Sexualerziehung
: Lernen, „Nein“ zu sagen

Zur HIV-Prävention gehört weit mehr als nur Informationen über Verhütungsmethoden zu vermitteln. In unserem vierten und letzten Interview zum Thema Sexualerziehung haben wir mit Claudia Pedroso über den ganzheitlichen Ansatz der 
HIV-Berodung gesprochen.

Die Mitarbeiterin der 
HIV-Berodung Claudia Pedroso ist graduierte Erzieherin. (© HIV-Berodung)

woxx: Im Bereich der Sexualerziehung wird immer mehr getan. Trotzdem tun sich viele immer noch sehr schwer mit der Thematik. Wie sollte darauf reagiert werden?


Claudia Pedroso: Selbst junge Eltern haben heutzutage noch sehr viele Hemmungen, mit ihren Kindern über Sexualität zu sprechen. Es darf deshalb nicht erwartet werden, dass Eltern sich darum kümmern. Aus diesem Bedarf heraus wurde der nationale Plan „Promotion de la santé affective et sexuelle“ ins Leben gerufen, der Sexualerziehung für jede Institution vorschreibt und Methoden dafür festlegt. mehr lesen / lire plus

Sexualerziehung
: Es mit der Romantik übertreiben

Wo kommen die Babys her? Ist Sex wirklich so wie im Porno? – Alles Fragen, die sich viele bereits in jungen Jahren stellen. In Klassenworkshops gibt das Planning Familial Antworten darauf. Für den dritten Teil unserer Serie über Sexualerziehung haben wir mit Simon Görgen über seine Tätigkeit als Sexualpädagoge gesprochen.

Simon Görgen ist Sexualpädagoge beim 
Planning Familial. (Foto: Planning Familial)

woxx: Welchen Stellenwert hat Sexualerziehung im Leben eines Menschen?


Simon Görgen: Laut Bedürfnispyramide von Maslow steht Sexualität auf der gleichen Stufe wie Essen, Trinken und Schlafen. Sexualität sollte also jedem zugänglich sein. Wir vom Planning Familial wollen jedem eine selbstbestimmte Sexualität ermöglichen. mehr lesen / lire plus

Geschlechtergerechtigkeit: Neutralität nicht angebracht

Frauen sind in der Politik unterrepräsentiert. Die Schuld dafür schieben sich Institutionen gerne gegenseitig zu. Es wird Zeit, dass alle ihren Teil der Verantwortung tragen.

(Foto : svgsilh.com)

„Europapolitik – Männersache?“ An niemand anderen als das Zentrum fir politesch Bildung (ZpB) und die Vertretung der Europäischen Kommission in Luxemburg richtet sich diese kürzlich in einem Presseschreiben gestellte Frage des Conseil national des femmes au Luxembourg (CNFL). Der Anlass: Die adressierten Institutionen hatten Anfang August eine gemeinsam organisierte Konferenzreihe angekündigt, mit ausschließlich männlichen Referenten. Doch damit nicht genug: Auch die drei Moderierenden sind männlichen Geschlechts. Im Presseschreiben ruft der CNFL sowohl die Organisatoren als auch die Parteien dazu auf, sich für eine paritätische Repräsentation auf Veranstaltungen einzusetzen. mehr lesen / lire plus

Gebärdensprache: Zahl der Nutzer*innen unbekannt

Es liegen keine Zahlen darüber vor, wie viele Menschen in Luxemburg die Gebärdensprache nutzen – das bestätigten Corinne Cahen, Lydia Mutsch und Dan Kersch in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage. Darin hatte sich die CSV-Abgeordnete Claudine Konsbruck auf Diskussionen bezogen, die im Bezug auf das mittlerweile verabschiedete Gesetz zur Anerkennung der deutschen Gebärdensprache aufgekommen waren. So war in einigen Gutachten die mangelnde Datenlage kritisiert worden. Konsbrucks Frage bezog sich jedoch nicht nur auf Nutzer*innen der Gebärdensprache, sondern auch auf die Zahl gehörloser oder hörgeschädigter Menschen, die in den letzten zehn Jahren geboren wurden. Die Antwort: 77 Kinder, wovon zurzeit 63 einen Hörapparat tragen. mehr lesen / lire plus

Richard Eyre
: Harte Schale, weicher Kern


Mit der Verfilmung von Ian McEwans Roman „The Children Act“ ist Regisseur Richard Eyre ein solide gemachter Film gelungen, der jedoch die Chance verpasst, das Publikum emotional abzuholen.

Was fasziniert Richterin Maye nur so an Adam? Man versteht es nicht so recht. (Foto: outnow.ch)

Fiona Maye (Emma Thompson) ist Richterin am High Court of Justice in London. Sie ist auf Fälle spezialisiert, in denen die Rechte von Minderjährigen auf dem Spiel stehen. Zu Beginn des Films soll sie zum Beispiel entscheiden, ob zwei siamesische Zwillinge operativ voneinander getrennt werden dürfen. Der Eingriff würde einem der beiden das Leben retten, den anderen jedoch töten. mehr lesen / lire plus

Tierrechte: Marschieren für mehr Gerechtigkeit

Am kommenden Samstag findet in Luxemburg-Stadt ein Animal Rights March statt. Wir haben mit den Organisatorinnen von Animal Dignity gesprochen.

woxx: Der Animal Rights March startet am Samstag um 14 Uhr auf dem Heilig-Geist-Plateau. Was ist das Ziel dieser Aktion?

