Inklusive Schuldbildung: „Alles 
beim Alten“


Das kürzlich verabschiedete Schulgesetz sieht eine Reihe von Änderungen bei der Sonderpädagogik vor. Doch Behindertenvereine üben deutliche Kritik an der Reform.

Ist in Luxemburg ein Modell möglich, in dem Kinder mit und ohne Behinderung, mit und ohne Lernschwäche oder Verhaltensauffälligkeit gemeinsam unterrichtet werden? (Foto: Flickr)

„Dieses Gesetz wurde gestimmt, ohne die Konsequenzen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mitzudenken. Es ist unvollständig, voller Lücken und entspricht nicht der UN-Konvention“, heißt es in einem offenen Brief der Organisationen Zesumme fir Inklusioun (ZEFI), Association luxembourgeoise des parents d’élèves de l’éducation différenciée (ALPEED) und Trisomie 21. Darin kritisieren sie das Schulgesetz, das letzten Monat gestimmt wurde. mehr lesen / lire plus

Jugend: Nicht in Ausbildung, ohne Job

Das Bildungsministerium plant Maßnahmen zur Unterstützung inaktiver junger Menschen und zur Misserfolgs-Prävention. Dabei will man sich an den Ergebnissen einer kürzlich publizierten Studie orientieren.

(Foto: Ministère de l‘Éducation nationale)

In Luxemburg sind zurzeit zwischen 3.000 und 3.500 junge Menschen weder ins Bildungssystem noch in die Arbeitswelt integriert – eine Sachlage, der das Bildungsministerium nicht länger tatenlos zusehen will. Eine vom Service national de la Jeunesse (Snj), von der Inspection générale de la sécurité sociale (Igss) und vom Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (Liser) im Jahr 2013 in Auftrag gegebene Studie gibt nun Einblicke in die komplexe Lebenssituation der sogenannten NEETs (not in employment, education or training). mehr lesen / lire plus

LSBTI-Geflüchtete in Luxemburg

Der Wissensstand zu schwulen, lesbischen, bisexuellen, trans* oder intergeschlechtlichen (kurz : LSBTI-) Geflüchteten in Luxemburg ist dürftig. Das geht aus der Antwort von Jean Asselborn auf eine parlamentarische Anfrage von Marc Baum hervor. So weiß das Ministerium zum Beispiel nicht, wie viele LSBTI-Personen zurzeit in hiesigen Unterkünften untergebracht sind. Auch wurden dem Office luxembourgeois de l‘accueil et de l‘intégration (Olai) bisher noch keine Fälle von Belästigung oder Misshandlung von diesem Personenkreis Zugehörigen in Flüchtlingszentren gemeldet. In einem 2016 veröffentlichten Bericht des Europa-Parlaments waren LSBTI- Personen als besonders verletzliche Untergruppe der Geflüchteten herausgehoben worden. Die Mitgliedsstaaten wurden dazu aufgerufen, den speziellen Bedürfnissen dieser Menschen durch die Einrichtung von Weiterbildungsprogrammen entgegenzukommen. mehr lesen / lire plus

Amanda Kernell: Sameblod

Eindrucksvoll verbindet „Sameblod“ eine Geschichte über das Erwachsenwerden im Schweden der 1930er Jahre mit der Darstellung der Unterdrückung des indigenen Volkes der Samen. Mit teils dokumentarischen Bildern erzählt Regisseurin Amanda Kernell von dieser Identitätssuche mit einer Intensität, die unter die Haut geht

Bewertung der woxx : XXX
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Chancengleichheit
: Kleider machen Politikerinnen

Das Ministerium für Chancen
gleichheit will mehr Frauen in die Gemeinderäte bringen. Bisher hat die Kampagne „votez égalité“ aber vor allem Verständnislosigkeit und Empörung ausgelöst.

