Willis Tipps: Oktober 2019

Mísia zwischen Hölle und Himmel

Zwei Jahre lang kämpfte die in Porto geborene Mísia gegen eine schwere Erkrankung und hat diese schlimme Zeit auf ihrem aktuellen Album verarbeitet. Pura Vida (Banda Sonora) hat Ecken und Kanten und ist gerade deshalb sehr berührend. Mísia hat ihr erstes Album 1991 veröffentlicht und begeisterte seitdem mit 13 Platten die Aufgeschlossenen und verschreckte die Fado-Puristen nicht nur damit, dass sie sich nicht an die kanonisierte Instrumentalisierung hielt. Im Begleittext zur aktuellen CD erklärt sie, dass es sich nicht um eine Fado-Platte handelt, Fado sei aber durchaus enthalten. Bemerkenswert ist der Einsatz der verzerrten E-Gitarre, die die Hölle, die sie erlebt hat, symbolisiert, während die traditionelle portugiesische Gitarre mit ihrem zarten Klang den Himmel darstellt. mehr lesen / lire plus

#QueerSuperPower

Die Ausstellung #QueerSuperPower illustriert die Härte von Rassismus und Queerfeindlichkeit. Die Künstlerin Estelle Prudent gibt schwarzen, queeren Menschen in Frankreich eine Stimme.

Copyright: 2017 Estelle PRUDENT

Die Ausstellung #QueerSuperPower, die derzeit im Escher Rathaus gezeigt wird, besticht nicht durch ein aufwendiges Raumkonzept. Die Exponate – großformatige Fotografien auf denen mit Klebestreifen weiße Zettel mit Zitaten und piktografischen Zeichnungen befestigt sind – stehen teilweise in dessen der Eingangshalle. Die Tafeln, an denen die Fotografien und Texte befestigt sind, reichen bis zu den Büros der Beamt*innen. In der Mitte des Ausstellungsraums prangt eine Säule, auf der die Wartenummern angezeigt werden. Doch wenn man die gezeigten Inhalte kontextualisiert, erschließen sich die Wertigkeit und die Aussagekraft der Ausstellung. mehr lesen / lire plus

Budget 2020 : un vœu (partiellement) exaucé

Le budget 2020 vient donc de tomber et la ministre de la Culture, Sam Tanson, s’est déjà mise en avant sur Twitter pour proclamer une bonne nouvelle : la TVA pour artiste sera enfin adaptée, voire super-réduite.

C’était une revendication de longue date émanant des milieux du spectacle et avant tout du théâtre : l’application du taux de TVA de 17 % rendait certains projets très chers et constituait une absurdité en soi. Vu que la plupart des pièces de théâtre et autres spectacles sont payés d’une façon ou d’une autre par l’État – l’aide de subventions, de conventions ou de deniers communaux –, c’était en fin de compte ce dernier qui se surtaxait lui-même. mehr lesen / lire plus

Variations sur « Vingt mille lieues sous les mers »

« Quelles musiques entend-on lorsqu’on est enfermé dans un sous-marin ? » Quelques mètres sous le niveau de l’esplanade de la Philharmonie, dans la salle de musique de chambre transformée en vaisseau submersible pour l’occasion, Jean-François Zygel a répondu à cette question qu’il avait lui-même posée dans le programme du concert de ce dimanche 13 octobre.

Photos : Philharmonie Luxembourg/Éric Devillet

D’abord au clavier d’un Fender Rhodes, le maestro commence cette étonnante balade sous-marine par des accords aqueux où semble évoluer toute une faune paisible, avant de présenter les personnages du récit de Jules Verne par des thèmes inspirés de leurs caractères, cette fois au piano. mehr lesen / lire plus

World Musik: Tanzende Seidenstraße

Das Samarkand-Musikfestival zeigt die Seidenstraßenmetropole mit Kultur statt Kommerz. Bericht über einen Besuch beim „Sharq Taronalari“-Festival.

Hauptschauplatz des Sharq Taronalari-Festivals: der historische Registan-Platz. (Foto: Willi Klopottek)

Vom 26. bis zum 30. August ging zum zwölften Mal das im zweijährigen Rhythmus stattfindende internationale Musikfestival „Sharq Taronalari“ in der berühmten Stadt Samarkand in Usbekistan über die Bühne. Der Name bedeutet „Melodien des Ostens“ und es handelt sich dabei um eine der bedeutendsten und größten Musikveranstaltungen in Zentralasien. Samarkand ist einer der legendären Orte der Seidenstraße, über die seit der Antike Europa und Asien Kontakte pflegen. Wenn heute von der neuen Seidenstraße gesprochen wird, geht es um billige Massenware. mehr lesen / lire plus

Exposition : Wiel mech !

