Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Ein neues Gesetz soll demnächst die Begleitung des Inklusionsprozesses auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

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21 Prozent der bei der Adem eingeschriebenen Arbeitssuchenden haben entweder eine Behinderung oder sind in einer Reklassierungsprozedur. Ein neues Gesetz soll es diesen Menschen erleichtern, sich langfristig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Viele Arbeitgeber zögern, Menschen mit einer Behinderung einzustellen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt“, so Familienministerin Corinne Cahen bei der Vorstellung des Entwurfs. „Oft wissen auch Arbeitskollegen nicht, wie sie mit der behinderten Person umgehen sollen und worin genau ihre Beeinträchtigungen liegen.“ Das vorliegende Gesetz, das so schnell wie möglich in den Parlamentsausschuss kommen soll, soll deshalb nicht nur Betroffenen helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sondern auch etwaigen Vorbehalten und Vorurteilen Seitens des Arbeitsumfeldes entgegenwirken. mehr lesen / lire plus

Gebärdensprache: Zugänglichkeit erschwert

Grundsätzlich zufrieden zeigt sich die CCDH mit dem Gesetzesentwurf zur Anerkennung der deutschen Gebärdensprache. In ihrem Gutachten gibt sie dennoch einiges zu bedenken.

(Foto: Wikimedia Commons)

Seit Luxemburg 2011 die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) ratifiziert hat, ist bei der Inklusion viel passiert, so das vorläufige Fazit von Gilbert Pregno, dem Präsidenten der beratenden Menschenrechtskonvention (CCDH). Rezenteste Initiative ist ein Gesetzesentwurf, mit dem die deutsche Gebärdensprache auch in Luxemburg anerkannt werden soll.

Laut Nationalem Aktionsplan der Luxemburger Regierung, mit dem die BRK umgesetzt werden soll, hätte die Anerkennung zwar bereits 2013 vollzogen werden müssen. Doch besser spät als nie, wie Fabienne Rossler die Entwicklung kommentierte. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Lost

„Lost“ ist eine Serie, die ihr Publikum bis heute zugleich frustiert, verwirrt und in helle Begeisterung versetzt. Das war nur möglich, weil das Team dahinter bereit war, große Risiken einzugehen.

© TV Movie

In den Prozess des Serienmachens sind stets derart viele Menschen und Entscheidungen involviert, dass es im Grunde jedes Mal wie ein kleines Wunder wirkt, wenn das Resulat ein Erfolg ist. Oft wird erst im Nachhinein  deutlich, wie sehr ein Werk in seiner realisierten Form nur deshalb möglich war, weil genau jene Menschen zu genau jenem Zeitpunkt an das Projekt glaubten und alles daran setzten, es zu verwirklichen. Dieser Eindruck einer Anneinanderreihung von Zufällen, aus denen am Ende ein Allzeit-Klassiker hervorging, ist bei nur wenigen Serien so dominant wie bei „Lost“. mehr lesen / lire plus

Bildung: Privatisierung verhindern

„Die Schule steht nicht zum Verkauf!“ – so lautet der „Alarmruf an die Gesellschaft“ des OGBL . Öffentliche Schulen hätten einen klaren Auftrag: Allen Schüler*innen gleiche Erfolgschancen zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Dies kann laut OGBL nur mittels eines qualitativ hochwertigen Schulsystems mit universellem Anspruch erreicht werden. Die aktuellen Reformen des Bildungsministeriums zielten hingegen auf eine Zersplitterung des Schulwesens. Minister Claude Meisch verspreche zwar eine Ausweitung des schulischen Angebots, dadurch erhöhe sich aber der Druck auf die Eltern, die richtige Wahl zu treffen. Die Diversifizierung des Angebots würde Schüler*innen und ihre Eltern zu Kund*innen werden lassen. Auch spricht sich die Gewerkschaft dagegen aus, in Lyzeen lediglich eine Sprache zu unterrichten, woraus sich eingeschränkte Optionen für Studien und Jobs ergeben würden. mehr lesen / lire plus

Francis Lee
: Brokeback Yorkshire


In „God’s Own Country“ ist das nördliche Yorkshire Schauplatz einer sich entwickelnden Liebesbeziehung zwischen zwei Männern. In nüchternen Bildern erzählt Regisseur und Drehbuchautor Francis Lee von den Auswirkungen dieser Begegnung.