Olga Roster: Wir wollen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen, das durch die Fleisch-, Milch- und Eierindustrie verursacht wird. Tiere sind Individuen, die, genau wie wir auch, Zuneigung, Angst und Überlebenswillen verspüren. In unseren Augen gibt es keine Notwendigkeit, Tiere zu quälen, zu schlachten oder zu essen. Tiere einzusperren, auszunutzen oder zu töten, nur weil es sich um eine andere Spezies handelt, empfinden wir moralisch unvertretbar. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Sharp Objects

Qualitativ hochwertige Serien liefen einst nur in den Monaten zwischen September und Mai an. Dank dem verstärkten Aufkommen von Streaming-Plattformen gibt es mittlerweile aber auch in den Sommermonaten einige Perlen zu entdecken. Eine davon ist die achtteilige HBO-Serie „Sharp Objects, die am 8. Juli gestartet ist.

© whats-on-netflix.com

Wie so viele Filme und Serien, beginnt „Sharp Objects“ mit der Ermordung eines Teenagers. Schauplatz ist die Kleinstadt Wind Gap, Missouri. Ein weiteres Mädchen wird vermisst. Ob wohl ein Zusammenhang besteht? Das soll Reporterin Camille Preaker (Amy Adams) herausfinden. Jahre zuvor hatte sie ihren Heimatort verlassen – nun kehrt sie zurück und zieht vorübergehend wieder bei ihrer Familie ein, die aus ihrer Mutter Adora (Patrica Clarkson), ihrem Stiefvater Alan (Henry Czerny) und ihrer Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) besteht. mehr lesen / lire plus

Bildungspolitik: CSV plant kleine Änderungen

Am Montag stellte die CSV den zweiten Teil ihres Wahlprogramms vor. Darin geht es unter anderem um die Ziele in puncto Bildungspolitik. Angesprochen werden neben Hochschule, Forschung, Lehrer- und Berufsausbildung auch Bildungsinhalte und -methoden. Im Grundschulwesen plant die CSV unter anderem die „Bilans intermédiaires“ zu überarbeiten und eine kostenlose Hausaufgabenhilfe einzuführen. Im Sekundarunterricht sollen Praktika eingeführt werden, Lehrpläne einer laufenden Überarbeitung unterzogen werden, die frühzeitige Spezialisierung einer flexibleren Gestaltung weichen und es soll eher auf Schlüsselqualifikationen denn auf Wissensvermittlung gesetzt werden. Englischunterricht soll bereits ab der siebten Klasse eingeführt werden. In der Lehrer*innenausbildung soll das Referendariat in der Grundschule praxisgerechter gestaltet und der administrative Aufwand reduziert werden. mehr lesen / lire plus

LGBTIQ-Aufklärung
: Vielfalt will gelernt sein

Zum Themenfeld der Sexualerziehung gehört auch die Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Im zweiten Teil unserer Interviewserie haben wir uns über diesen Aspekt mit Cigale-Mitarbeiter Roby Antony unterhalten.

woxx: Wie gut sind junge Menschen heutzutage über LGBTIQ-Thematiken informiert?


Roby Antony arbeitet seit 16 Jahren im Cigale. (FOTO: Privat)

Roby Antony: Ich stelle fest, dass Schüler über eine offenere Haltung verfügen und besser informiert sind, als dies noch etwa vor 15 Jahren der Fall war. Die Medien haben in dieser Entwicklung eine große Rolle gespielt. Allerdings nicht nur eine positive: Besonders in populären Fernsehsendungen werden oft Stereotype reproduziert. Diese schaffen beziehungsweise bestärken Vorstellungen davon, wie lesbische, schwule, bisexuelle oder trans Personen aussehen, sich verhalten, wofür sie sich interessieren und was ihre sexuellen Vorlieben sind. mehr lesen / lire plus

Lecktuch? Fehlanzeige.

Eine aktuelle Kampagne des Gesundheitsministeriums reproduziert Heteronormativität und suggeriert, dass nur Kondome zur Krankheitsverhütung genutzt werden können.

Wie jedes Jahr startet das Gesundheitsministerium auch in diesem Sommer eine Kampagne zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten. Das Ziel, so heißt es im Presseschreiben, bestehe darin, die Bevölkerung dazu anzuhalten, Kondome zu benutzen und sich regelmäßig testen zu lassen. Auf der Seite safersex.lu wird das Kondom (sowohl das „männliche“ als auch das „weibliche“) sogar als einzige Methode zur Krankheitsverhütung bezeichnet. Was andere Ansteckungsmöglichkeiten betrifft, wird nur darauf hingewiesen, dass ansteckende Körperflüssigkeiten nicht mit Hautverletzungen, oder genitalen, oralen und analen Schleimhäuten in Kontakt kommen dürfen. mehr lesen / lire plus

Sexualerziehung
: Wie sag ich’s meinem Kind?


