Gemeindewahlen: Keine Gleichheit in Sicht

Vielerorts bemüht man sich um ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis in den Luxemburger Gemeinderäten. Darüber, wie das zu erreichen sei, gehen allerdings die Meinungen auseinander.

Diese Karikatur aus dem Jahre 1869 illustriert humorvoll die Ängste, die damit einhergehen, Frauen mehr politische Mitsprache zu gewähren. (Foto : © Wikimedia Commons)

„Wir haben uns vorgenommen, durch Information, Sensibilisierung und konkrete Initiativen alles daranzusetzen, dass Gleichheit in der Kommunalpolitik verwirklicht wird“. Mit diesen Worten hatte die Ministerin für Chancengleichheit, Lydia Mutsch, vor wenigen Monaten der Geschlechterungleichheit in den Gemeinderäten den Kampf angesagt. Zusammen mit dem Syndicat des Villes et Communes Luxembourgeoises (Syvicol) startete das Ministerium für Chancengleichheit (MEGA) deshalb Ende letzten Jahres eine großangelegte, aber nicht unumstrittene Kampagne. mehr lesen / lire plus

Terrence Malick: Der Puls des Lebens

Von Event zu Event,
von Beziehung zu Beziehung, von Lied
zu Lied – in diesem
Film befindet sich alles im Fluss.

Mit „Song to Song“ beschließt Terrence Malick seine unoffizielle Trilogie. Trotz einer Zunahme narrativer Elemente dominieren auch hier wieder Atmosphäre und Ästhetik.

Repetitiv, oberflächlich, langweilig, inkohärent, grauenhaft – die Adjektive, mit denen das neueste Werk von Terrence Malick in den letzten Monaten beschrieben wurde, verheißen nichts Gutes. Dabei unterscheidet sich „Song to Song“ nicht wesentlich von Malicks vorherigen beiden Filmen. Doch genau darin sehen viele das Problem. Bereits in „The Tree of Life“ (2011) war eine gewisse Schwerpunktverschiebung erkennbar geworden: Weg von linearer Narration und klassischer Dramaturgie, hin zu einer assoziativen Collage aus Tonaufnahmen und ästhetisch reizvollen anspruchsvollen Bildern. mehr lesen / lire plus

Fünf Fragen an: Sandra Laborier

Im Vorfeld der Gemeindewahlen interviewt die woxx jede Woche eine Kandidatin oder einen Kandidaten. Dieses Mal haben wir mit Sandra Laborier gesprochen, die für déi Lénk in Esch/Alzette antritt.

(Foto: Émile Hengen)

woxx : Wie wurden Sie politisiert?

Ich habe eigentlich keinen klassischen Prozess durchlaufen. Bei mir in der Familie ist zum Beispiel niemand parteipolitisch engagiert. Nachdem ich mein Studium im Ausland abgebrochen hatte und wieder nach Luxemburg gezogen war, kam ich zum ersten Mal mit Menschen in Kontakt, die ein soziales Interesse und eine gesellschaftskritische Haltung an den Tag legten. Auch bei Radio Ara, wo ich kurz darauf eine Stelle antrat, war ich von politisch interessierten Menschen umgeben. mehr lesen / lire plus

Planning Familial zieht Bilanz

In einem jüngst publizierten Bericht blickt das Planning Familial auf seine Aktivitäten im Jahr 2016 zurück. Zählte das Planning 1967 noch lediglich 23 Kundinnen, so waren es im vergangenen Jahr fast 4.000 aus dutzenden verschiedenen Ländern. Das Team beantwortete im Berichtsjahr 33.005 Anfragen. Von Fortbildungs- und Informationsangeboten in den Bereichen der sexuellen und affektiven Bildung, konnten 5.053 Personen profitieren. Besonders geprägt war das Jahr von den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Organisation, die von zahlreichen Aktivitäten, Konferenzen und Seminaren umrahmt wurden. So zum Beispiel im Juli von dem, als Teil einer Kampagne zur Forderung eines gesetzlichen Verbots der Prostitution, aufgeführten Spektakel „Drive-in“. mehr lesen / lire plus

Sekundarschule: Reform kommt

Mit der „Lycéesreforme“ hofft das Bildungsministerium, der großen Heterogenität der SchülerInnen besser gerecht werden zu können. Doch stößt das Gesetz weiterhin auf Kritik.