Gheorghe (l.) und Johnny (r.) bei der Farmarbeit. (Foto: filmblerg.com)

Der Jungbauer Johnny (Josh O’Connor) fristet ein monotones Dasein: Tagsüber schuftet er im Betrieb seines seit einem Schlaganfall arbeitsunfähigen Vaters (Ian Hart), abends hat er Sex mit fremden Männern und säuft sich besinnungslos. Merklich unzufrieden, lässt Johnny seinen Frust an jedem aus, der es wagt, sich ihm anzunähern. Als er den rumänischen Wanderarbeiter Gheorghe (Alec Secareanu) kennenlernt, ist es zunächst nicht anders. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Deadwood

Gewaltvoll und ungeschönt, aber dennoch wunderbar poetisch und human: „Deadwood“ ist eine Western-Serie für Menschen, die ansonsten lieber einen großen Bogen um Western machen.

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Obwohl „Deadwood“ in zahlreichen Top-10-Serien-aller-Zeiten-Listen auftaucht, ist sie nur wenigen bekannt. Dabei  umfasst sie nur drei Staffeln von je zwölf Folgen. Sich sie reinzuziehen erfordert also keine derartige Hingabe wie etwa „Lost“ oder „Buffy the Vampire Slayer“. Ebenjene Tatsache – die Absetzung nach nur drei Staffeln im Jahr 2006 – mag manche jedoch auch davon abhalten die Serie in der gleichen Liga als „Breaking Bad“ oder „The Sopranos“ zu sehen. Die Geschichte von „Deadwood“ war zu diesem Moment nämlich weit davon entfernt, zu Ende erzählt zu sein. mehr lesen / lire plus

Sucht
: „Trinken gehört zum 
guten Ton“

Ob in der Werbung, im Freundeskreis oder beim Familienfest: Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Bis irgendwann wirklich nichts mehr geht. Die woxx hat mit Michèle Pisani, Präsidentin der asbl „Alcool Médicaments Addiction“ (Ama) über Suchttherapie und den Stellenwert des Alkohols gesprochen.

woxx: Die meisten Menschen suchen Ama auf, weil sie alkoholabhängig sind. Ist Alkoholismus tatsächlich stärker verbreitet oder wird er einfach nur weniger tabuisiert als Medikamentenabhängigkeit?


Michèle Pisani: Ich bin mir nicht sicher, ob es ein kleineres Tabu ist. Da man jedoch Medikamente oft auf Rezept erhält, wird eine Abhängigkeit meist erst später als solche erkannt. Wenn jemand regelmäßig Schlafpillen einnimmt, bekommt das niemand mit. mehr lesen / lire plus

Meisch weiterhin unter Beschuss

SEW-OGBL kritisieren weiterhin die geplanten Maßnahmen zur Rekrutierung von Lehrkräften. Zurzeit liegt ein Gesetzesentwurf vor, der noch in diesem Frühjahr gestimmt werden und im kommenden Herbst in Kraft treten soll. Der Text sieht unter anderem vor, den Lehrer*innenberuf künftig auch für Absolvent*innen anderer Bachelorstudiengänge als denen der Erziehungswissenschaften zu öffnen. Zudem wird es möglich sein, eine Verkürzung des dreijährigen Referendariats um ein Jahr zu beantragen, wenn Praxiserfahrung während des Studiums nachgewiesen werden kann. Zwar ist der SEW damit einverstanden, dass es dringend an Notlösungen bedarf, kritisiert allerdings das Fehlen einer zeitlichen Begrenzung für manche der vorgesehenen Regelungen. Es müsse zum Beispiel „verhindert werden, dass Inhaber aller möglichen Bachelorabschlüsse bis in alle Ewigkeit Lehrer werden können“, so Präsident Patrick Adam. mehr lesen / lire plus

Informatik ist nicht nur Männersache

Das Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain lädt zu einem Vortrag ein, der den Anteil von Frauen an der Geschichte der Informatik beleuchtet.