In den sozialen Netzwerken tümmeln sich kritische Reaktionen auf die Kampagne „votez égalité“. (Quelle: www.facebook.com/weltraumkommunismus)

Sie sind eine weiße, normschöne, stilbewusste Frau? Dann ist Kommunalpolitik genau das Richtige für Sie! – So jedenfalls scheint es ein für die Kampagne „votez égalité“ gedrehter Clip nahezulegen.

Das Video beginnt mit einer Nah-Einstellung auf ein Paar nackter Beine. Sie sind nur bis zu den Knien zu sehen, an den Füßen trägt die Person schwarze Stöckelschuhe. Eine Frau also. mehr lesen / lire plus

Sekundarschulreform: Noch nicht ausgereift

Die Cnel fordert, mit der Umsetzung der geplanten Reform der Sekundarstufe noch ein Jahr zu warten. Die Lyzeen bräuchten mehr Zeit, um sich auf die anstehenden Änderungen vorzubereiten.

(Bildquelle : Cnel)

Am vergangenen Montag stellte die Conférence nationale des élèves du Luxembourg (Cnel) ihr Gutachten zur Reform des Sekundarschulunterrichts vor. Neben einzelnen Kritikpunkten wird vor allem ein Aufschub bei der Umsetzung gefordert. Es sei wichtig, dass der Text vor seinem Inkrafttreten ausgereift sei und nicht noch nachträglich Änderungen vorgenommen werden müssten, wie es beispielsweise bei der Reform zur „Formation professionelle“ der Fall war, so Max Bintener, Präsident der Cnel.

Die von Bildungsminister Claude Meisch im vergangenen September vorgestellte Reform des Sekundarunterrichts sieht Änderungen in sechs zentralen Bereichen vor. mehr lesen / lire plus

Serie: What the facts?! (8): (Miss)traue deinen Augen

Sie wollen unsere Sehgewohnheiten irritieren und so eine kritische Distanz gegenüber der Manipulierbarkeit filmischer Bilder begünstigen: dazu greifen FilmemacherInnen zu vielfältigen Methoden. Letzter Teil unserer Serie über das „Postfaktische“.

Eine eigens für den Film „Caché“ gemachte Aufnahme – oder etwa doch nicht? (Bildquelle: Must See Cinema)

Illusion, Manipulation, das Nebeneinander von verschiedenen Wahrheiten und Wirklichkeiten, die Bekräftigung von Vorurteilen und Stereotypen – all diese Elemente sind aus Diskursen rund um die Filmkunst nicht wegzudenken. Das beginnt bereits damit, dass filmische Bilder immer schon artifiziell gestaltet sind, idealerweise auf eine möglichst unauffällige Weise. Allein dieser Umstand kann ein gewisses Unbehagen auslösen. Von „unsichtbarem Schnitt“ und „Kontinuität“ ist dann beispielsweise die Rede: Um ein möglichst ungestörtes Eintauchen in die Filmwelt zu gewährleisten, sollen die einzelnen Einstellungen aufeinanderfolgen, ohne den Erzählfluss zu beeinträchtigen; das Publikum soll nicht daran erinnert werden, dass es gerade einen Film anschaut. mehr lesen / lire plus

Geschlechterbewusste Pädagogik: Wenn Stereotype schaden


Das Bedürfnis, eine Identität als „richtiger Junge“ oder „richtiges Mädchen“ zu erlangen, ist bei Kindern stark ausgeprägt. Lehrkräfte sollten sie dabei selbstreflexiv begleiten.

Vergeschlechtlichte Symbole finden sich überall – und beeinflussen die Identitätsbildung von Kindern. (Bildquelle: Pixabay)

Jungen und Mädchen sind verschieden: Sie kleiden sich verschieden, verhalten sich verschieden und haben unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten. Nicht zuletzt im Schulalltag wird dies deutlich. Gibt man die Wörter „Geschlecht und Schule“ in eine Internet-Suchmaschine ein, ist in den angezeigten Artikeln vor allem von Jungen als den großen Bildungsverlierern die Rede: Sie haben eine schlechtere Lesekompetenz, schaffen nur vergleichsweise niedrige Bildungsabschlüsse und brechen häufiger die Schule ab als ihre weiblichen Altersgenossen. mehr lesen / lire plus

Andrea Arnold: Das vergessene Amerika

In ihrem ersten in Amerika gedrehten Film „American Honey“ erzählt die britische Filmemacherin Andrea Arnold von Menschen, denen mangels Perspektiven letztlich nur der Rückzug auf sich selbst bleibt.