(Bildquelle: Ministère de l’éducation)

Die Reform zum Sekundarschulunterricht wird im kommenden Herbst in Kraft treten. Fünf Jahre wurde an der Reform gearbeitet. Zeitweilig habe es so ausgesehen, als könne und wolle das Lyzeum nicht reformiert werden, so Claude Meisch auf einer Pressekonferenz. Im Laufe dieses Prozesses habe der Minister mit allen SchülerInnen- und LeherInnenvertretungen, Direktionen und Elternvereinigungen und Services de psychologie et d’orientation scolaires (Spos) gesprochen. Das nun erreichte Resultat sei eine „große Reform“, die, wie das Bildungsministerium erklärt, zwölf Antworten auf bestehende Herausforderungen liefert. mehr lesen / lire plus

Nation: Was ist das Problem?

Seit jeher wird das Konzept der „Nation“ kontrovers diskutiert. Eine hierzulande in den sozialen Netzwerken kürzlich entstandene Polemik zeigt, dass es zwar viele Meinungen gibt, aber vor allem unbeantwortete Fragen.

Das „Antinationale Fest“ in der „Gantenbeensmillen“ der Jonk Lénk war als Safe Space und Gegenverantstaltung zum traditionellen Nationalfeiertag angelegt. (Foto: Jonk Lénk)

Manchmal kommt das Festhalten an bestimmten Werten und Traditionen erst dann besonders zum Vorschein, wenn diese als bedroht wahrgenommen werden. Beim Luxemburger Nationalstolz wird dies immer wieder sichtbar, wenn es darum geht, ein wenig von „luxemburgischen Traditionen“ abzurücken: beim Referendum zum EinwohnerInnenwahlrecht, bei Diskussionen rund um den jeweiligen Stellenwert der offiziellen Landessprachen, oder auch, wie zuletzt, als die Jonk Lénk die Daseinsberechtigung des Nationalfeiertags öffentlich in Frage stellten. mehr lesen / lire plus

Lipödem: Verkannte Krankheit

Am morgigen Samstag findet im Centre culturel in Cessange eine Konferenz zum Thema „Lipödem“ statt. Bei Lipödem handelt es sich um eine chronische Störung der Fettverteilung im Körper. Zwar ist diese Krankheit nicht heilbar, aber es gibt Behandlungsmaßnahmen – Lymphdrainagen zum Beispiel oder eine Kompressionstherapie, bei der speziell angefertigte Strumpfhosen getragen werden. Im Rahmen der von der Patienten Vertriedung und Lipödem Lëtzebuerg organisierten Konferenz werden die SpezialistInnen Marion Heck-Kneissle und Falk-Cristian Heck über die mit Lipödem verbundenen Problemen sprechen.

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LGBT*: Géi mat!

„Stand Together“ – so lautet das Motto des diesjährigen GayMat. Das Programm des LGBT*-Festivals startet morgen, Samstag, mit der Lady Pride in Gasperich. Am Montag können Interessierte der Eröffnung der Ausstellung „lesbisch, jüdisch, schwul“beiwohnen, die noch bis zum 1. Oktober im Musée national de la Résistance zu sehen ist. Im Rahmen der „Gay Movie Night“ werden an den darauffolgenden Tagen im Kinosch in Esch-sur-Alzette queere Filme gezeigt. So zum Beispiel das Road Movie „Orientierlungslos“ von Regisseurin Lara Mack. Abgeschlossen wird das GayMat mit der „We are Family“-Party im Lenox Club.

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Patty Jenkins: Von Amazonen und Göttern


Mit „Wonder Woman“ ist DC zum ersten Mal seit langem eine ansprechende Comicverfilmung gelungen. Dank der gelungenen Balance zwischen Action und Ruhe, Pathos und Humor dürften viele unterschiedliche Zuschauergruppen auf ihre Kosten kommen.

„Wonder Woman“ kämpft zwar nur mit Schwert und Lasso, ist ihren GegnerInnen aber dennoch überlegen.

Erst seit kurzem in den Kinos, hat „Wonder Woman“ bereits in mehrfacher Hinsicht Filmgeschichte geschrieben. Nicht nur, dass es sich um den ersten Big-Budget-Superheldenstreifen einer Regisseurin handelt, er ist auch der bisher kommerziell erfolgreichste von einer Frau inszenierte Realfilm. Und dies obwohl – oder vielleicht gerade weil – „Wonder Woman“ in den letzten Wochen für kontroverse Diskussionen gesorgt hat. mehr lesen / lire plus

Häusliche Gewalt

Das Chancengleichheitsministerium will den Kampf gegen häusliche Gewalt intensivieren. Dies verkündete Lydia Mutsch diese Woche bei der Vorstellung des Jahresberichts des Comité de la lutte contre la violence. Im Laufe des letzten Jahres wurde die Polizei 789 Mal wegen häuslicher Gewalt gerufen – also im Schnitt zweimal pro Tag. 68,1 Prozent der Täter waren männlichen, 62,4 Prozent der Opfer weiblichen Geschlechts. Damit entsprechen die Zahlen in etwa denen des Vorjahres. Da nicht alle TäterInnen angezeigt werden, kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, so die Ministerin. Bei den 256 Personen, die in Folge einer polizeilichen Intervention weggewiesen wurden, handelte es sich bei 91,4 Prozent um Männer. mehr lesen / lire plus

Inklusive Schuldbildung: „Alles 
beim Alten“


Das kürzlich verabschiedete Schulgesetz sieht eine Reihe von Änderungen bei der Sonderpädagogik vor. Doch Behindertenvereine üben deutliche Kritik an der Reform.