© Pixabay

 

„Making Code – Changing Codes – Frauen in der Geschichte der Informatik“ – so der Titel einer Veranstaltung, die am kommenden Donnerstag, dem 15. März im Casino Luxembourg stattfindet. Im Fokus steht dabei nicht nur Informatikgeschichte, sondern auch deren Beeinflussung durch sich historisch wandelnde Geschlechterverhältnisse. So wird dem Beitrag von Naturwissenschaftlerinnen, Philosophinnen, Mathematikerinnen, Programmiererinnen und Ingenieurinnen an Entwicklungen der Informationstechnik bis heute nur wenig Beachtung geschenkt. In ihrem Vortrag beleuchtet Veronika Oechtering, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ der Universität Bremen, diese Problematik und stellt die wichtigsten Akteurinnen vor. mehr lesen / lire plus

Weiterbildung: Praktika gesetzlich geregelt

Zeitlich begrenzt, entlohnt und stärker kontrolliert – der Gesetzesentwurf zu den Praktika für Schüler*innen und Studierenden sieht einige Änderungen vor.

Bisher waren Praktika in Luxemburg nicht gesetzlich geregelt. Das soll sich nun ändern. Am vergangenen Montag haben Arbeitsminister Nicolas Schmidt und der Präsident der Acel, Pol Lutgen, der Presse einen gemeinsam ausgearbeiteten Gesetzesentwurf vorgestellt. Praktika seien heutzutage unentbehrlich, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben, erklärte Schmidt einleitend. In Ländern wie Deutschland gebe es eine regelrechte Praktikumskultur, in Luxemburg solle dies nun auch in die Wege geleitet werden.

Die größte Neuerung: Fortan soll es auch möglich sein, ein Praktikum zu absolvieren, ohne an einer Schule oder Universität eingeschrieben zu sein. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Buffy the Vampire Slayer

„Buffy the Vampire Slayer” ist mehr als eine Serie über Vampire und das Mädchen, das sie umbringt: Dank komplexer Figuren, formeller Spielereien und humorvoller Dialoge erreicht „Buffy” einen weit darüber hinausgehenden Anspruch.

Die Entstehungsgeschichte von „Buffy the Vampire Slayer“ ist recht ungewöhnlich: Nachdem der US-Amerikaner Joss Whedon an der Wesleyan University in Connecticut Film studiert hatte, zog er nach Los Angeles, in der Hoffnung, nicht schon wie schon sein Vater und Großvater, beim Fernsehen zu landen. Dennoch begann seine Karriere als Drehbuchautor für die Serie „Roseanne“ (1988-1997). Nebenher arbeitete er an einem Drehbuch, das 1992 für neun Millionen Dollar verfilmt wurde: „Buffy the Vampire Slayer“. mehr lesen / lire plus

Ehe (2/2)
: Mienenfeld Hochzeitsbräuche

Nachdem im ersten Teil dieser Serie die Institution der Ehe insgesamt unter dem Aspekt der Frauenunterdrückung betrachtet wurde, geht es nun im zweiten und letzten Teil um die Hochzeitszeremonie selbst.

Bei heterosexuellen Paaren wird oft erwartet, dass der Mann den Heiratsantrag macht.
 (Fotos: Pixabay)

Die Gründe für eine Eheschließung sind vielfältig. Während es manche aus Liebe, Tradition oder zur Absicherung tun, geht es anderen in erster Linie um Steuervorteile. Das hat auch Unterschiede bei der Trauung zur Folge: Während es für die einen nicht mehr als ein bürokratischer Akt ist, gehört für andere noch viel mehr dazu.