Wie wäre es wohl, sein altes Leben hinter sich zu lassen und einfach aufzubrechen? „American Honey“ erzählt von einem solchen Neuanfang, der möglicherweise aber nur eine Zwischenetappe im Leben der Hauptperson, der 18-jährigen Star (Sasha Lane), darstellt. In dem Film hat die Vorstellung der Freiheit zentrale Bedeutung, obwohl keine der Figuren im Grunde frei ist. Zumindest die Protagonistin dürfte sich aber zeitweise so fühlen, entflieht sie doch einem Alltag, wie er trostloser kaum sein könnte. mehr lesen / lire plus

Trans* und Intersex: Mehr Recht auf Selbstbestimmung

Ein Gesetzesentwurf sieht für künftige Änderungen des Namens- oder Geschlechtseintrags im Personenstandsregister eine simple administrative Prodezur vor. Damit soll der Pathologisierung von Trans*- und Intersex-Personen entgegengewirkt werden.

(Bildquelle: Wikimedia Commons)

Hatte die Regierung in ihrem Programm von 2013 nur vage angekündigt, sich mit Fragen bezüglich Trans* und Intergeschlechtlichkeit befassen zu wollen, so sieht ein neuer Gesetzesentwurf nun grundlegende Maßnahmen vor. Zurzeit sind AntragstellerInnen verpflichtet, einen medizinischen Nachweis über ihre vom Eintrag im Personenstandregister abweichende Geschlechtszugehörigkeit vorzulegen. Das soll sich nun ändern. „Eine Depathologisierung der Prozedur ist nötig. Trans*- und Intersex-Personen sind nicht krank, sondern eine Variante der Natur“, erklärte der Grünen-Abgeordnete Felix Braz auf einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. mehr lesen / lire plus

Förderung geschlechterbewusster Pädagogik

Mädchen sind sensibel, fleißig und ruhig – Jungen energiegeladen und technikbegeistert. Geschlechterklischees wie diese halten sich hartnäckig. Werden solche Vorurteile – bewusst oder unbewusst – an Kinder herangetragen, wirkt sich dies unvermeidlich auf die Entwicklung der individuellen Fähigkeiten und Interessen aus. Nicht zuletzt in der Schule darf deshalb die Notwendigkeit eines geschlechterbewussten Umgangs nicht unterschätzt werden. Neuere Förderkonzepte folgen einerseits dem Prinzip der Gleichbehandlung und andererseits dem der Frauenförderung. So stehen nicht-diskriminierende Praktiken neben solchen, die das Ziel haben, bestehenden Benachteiligungen von Mädchen entgegenzuwirken. Unter der Prämisse eines pädagogischen Ansatzes dieser Art lädt das Cid-Fraen an Gender am 18. Mai zu zwei Veranstaltungen ein. mehr lesen / lire plus

Homo- und Trans*phobie: Die Grenzen der Akzeptanz

2002 wurde das Cigale von Rosa Lëtzebuerg asbl ins Leben gerufen. Das Zentrum richtet sich an Personen, die bezüglich Geschlecht und sexueller Orientierung Fragen haben oder Hilfestellung benötigen. Im Gespräch mit der woxx erzählt die Soziologin Enrica Pianaro von ihrer Arbeit beim Cigale.

Seit Januar 2016 leistet Enrica Pianaro Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit beim Cigale. (Fotos: Privat)

Ist Homophobie in Luxemburg noch ein Problem?