Ist in Luxemburg ein Modell möglich, in dem Kinder mit und ohne Behinderung, mit und ohne Lernschwäche oder Verhaltensauffälligkeit gemeinsam unterrichtet werden? (Foto: Flickr)

„Dieses Gesetz wurde gestimmt, ohne die Konsequenzen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mitzudenken. Es ist unvollständig, voller Lücken und entspricht nicht der UN-Konvention“, heißt es in einem offenen Brief der Organisationen Zesumme fir Inklusioun (ZEFI), Association luxembourgeoise des parents d’élèves de l’éducation différenciée (ALPEED) und Trisomie 21. Darin kritisieren sie das Schulgesetz, das letzten Monat gestimmt wurde. mehr lesen / lire plus

Jugend: Nicht in Ausbildung, ohne Job

Das Bildungsministerium plant Maßnahmen zur Unterstützung inaktiver junger Menschen und zur Misserfolgs-Prävention. Dabei will man sich an den Ergebnissen einer kürzlich publizierten Studie orientieren.

(Foto: Ministère de l‘Éducation nationale)

In Luxemburg sind zurzeit zwischen 3.000 und 3.500 junge Menschen weder ins Bildungssystem noch in die Arbeitswelt integriert – eine Sachlage, der das Bildungsministerium nicht länger tatenlos zusehen will. Eine vom Service national de la Jeunesse (Snj), von der Inspection générale de la sécurité sociale (Igss) und vom Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (Liser) im Jahr 2013 in Auftrag gegebene Studie gibt nun Einblicke in die komplexe Lebenssituation der sogenannten NEETs (not in employment, education or training). mehr lesen / lire plus

LSBTI-Geflüchtete in Luxemburg

Der Wissensstand zu schwulen, lesbischen, bisexuellen, trans* oder intergeschlechtlichen (kurz : LSBTI-) Geflüchteten in Luxemburg ist dürftig. Das geht aus der Antwort von Jean Asselborn auf eine parlamentarische Anfrage von Marc Baum hervor. So weiß das Ministerium zum Beispiel nicht, wie viele LSBTI-Personen zurzeit in hiesigen Unterkünften untergebracht sind. Auch wurden dem Office luxembourgeois de l‘accueil et de l‘intégration (Olai) bisher noch keine Fälle von Belästigung oder Misshandlung von diesem Personenkreis Zugehörigen in Flüchtlingszentren gemeldet. In einem 2016 veröffentlichten Bericht des Europa-Parlaments waren LSBTI- Personen als besonders verletzliche Untergruppe der Geflüchteten herausgehoben worden. Die Mitgliedsstaaten wurden dazu aufgerufen, den speziellen Bedürfnissen dieser Menschen durch die Einrichtung von Weiterbildungsprogrammen entgegenzukommen. mehr lesen / lire plus

Amanda Kernell: Sameblod

Eindrucksvoll verbindet „Sameblod“ eine Geschichte über das Erwachsenwerden im Schweden der 1930er Jahre mit der Darstellung der Unterdrückung des indigenen Volkes der Samen. Mit teils dokumentarischen Bildern erzählt Regisseurin Amanda Kernell von dieser Identitätssuche mit einer Intensität, die unter die Haut geht

Bewertung der woxx : XXX
Alle Uhrzeiten finden Sie hier.

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Chancengleichheit
: Kleider machen Politikerinnen

Das Ministerium für Chancen
gleichheit will mehr Frauen in die Gemeinderäte bringen. Bisher hat die Kampagne „votez égalité“ aber vor allem Verständnislosigkeit und Empörung ausgelöst.

In den sozialen Netzwerken tümmeln sich kritische Reaktionen auf die Kampagne „votez égalité“. (Quelle: www.facebook.com/weltraumkommunismus)

Sie sind eine weiße, normschöne, stilbewusste Frau? Dann ist Kommunalpolitik genau das Richtige für Sie! – So jedenfalls scheint es ein für die Kampagne „votez égalité“ gedrehter Clip nahezulegen.

Das Video beginnt mit einer Nah-Einstellung auf ein Paar nackter Beine. Sie sind nur bis zu den Knien zu sehen, an den Füßen trägt die Person schwarze Stöckelschuhe. Eine Frau also. mehr lesen / lire plus