Auf den traditionsgemäßen Heiratsantrag des Mannes folgt die Verlobung, es werden Trauzeug*innen bestimmt, Ringe gekauft, Junggesell*innenabschiede gefeiert, eine Location gebucht und 200 Bekannte und Verwandte zur pompösen Hochzeitsfeier eingeladen, nach welcher es in die Flitterwochen geht. mehr lesen / lire plus

„Mini-Crèchen“ zur Bedarfsabdeckung

„Wir brauchen überschaubarere Strukturen.“ Mit diesen Worten begründete Bildungsminister Claude Meisch am vergangenen Mittwoch die Einführung einer neuen Art von Kindertagesstätten in Luxemburg. Bisher hatten Eltern bei der Kinderbetreuung nur die Wahl zwischen dem Modell der „Tageseltern“, wo bis zu fünf Kinder unterkommen können, und großen Kitas und Maisons Relais, in denen bis zu 200 Kinder betreut werden können. Um das Angebot zu erweitern führt Meisch nun die „Mini-Crèchen“ ein, die durch zwei betreuende Personen betrieben werden können. Diese dürfen maximal elf Kinder zugleich bis zum Alter von zwölf Jahren aufnehmen und zwischen 5 Uhr morgens und 11 Uhr abends geöffnet haben. mehr lesen / lire plus

Baustelle Gendergerechtigkeit

Auch in diesem Jahr stellt die Plattform JIF zum Weltfrauentag am 8. März einige Forderungen. Im Zentrum stehen diesmal prekäre Arbeitsverhältnisse von Frauen in Luxemburg.

© Journée Internationale des Femmes 2018

Zum siebten Mal startet die Plattform Journée International des Femmes (JIF) zum Weltfrauentag am 8. März eine Sensibilisierungskampagne. Im Fokus der diesjährigen politischen Forderungen steht der Arbeitsmarkt, da die Situation auf diesem einer der Hauptgründe ist, weshalb sich Frauen gesellschaftlich in einer fragileren Lage befinden als Männer. Handlungsbedarf gibt es in diesem Kontext unter anderem beim Gehalt, der Kinderbetreuung sowie alleinerziehenden Eltern.

Teil der Kampagne ist zudem eine symbolische Aktion auf der Place d’Armes am Donnerstag zwischen 12 und 14 Uhr. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? The Leftovers

Sich „The Leftovers“ anzuschauen ist ein emotional aufwühlendes Abenteuer, auf das man sich vollkommen einlassen muss, um es richtig schätzen zu können.

© independent.co.uk

An einem 14. Oktober verschwinden mitten am Tag von einer Sekunde zur nächsten 140 Millionen Menschen. Frauen, Männer, Menschen aller möglichen Nationalitäten, Religionen und Hautfarben, Menschen mit und ohne Behinderung, Straffällige und Unschuldige, ältere Menschen, ja sogar Säuglinge – ein Muster ist nicht erkennbar. Diese Leute sind nicht gar durchgebrannt oder wurden entführt, nein: Sie haben sich einfach in Luft aufgelöst.

Das ist die Ausgangssituation der Serie „The Leftovers“, die 2014 auf HBO startete. Das Verschwinden all dieser Menschen, in der Serie als „sudden departure“ bezeichnet, wird gleich in der ersten Sequenz der ersten Folge gezeigt. mehr lesen / lire plus

Ehe (1/2)
: Bis dass das Patriarchat 
uns scheidet

Es heiraten wieder mehr Menschen in Luxemburg. Zu den Gründen zählen neben Liebe auch gesellschaftlicher Druck und finanzielle Probleme. Von letzteren sind hauptsächlich Frauen betroffen.

(Foto: Pixabay)

Welche jahrtausendealte Tradition wird auch heute in Luxemburg noch immer gerne praktiziert, und zwar nicht etwa nur von tief religiösen, traditionsorientierten oder älteren Menschen? Noch ein Tipp: Sie wird, auf Wunsch von Paaren fortgesetzt, seit dem ersten Januar 2015 auch von gleichgeschlechtlichen. Die Rede ist natürlich von der Ehe. Zwar entscheiden sich laut Eurostat hierzulande nur noch halb so viele Menschen für eine Eheschließung als noch vor 55 Jahren, doch waren 2011 ganze 88,1 Prozent aller luxemburgischen Paare verheiratet. mehr lesen / lire plus

Chancengleichheit: Pixiebücher reichen nicht

Gerade als man dachte, die enttäuschendste Kampagne zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit hinter sich zu haben, stellt das Mega eine Strategie zur Bekämpfung schädlicher Genderklischees mit dem Titel „Changez de perspective“ vor.