Sous le titre « Wiele wat mir sinn », la Chambre des député-e-s (CHD) et le Musée national d’histoire et d’art (MNHA) fêtent le centenaire du suffrage universel dans une grande exposition, accompagnée d’une ribambelle d’événements. Le woxx s’y est promené.

Le long chemin vers le suffrage universel… qui mène à une nouvelle crise de la représentativité dans la démocratie luxembourgeoise. (Photos : © MNHA)

Il est encore tôt mercredi matin, l’automne maussade ne se cache plus même au promeneur le plus optimiste quand le rendez-vous pour la visite officieuse de l’exposition au MNHA a lieu. Entre équipes de nettoyage qui font leur ronde matinale, écrans pas encore tous allumés et éclairages parfois improvisés, les historien-ne-s Renée Wagener (pour la CHD) et Régis Moes (pour le MNHA) commencent leur journée remplie de multiples guidages – après votre humble serviteur, c’était le tour d’un groupe de diplomates d’explorer « Wiele wat mir sinn ». mehr lesen / lire plus

CinEast 2019: Für Augen, Ohren und Gaumen

Auch in diesem Jahr bietet das CinEast Festival ein vielfältiges Programm.

© CinEast

Bereits zum zwölften Mal findet vom 3. bis zum 20. Oktober das CinEast Festival statt. Für die diesjährige Ausgabe sind Diskussionsrunden, Konzerte, thematische Abende, zwei Ausstellungen, kulinarische Events sowie 115 Filmvorführungen geplant. Die 65 Lang- und 50 Kurzfilme stammen aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien, Kroatien, Slowenien, Rumänien, Albanien und Georgien. Ein besonderes Scheinwerferlicht soll in diesem Jahr auf Litauen gerichtet werden.

Vor der morgigen Eröffnungszeremonie um 17.30 Uhr wird im Neimënster die Fotoausstellung “Down with Walls! / À bas les murs!”, die den Berliner Mauerfall thematisiert. Im Anschluss an die Zeremonie folgt um 19 Uhr das Screening des Films “My Thoughts are Silent” vom ukrainischen Filmemacher Karylovy Vary. mehr lesen / lire plus

John Fante: Arturo Bandini – Die Trilogie

Der Blumenbar-Verlag hat den lange Zeit in Vergessenheit geratenen Autor John Fante neu übersetzen lassen und verlegt. Die Meilensteine US-amerikanischer Literatur werden so endlich wieder einem größeren Publikum zugänglich.

Der Mann, den Charles Bukowski seinen Gott nannte, war lange Zeit aus dem kollektiven Gedächtnis verschollen. Und das, obwohl er durch seinen Jünger durchaus weiterlebt: Wer mit Bukowskis Werk vertraut ist, wird bei der Lektüre Fantes so manchen Aha-Moment erleben – und den alten Meister danach durchaus nüchterner betrachten.

Der italienischstämmige Autor schwingt sich auch zum Chroniker der Immigration auf. Vor allem der erste Band „Warte bis zum Frühling, Bandini“ beschäftigt sich mit der Jugend des Autors in Boulder, Colorado. mehr lesen / lire plus

BNL : un « u » chasse un « e »

Peu de personnes l’auront remarqué, mais l’ouverture du nouveau bâtiment de la BNL a donné lieu à un changement d’appellation. En effet, le logo présent sur le nouveau site mentionne bien que la vénérable institution s’appelle désormais « Bibliothèque nationale du Luxembourg », alors qu’elle a toujours été jusque-là « Bibliothèque nationale de Luxembourg », comme en témoignent les documents officiels qu’on peut trouver dans la partie du site consacrée aux publications. Interrogée par le woxx, bien entendu le premier à s’enquérir, la BNL a confirmé ce changement.

Changement cosmétique d’ailleurs, d’autant qu’il ne semble pas avoir été communiqué ? mehr lesen / lire plus

Eröffnung der neuen Nationalbibliothek

Morgen öffnet die neue Nationalbibliothek der breiten Öffentlichkeit ihre Türen. Vorab schon ein kleiner Vorgeschmack darauf, was Sie in dem hochmodernen Gebäude erwartet.

© BNL

Nach fünf Jahren Bauzeit und einem viermonatigen Umzug wurde heute das neue Gebäude der Nationalbibliothek auf Kirchberg eingeweiht. Bereits vor der offiziellen Zeremonie am Nachmittag konnten die Mitglieder der Presse an einer Führung durch das Gebäude teilnehmen, dessen öffentlich zugängliche Fläche ganze 8.570 Quadratmeter umfasst.

