupt erst dadurch entstanden war, dass die Regierung selbst diese Angelegenheit zu einem Problem gemacht hatte, wird dabei außer Acht gelassen. Die nachgeschobene Präzisierung, bei dem Verbot gehe es nur marginal um vollverschleierte Frauen, dient nun dazu, einer Auseinandersetzung mit der vorgebrachten Kritik aus dem Wege zu gehen. mehr lesen / lire plus

School-Leaks: Freispruch für alle Angeklagten

Die vier im Rahmen der School-Leaks-Affäre angeklagten Personen wurden am gestrigen Vormittag freigesprochen. Die drei Lehrkräfte des Lycée classique Echternach sowie der Ehemann einer der Angeklagten waren beschuldigt worden, im März 2015 unerlaubterweise Prüfungsdokumente verbreitet zu haben. Bei diesen handelte es sich um Fragen und Antworten der Leistungstests zum Übergang von der Grund- zur Sekundarstufe. Zwar ist die postalische Weiterleitung der entsprechenden Unterlagen an SekundarschullehrerInnen, die in den Orientierungskommissionen vertreten sind, nicht unüblich, doch wurden die Dokumente in diesem Fall zusätzlich eingescannt und an Eltern und SchülerInnen im Raum Echternach und Bourglinster geschickt. Letzten Endes sei das Berufsgeheimnis nicht verletzt worden. mehr lesen / lire plus

Sprachen: Kommunikation statt Ausgrenzung

Die Sprachensituation in Luxemburg, das war das Thema eines Rundtischgesprächs, zu dem déi Lénk am vergangenen Mittwoch eingeladen hatten. Neben Sprache als Machtinstrument, wurde vor allem über Anforderungen an die Schule diskutiert. Die Pädagogin Melanie Noesen betonte, dass zurzeit eine zu große Lücke zwischen der Schul- und Alltagssprache herrsche. Eine stärkere Identifikation mit dem Lerninhalt könne nur dann gewährleistet werden, wenn Sprache als Kommunikations- und Teilhabemittel in den Vordergrund gestellt würde. Dem Anliegen des Sprachwissenschaftlers Fernand Fehlen, Luxemburgisch als Alphabetisierungssprache einzuführen, da es sich um eine alle SchülerInnen verbindende Sprache handele, pflichteten zwar alle Teilnehmenden bei, uneins war man sich jedoch über die Rolle des Deutschen. mehr lesen / lire plus

Bedeutendes Sicherheitsrisiko

VertreterInnen der Gruppe sehbehinderter Menschen beklagen in einem Presseschreiben, dass die Tram immer noch nicht den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung entspricht. Bereits zuvor hatte die Organisation auf das Sicherheitsrisiko hingewiesen, das von den Haltestangen in Y-Form ausgeht. Für Menschen, die sich mithilfe eines taktilen Langstocks in ihrer Umgebung zurechtfinden müssen, berge diese Form die Gefahr, sich den Kopf zu stoßen. Verantwortliche hatten auf das Anliegen zwar durch eine Umgestaltung der Haltestangen reagiert, jedoch in einer Weise, die das Gefahrenpotenzial nicht wesentlich vermindert. Die Behinderten-Organisation betont zurecht, dass das Transportmittel in seiner momentanen Bauweise nicht als „ihre“ Tram bezeichnet werden könne. mehr lesen / lire plus

Inklusion: Auf dem Weg zu einer Schule für alle

Nachdem Luxemburg im Jahr 2011 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet hatte, bemüht sich die Regierung nun um ein stärker inklusives Bildungssystem.

Es sei eine Reform auf der ganzen Linie, so Bildungsminister Claude Meisch auf einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Um der Bandbreite des Förderbedarfs gerecht zu werden, bedürfe es eines flexiblen, aber kohärenten Modells. Zu diesem Zweck seien Maßnahmen auf drei Niveaus geplant:

Auf nationaler Ebene wird eine Kooperation zwischen den fünf bestehenden Kompetenzzentren angestrebt, die jeweils auf schulische Integration, Seh- und körperliche Behinderung, Autismus, Sprachentwicklungsstörungen sowie schulische Integration spezialisiert sind. Diese sollen nun durch drei weitere Kompetenzzentren für die Bereiche „Lernschwierigkeiten“, „Verhaltensstörungen“ und „Hochbegabung“ ergänzt werden. mehr lesen / lire plus

Andy Bausch: Senioren in 
Aufbruchstimmung


Sieben Jahre nach „Trouble no More“ bringt Andy Bausch mit „Rusty Boys“ eine Seniorenkomödie ins Kino – einen Film, der unterhält und zugleich auch ein Plädoyer für mehr Solidarität und Hilfsbereitschaft sein will.

Die vier Helden in „Rusty Boys“ lassen sich nicht so leicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Auch wenn das Subgenre der Alterskomödie in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat – „About Schmidt“, „Best Exotic Marigold Hotel“ und „Quartett“ kommen einem in den Sinn -, so werden das dritte Alter und die mit ihm einhergehenden Probleme auf der großen Leinwand dennoch eher selten thematisiert. Andy Bausch ist nun mit „Rusty Boys“ in diese Marktlücke gestoßen. mehr lesen / lire plus

Luxemburgische Sprache: Rechtschreibung leicht gemacht

Das Bildungsministerium startet eine Öffentlichkeitskampagne zur luxemburgischen Orthographie. Auf diese Weise will man zur Pflege und Förderung der Nationalsprache beitragen.