Als das Ministerium für Chancengleichheit (Mega) letztes Jahr seine Kampagne zur Förderung der Beteiligung weiblicher Kandidatinnen bei den Gemeindewahlen vorstellte, hagelte es Kritik. Besonders an dem eigens für die Kampagne angefertigtem Videoclip wurde bemängelt, dass er schädliche Klischees reproduziere. Nun scheint das Ministerium aus seinen Fehlern gelernt zu haben, wurde doch letzte Woche eine Strategie zur Bekämpfung stereotyper Geschlechterrollen vorgestellt. Die negativen Auswirkungen von Genderklischees dürften nicht unterschätzt werden, würden sie doch junge Menschen im schlimmsten Falle davon abhalten, ihren realen Interessen nachzugehen, erklärte Ministerin Lydia Mutsch bei dieser Gelegenheit der Presse. mehr lesen / lire plus

Forum 382: Tierrechte

Luxemburg bekommt ein neues Tierschutzgesetz, das Angebot an veganen Produkten und Restaurants nimmt zu und, wie auch in der Einleitung des Dossiers beschrieben, der Tierschutz ist im Mainstream angekommen. Das Timing von Forum scheint also perfekt, um sich dem Thema Tierrechte zu widmen. Dies erfolgt in einer Vielzahl an Perspektiven. Camille Muller, der Mitbegründer der Vegan Society Luxembourg, befasst sich in einem Beitrag mit der Tierrechtsbewegung in Luxemburg, der Biologe Philip Birget hat sich des Themas Tierversuche angenommen und Laura Arpetti untersucht das neue Tierschutz-Gesetzesprojekt vor dem Hintergrund des Unterschieds zwischen Tierschutz und Tierrechten. Über ebenjenes Gesetzesvorhaben spricht auch Landwirtschaftsminister Fernand Etgen im Interview. mehr lesen / lire plus

Craig Gillespie:
 Aufs Eis gefallen


Die wechselnden Perspektiven, die Vernachlässigung der Figur Nancy Kerrigans und die selbstreflexive Distanz machen es schwer, sich auf „I, Tonya“ einzulassen – und nachzuvollziehen, was Regisseur Graig Gillespies und Drehbuchautor Steven Rogers uns eigentlich erzählen wollen.

Nicht gerade eine Eiskunstlauf-Prinzessin – Tonya Harding geht es um den Sport, nicht um die Outfits.

Es muss etwas ganz Besonderes gewesen sein, es live mitzuerleben, als die aus der arbeitenden Klasse stammende Tonya Harding (Margot Robbie), erst 1992, dann 1994 die Vereinigten Staaten von Amerika bei den Olympischen Winterspielen im Eiskunstlauf vertat. Qualifiziert hatte sie sich vor allem durch einen Sprung: Als erste US-Amerikanerin meisterte sie nämlich 1991 einen Dreifach-Axel in einem Wettbewerb. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Girls

Bei „Girls“ handelt es sich um eine derjenigen Serien, die bis dato wahrscheinlich häufiger kommentiert und kritisiert, als tatsächlich geschaut wurden.

© vulture.com

Zielscheibe der Kritik war meistens die Macherin der Serie, Lena Dunham, vor allem ihr Körper. Dieser ist in der Serie immer wieder in leichtbekleidetem Zustand zu sehen. Im Grunde nichts Ungewöhnliches, vor allem nicht für eine HBO-Serie. In diesem Falle aber schon, entspricht Dunhams Körper nicht der hollywoodüblichen Norm. Plötzlich wurde darüber diskutiert, ob soviel Nacktheit denn wirklich nötig sei – Diskussionen, die eher selten entstehen, wenn es sich um schlanke Schauspielerinnen handelt. Von manchen wurde Dunham zwar für ihr mutiges Auftreten gefeiert, parallel dazu aber wiederum dafür kritisiert, dass sie in der ganzen Serie praktisch die einzige Frau ist, deren Körper nicht der Norm entspricht. mehr lesen / lire plus