Das hängt davon ab, von welcher Art von Homophobie die Rede ist. Im Vergleich zu anderen Ländern existiert in Luxemburg auf gesetzlicher Ebene keine Homophobie mehr. Hierzulande wird ja zum Beispiel niemand wegen seiner sexuellen Orientierung verfolgt. Wenn es aber um latente Homophobie geht, ist die Antwort ganz klar: ja. mehr lesen / lire plus

Platzverweis: Fraglicher Bedarf

Die Zahl der Personen, die in den letzten vier Jahren von der Benutzung eines öffentlichen Transportmittel ausgeschlossen wurden, ist verschwindend gering, wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der LSAP-Abgeordneten Claudia Dall’Agnol. Sie wollte wissen, wieviele Personen in den Jahren 2013 – 2016 von einer solchen Maßnahme betroffen waren. Laut Gesetz kann eine Person des Zuges oder Busses etc. verwiesen werden, wenn sie die allgemeine Sicherheit bedroht oder ein aggressives Verhalten an den Tag legt. Es ist zudem möglich, einer Person für eine Dauer von maximal einem Jahr den Zugang zum öffentlichen Transport zu verweigern. In den vier von François Bausch angeführten Fällen wurden die Personen eines Zuges verwiesen, weil sie in dessen Innenraum geraucht, auf die Sitze uriniert, oder das Personal beleidigt oder physisch bedroht hatten. mehr lesen / lire plus

Geschlechtergerechtigkeit
: Business-Feminismus

Geschlechtervielfalt in Aufsichtsräten gilt als wichtiger Schritt in Richtung der Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Zu Recht?

Beim „Business-Feminismus“ liegt der Fokus auf dem Wirtschaftswachstum. (Bildquelle: Pixabay)

Nur 12,9 Prozent weibliche Führungskräfte, ein „gender pay gap“ von 5 Prozent, größtenteils von Frauen geleistete unbezahlte und prekäre Arbeit – wer die Zahlen und Fakten kennt, weiß, dass es in puncto Geschlechtergerechtigkeit auf dem luxemburgischen Arbeitsmarkt noch einiges zu tun gibt. Wer aber denkt, dass diesbezügliche Proteste, Kampagnen und Richtlinien stets feministisch motiviert sind, irrt. „Um in Sachen Chancengleichheit Fortschritte zu erzielen, sind ökonomische Argumente manchmal hilfreicher als feministische.“ In ihrer Einführungsrede zu der vor wenigen Wochen veranstalteten Table-Ronde „Les femmes dans la prise de décision économique“ scheute sich Viviane Reding nicht, die Dinge beim Namen zu nennen. mehr lesen / lire plus

Revenu d’inclusion sociale: (Nicht) Garantiertes Mindesteinkommen


Die Reformpläne zum Mindesteinkommen stoßen bei der Opposition auf Kritik. Der Rechtsanspruch auf Sozialhilfe sei mit ihnen nicht mehr gewährleistet.

Auch wenn hierzulande absolute Armut kaum vorhanden ist: Auf Sozialhilfe sind dennoch mehr als 20.000 Menschen angewiesen. (Bildquelle : Wikipedia)

Bekämpfung von Kinderarmut, verstärkte Unterstützung von Frauen und Alleinerziehenden, administrative Vereinfachung und soziale Inklusion – das sind die Ziele, die vom Familien- und Arbeitsministerium mit der Reform des Revenu minimum garanti (RMG), künftig Revenu d’inclusion sociale (Revis) genannt, avisiert werden. Die staatliche Hilfeleistung gilt Personen und Haushalten, deren Einkommen nicht dem zur Existenzsicherung erforderlichen Minimum genügt. Künftig sollen diejenigen, die an Maßnahmen zur Resozialisierung oder zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt teilnehmen oder mehr als zehn Stunden pro Woche arbeiten, zusätzlich zur Allocation d’inclusion eine Allocation d’activation erhalten. mehr lesen / lire plus