Sexualität, Pubertät, Gender, sexuelle Orientierung – Themen, die zum Feld der sexuellen und affektiven Erziehung gehören, gibt es zahlreiche. Eine angemessene Heranführung ist besonders in jungen Jahren wichtig. Was wird in Luxemburg in diesem Bereich geleistet? Was klappt, wo besteht Nachholbedarf? Im Rahmen einer Interview-Serie haben wir Vertreter*innen einiger zuständiger Strukturen dazu befragt. Das erste Gespräch fand mit Isabel Scott vom Centre national de référence pour la promotion de la santé affective et sexuelle, kurz Cesas, statt.

Isabel Scott arbeitet seit April 2017 beim Cesas. (© privat)

woxx: Wie sollte Sexualaufklärung im weitesten Sinne im Idealfall ablaufen?


Isabel Scott: Die Weltgesundheitsorganisation hat 2011 das Dokument „Standards für Sexualaufklärung in Europa“ publiziert. mehr lesen / lire plus

Chèques-services und Armutsrisiko

Dienstleistungsgutscheine (Chèques-services) reduzieren das Armutsrisiko von 16,5 auf 14,9 Prozent, das Kinderarmutsrisiko sogar von 21,8 auf 16,7 Prozent. Das geht aus einer kürzlich vom Statec publizierten Studie hervor. Eine weitere Auswirkung haben die Chèques-services auf die Einkommensungleichverteilung. Der entsprechende Koeffizient ist mit Dienstleistungsgutscheinen ein Prozent niedriger als ohne. Wie das Statistikamt jedoch einräumt, beziehen sich die Berechnungen auf einen Idealfall, in dem alle Kinder in staatlich konventionierten Strukturen unterkommen. Demnach sollte man die Aussagekraft der Studie nicht überbewerten. Das System „Chèque-service accueil“ (CSA) wurde 2009 geschaffen, um es Eltern zu ermöglichen, ihre Kinder bis zum Alter von 13 Jahren in professionelle Betreuungsstrukturen zu integrieren. mehr lesen / lire plus

Matteo Garrone: Aus Loyalität vor die 
Hunde gehen

Anhand der Figur eines Hundefriseurs wirft „Dogman“ die Frage auf, wie sehr man sich seinem Unterdrücker anpassen kann, bevor man selbst zum Täter wird.

Selten wirkt Marcello so in seinem Element, als in Gesellschaft von Hunden. (Foto: © Xerix Films)

Ein knurrender, zähnefletschender Rottweiler. Das einzige, was ihn davon abhält, jedem, der sich ihm nähert, an die Gurgel zu springen, ist eine massive Metalkette. Direkt daneben stehend ein Mann, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Vierbeiner einzuschamponieren. Diese Szene, zugleich bedrohlich und humorvoll, setzt den Ton des italienischen Films „Dogman“.

Beim Hundefriseur handelt es sich um Marcello (Marcello Fonte), der in einem kleinen, tristen Stadtviertel in der Nähe von Neapel lebt. mehr lesen / lire plus

Psychiatrie: Immer mehr Kinder in Behandlung

Die Zahl der Kinder, die aus psychischen Gründen medizinisch oder medikamentös behandelt werden, steigt von Jahr zu Jahr. Dies geht aus der Antwort von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch, Bildungsminister Claude Meisch und dem Minister für Soziale Sicherheit Romain Schneider auf eine parlamentarische Anfrage vom ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser hervor. Dieser hatte sich danach erkundigt, wie viele Menschen sich zurzeit in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung befinden. In ihrer Antwort beziehen sich die zuständigen Minister auf zum Teil vorläufiges Zahlenmaterial der CNS. Auf psychologische Behandlungen gehen sie nicht ein, da diese nicht von der Krankenkasse rückerstattet werden. Im Jahr 2017 wurden 5.591 Menschen unter 20 Jahren medizinisch oder medikamentös behandelt. mehr lesen / lire plus

Verhütung: Rückerstattung erweitert

Ab morgen, dem 1. August werden manche Verhütungsmethoden bis zum 30. Lebensjahr rückerstattet.

© Wikipedia

Lange Zeit sah es nicht danach aus, doch nun hat die Regierung ihr Versprechen endlich wahrgemacht: Das Rückerstattungsangebot für Verhütungsmethoden wird erweitert. Bisher wurden Frauen, die in Luxemburg krankenversichert sind, bis zum 25. Lebensalter die Ausgaben für die „Pille“, den Vaginalring sowie das Verhütungspflaster zu 80 Prozent rückerstattet. Ab dem 1. August gilt das Angebot nun bis zum 30. Lebensjahr. Eine weitere Änderung: Auch die Kosten für Hormon- und Kupferspirale werden ab jetzt zu 80 Prozent rückerstattet.

Das ist ein wichtiger Fortschritt, doch es gibt immer noch Nachholbedarf. mehr lesen / lire plus