(Bildquelle: @Ministère de l’Education nationale de l’enfance et de la jeunesse)

„Es besteht in der Bevölkerung des Landes der verbreitete Wunsch, luxemburgisch schreiben zu lernen. Das war bei der Debatte über die luxemburgische Sprache deutlich herauszuhören“, so Claude Meisch auf einer Pressekonferenz über die geplante Kampagne zur Förderung der luxemburgischen Rechtschreibung. Die gesprochene Sprache werde bereits im Schulunterricht und in der Erwachsenenbildung gefördert, bei den Möglichkeiten zum Erlernen der geschriebenen Sprache bestehe jedoch Nachholbedarf.

Das klingt zunächst so, als habe die Regierung vor, der verbreiteten Nachfrage nach Luxemburgischkursen mit einem entsprechenden Angebot entgegenzukommen. mehr lesen / lire plus

Prostitutionsgesetz
: Zu viele Kompromisse

Am gegenwärtigen Gesetzesentwurf zur Prostitution wird vieles bemängelt. Es ist wenig wahrscheinlich, dass die Regierung der Kritik gerecht werden kann, ohne sich klar für ein Modell zu entscheiden.

Das „Luxemburgische Modell“: ein Kompromiss zwischem „nordischem“ und „deutschem Modell“. (Foto: ©Wikipedia)

Dass Luxemburg immer den „goldenen Mittelweg“ sucht, ist mittlerweile keine Überraschung mehr. Auch im Umgang mit dem Problem der Prostitution besteht auf Seiten der Regierung das Bedürfnis, ein landeseigenes Modell von ebendieser Art durchzusetzen. Nur damit, so offenbar die Überzegung, könne der spezifischen Situation des Großherzogtums Rechnung getragen werden. Diese Haltung stößt jedoch auf Kritik.

Auf den Entwurf zum neuen Prostitutionsgesetz, der im Juni 2016 vorgestellt wurde, reagierten zahlreiche Organisationen mit Gutachten. mehr lesen / lire plus

Nocturnal Animals
: Emotionale Wüste

Vergangene Woche ist im Ciné Utopolis der neue Film von Tom Ford angelaufen – ein ästhetischer Psychothriller, an dem sich die Geister scheiden.

In „Nocturnal Animals“ kann Amy Adams wieder einmal ihre beeindruckende Wandelbarkeit unter Beweis stellen.

Im Zentrum der auf mehreren Zeit-
ebenen ablaufenden Handlung von „Nocturnal Animals“ steht die unglückliche, ihrem Lebensgefährten entfremdete Galerie-Inhaberin Susan Morrow (Amy Adams), die eines Tages ein von ihrem Ex-Mann Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal) verfasstes Romanmanuskript erhält. Dieses trägt nicht nur eine an sie gerichtete Widmung, sondern nimmt auch im Titel Bezug auf den Kosenamen, den der Autor etwa zwei Jahrzehnte zuvor der chronisch Schlaflosen gegeben hatte: Nocturnal animals. mehr lesen / lire plus

Sprachendebatte: Worüber wir eigentlich reden sollten


Die aktuelle Sprachendebatte kreist zu sehr um den symbolischen Stellenwert des Luxemburgischen. Eine alternative Schwerpunktsetzung ist vonnöten, die nicht dem rechten Lager in die Hände spielt.

Die Initative „Nee 2015/Wee2050“ erkennt Zahlen und Statistiken nicht als gültige Beweise an. Stattdessen setzt sie auf eine Emotionalisierung der Debatte. (Illu: © Nee2015/Wee2050)

„Lëtzebuerg ass en eesproochegt Land mat enger funktionaler Méi-
sproochegkeet“, „d’lëtzebuergesch Sprooch muss méi gefërdert ginn“, „Et muss een onbedéngt Lëtzebuergesch schwätze kënnen um Aarbechtsmarché“. Wer am Dienstagabend das vom Radio 100komma7, Centre pour la Promotion des Arts und dem Zentrum fir politesch Bildung organisierte Rundtischgespräch „1 Sprooch – 1 Identitéit? mehr lesen / lire plus

Freeport: Die Regierung ist nicht zuständig

Die Regierung sieht keine Veranlassung, die Entwicklung des luxemburger Freihafens zu kommentieren. Dies geht aus der Antwort Pierre Gramegnas auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Diane Adehm und Gilles Roth hervor. Ein Teil der Anfrage bezog sich auf den potenziellen Schaden, den der Freeport bzw. die luxemburgische Wirtschaft durch den häufigen Personalwechsel nehmen könnte. Nachdem der ehemalige Präsident und Hauptaktionär Yves Bouvier 2015 wegen Betrugsvorwürfen festgenommen worden war, hatte zuletzt Generaldirektor David Arendt im vergangenen Dezember seinen Posten gekündigt. In seiner Antwort betont Gramegna, dass das Wirtschaftministerium für Fragen zu Privatunternehmen, an denen der Staat keine Beteiligung hat, nicht zuständig sei. mehr lesen / lire plus