Bei der Planung des Gebäudes wurde auf möglichst große Flexibilität geachtet, da man nicht nur aktuellen Anforderungen gerecht werden wollte, sondern auch Raum für Anpassungen an zukünftige Entwicklungen lassen wollte. Wie Direktorin Monique Kieffer zu Beginn der Besichtigung erklärte, sei man nach dem Prinzip „lessons learned“ verfahren: Defizite, die im vorherigen Gebäude festgestellt wurden, sollten im Neubau vermieden werden. mehr lesen / lire plus

Musique contemporaine : La rentrée de Lucilin

Haut lieu de la vie musicale luxembourgeoise pendant bien des années, l’auditorium de la Villa Louvigny a résonné ce dimanche de notes contemporaines.

Photos : Carl Curtis

C’est avec un peu d’émotion que Guy Frisch, directeur artistique de la formation grand-ducale Lucilin, prend brièvement la parole avant le concert : il a fait ses débuts orchestraux professionnels dans cette même salle, qui à l’époque retentissait régulièrement de notes diverses et variées. C’est plus rare maintenant, mais le temps d’un sympathique dimanche, l’Atelier a organisé – dans le cadre des Journées du patrimoine et avec la collaboration du ministère de la Culture – une série de représentations, dont celle de l’ensemble luxembourgeois constitue le coup d’envoi. mehr lesen / lire plus

Kultursektor: Dubai 2020 ist nicht …

… zumindest nicht, wenn es nach dem Kunstkollektiv Richtung 22 geht. Das versucht mit Protesten, offenen Briefen und einem Theaterstück, die luxemburgische Kunstszene von der Weltausstellung in Dubai fernzuhalten.

An den Fenstern des Kulturministeriums kleben Ausdrucke. Es sind offene Briefe, die das Kunstkollektiv Richtung 22 an Kulturministerin Sam Tanson und an den Direktor der Focuna (Fonds culturel national), Jo Kox, richtet. Das Kollektiv fordert beide Instanzen in den Briefen auf, sich selbst und Kunst aus Luxemburg aus der nationalen Beteiligung an der Weltausstellung in Dubai 2020 herauszuhalten. Bereits letzte Woche hatte das Kollektiv seinem Missmut mit einer Aktion auf der „Stäreplaz“ Luft gemacht und den Rückzug des Kunstsektors aus dem Pavillon verlangt. mehr lesen / lire plus

Denkmalschutz: „Der Entwicklung nicht länger hinterherlaufen“

Ab nächsten Samstag bis zum drauffolgenden Sonntag finden die diesjährigen „Journées européennes du patrimoine“ statt (siehe auch Agenda-Seiten). Für die woxx die Gelegenheit sich mit der für Denkmalpflege zuständigen Ministerin Sam Tanson (Déi Gréng) über die von ihr verantwortete Gesetzesreform bezüglich des Denkmalschutzes auszutauschen.

Fotos: woxx

woxx: Die Reform des Denkmalschutzgesetzes Anfang der 2000er-Jahre wurde über drei Legislaturen erfolglos diskutiert. Ist dieses Scheitern eine Ursache dafür, dass es jetzt zu einem regelrechten Paradigmenwechsel gekommen ist?


Sam Tanson: Es handelt sich sicherlich um eine neue Herangehensweise für Luxemburg, aber den Ansatz, gibt es im Ausland schon vielfach. Ich bin ja nicht ins Ministerium gekommen und habe gesagt:„Jetzt schreiben wir einen Text.“ Der neue Gesetzesentwurf ist schon ganz lange in Ausarbeitung. mehr lesen / lire plus

Littérature : « La migration me semble être la quintessence de l’instable »

Jean Portante vient de publier chez Phi « Leonardo », deuxième roman de la trilogie commencée avec « L’architecture des temps instables » L’occasion de continuer la conversation entamée à l’époque.

woxx : « L’architecture des temps instables » se terminait sur une promesse, que vous reprenez en exergue : « Et comme la Terre est ronde et qu’ils se tournent le dos en partant, ils finiront bien un jour par se retrouver nez à nez. » La promesse est-elle tenue ?


Jean Portante : Dans la trilogie que vous mentionnez, je ne compte pas mettre bout à bout des livres qui continueraient une même histoire, ce qui ferait de Leonardo en quelque sorte une suite de « L’architecture ». mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2019

Santana und Buika erkunden Afrika

Carlos Santana bei den Weltmusiktipps? Temporäre geistige Umnachtung beim Rezensenten? Keineswegs! Der Mexikaner hat immer gut in die Rockschublade gepasst, aber seit Anbeginn war sein Stil eindeutig von der Musik Lateinamerikas geprägt und Indien hat ihn zeitweilig auch inspiriert. 2014 erschien das Album Corazón, mit klarem Schwerpunkt auf Lateinamerika und jetzt kommt Afrika Speaks. Hier erkundet er die Beziehungen zwischen Afro-Amerika und Afrika. Das Album ist vor allem auch deshalb stark, weil Buika, die explosive, spanische Free-Flamenco-Sängerin mit afrikanischen Wurzeln, am Mikrofon steht. Natürlich ist Santanas einmaliger Gitarrenstil immer präsent. Der 72-jährige Mexikaner und die 47-jährige Spanierin haben hier eine Platte produziert, die wegen der Afrika-basierten Perkussion stets bestens groovt, auch in den ruhigeren Stücken. mehr lesen / lire plus

Dans les starting-blocks

Début de saison un peu chamboulé pour l’Orchestre philharmonique du Luxembourg ce mardi 17 septembre, avec l’annulation pour raison de santé de la soliste Janine Jansen. Mais sa remplaçante au pied levé, Simone Lamsma, a su aller au-delà de son rôle de doublure et imposer sa propre personnalité. La tournée en Amérique du Sud s’annonce passionnante.

Photos : Philharmonie Luxembourg/Sébastien Grébille

On aura beau dire, et même si le woxx s’évertue pendant l’été à trouver des concerts peu médiatisés propres à contenter les enthousiastes de la musique classique, c’est tout de même agréable de se rasseoir enfin dans les fauteuils de la Philharmonie pour une nouvelle saison musicale. mehr lesen / lire plus

Don Winslow : The Border

Dans le dernier volet de la trilogie consacrée aux cartels mexicains, le maître du suspense déplace l’action – et Art Keller, son héros – à Washington. Un tome avec moins d’action violente et certaines autres faiblesses.

Il aura tout vu au cours de sa quarantaine d’années de carrière pour le gouvernement américain, en première ligne dans la guerre contre la drogue : des champs de pavot brûlés par des avions de chasse dans le Sinaloa des années 1970, entraînant l’abandon de l’héroïne par les exploitants au profit de leur spécialisation dans le trafic de cocaïne colombienne (ce qui les aura rendu immensément riches tout en provoquant l’épidémie de crack au nord de la frontière), aux guerres entre les cartels, les Zetas et les Sinaloans, leurs connexions au pouvoir politique, la corruption, les meurtres et les tortures. mehr lesen / lire plus

Pop: Sind sie Helden?

Revolverheld aus Hamburg sind der Inbegriff deutscher Popmusik der letzten Jahre: Glatt bis belanglos, aber trotzdem immer noch originell genug, um sich ein bisschen abzusetzen.

Die netten Jungs von nebenan: Revolverheld. (© Benedikt Schnermann)

Zuhausegebliebene und Kulturredakteur*innen kennen das Phänomen: Der August und das Sommerloch sind eigentlich überstanden, der Terminkalender füllt sich langsam. Doch es gilt noch eine letzte Durststrecke zu überstehen, nämlich die erste Septemberwoche. Weder Fisch noch Fleisch, eine dieser zähen Übergangswochen, in denen eigentlich nichts Nennenswertes passiert. Die Theatersaison ist noch nicht angelaufen, die Sommerfestivals vorbei und die Konzerte plätschern so dahin.

Bleibt also nur der Mainstream: Revolverheld in der LuxExpo The Box. mehr lesen / lire plus

Mudam : la communication est banquée

Après le départ abrupt de José da Costa, que le woxx avait révélé, le Mudam se montre plus loquace sur son remplaçant, Yves Hoffmann, qui réunit le meilleur de l’art contemporain et… de la place financière.

Début mai cette année, le Mudam licenciait José da Costa après même pas une année de service (il avait été engagé en août 2018). Et le conseil d’administration n’a apparemment pas traîné des pieds pour trouver un remplaçant. Après avoir épluché 90 candidatures, le choix s’est porté sur Yves Hoffmann. À compter du 2 septembre il est chef de département et responsable « des services mécénat & partenariats, communication, presse et édition » et « assurera l’élaboration et le pilotage de la stratégie globale de communication » du musée, comme le précise le communiqué envoyé à la presse. mehr lesen / lire plus

Rio de Janeiro : Guerres de gangs et jeux d’enfants

Le « Projeto Morrinho » dans une favela de Rio de Janeiro mêle jeu, street art et politique. Visite dans cette aire de jeux qui se veut une « révolution artistique ».

Le projet Morrinho s’étend désormais sur 450 mètres carrés. Impossible de dire combien de briques y ont trouvé place. Voici Cirlan Souza de Oliveira, le fondateur du projet. (Photo : David Angel)

« À partir d’ici, plus de photos s’il vous plaît. » Raniere Dias, la quarantaine, chauve, de taille moyenne, un peu rondelet, accélère un peu. Quelques mètres plus loin, un groupe de jeunes est assis sur les escaliers. mehr lesen / lire plus