Transphobie
: „Es ist entmenschlichend“

Auch im Jahr 2018 ist die gleichwertige Behandlung von Transpersonen keine Selbstverständlichkeit. Im Rahmen des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie haben wir mit der Aktivistin Lia Hanten De Oliveira über Transfeindlichkeit in Luxemburg gesprochen.

Seit einem Jahr befindet sich Lia Hanten De Oliveira in Transition. (Bildquelle: woxx)

woxx: Wie ist es in Luxemburg um die Rechte von Transpersonen bestellt?


Lia Hanten De Oliveira: Furchtbar. Es ist heute immer noch so, dass bei der Transperson von einem Psychiater eine Geschlechtsdysphorie [dabei wird eine Störung der Geschlechts-
identität unterstellt; Anm. d. Red.] diagnostiziert werden muss, bevor ein Endokrinologe [Facharzt für den Hormonhaushalt im Stoffwechsel des Menschen; Anm. mehr lesen / lire plus

„Let the gays get married“

Seit mehr als zwei Jahren ist die gleichgeschlechtliche Ehe in Irland anerkannt. Der Weg dahin war kein leichter, wie der Film „The Queen of Ireland“ eindrücklich zeigt.

© CineMuseFilms

„Any football hooligan, any fascist, any murderer, any sex offender can get married. But you cannot. Let the gays get married and the sky will fall down!” Im Vorfeld des irischen Referendums infolgedessen die gleichgeschlechtliche Ehe anerkannt wurde, avancierte Rory O’Neil oder vielmehr sein Alter Ego, die Drag Queen Pandora „Panti“ Bliss, zum Kopf der dortigen LGBT-Bewegung. Dem Aktivismus und dem Werdegang dieser Person ist der Dokumentarfilm „The Queen of Ireland“ gewidmet. mehr lesen / lire plus

Reformen zum Nachteil der Schüler*innen?

Das Syndikat fir Erzéiung a Wëssenschaft (SEW) kritisiert kommende Reformen im Sekundarschulwesen sowie die mangelnde Dialogbereitschaft des Bildungsministers.

Mit erheblichen Änderungen im Sekundarschulwesen stiftet Bildungsminister Claude Meisch Chaos – dieser Meinung ist jedenfalls der SEW-OGBL. Die Kritik der Gewerkschaft gilt in erster Linie der geplanten Aufteilung in Basis- und Fortgeschrittenenkurse in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik. Vier Monate vor Schulanfang sei immer noch unklar, wie diese Kurse organisiert werden sollen. So sei beispielsweise noch nicht geklärt, ob die Differenzierung intern stattfindet, und Schüler*innen beider Kurse somit in einer Klasse unterrichtet werden, oder aber extern, also in verschiedenen Klassen. mehr lesen / lire plus

Inklusion: Leben ohne Barrieren

Sich einschränken lassen oder gefährlich über die eigenen Grenzen gehen: Menschen mit Behinderung leiden in Luxemburg oft noch immer darunter, dass kaum Rücksicht auf ihre Situation genommen wird. Das gilt insbesondere in der Arbeitswelt. Eine Bestandsaufnahme mit Info-Handicap-Direktor Olivier Grüneisen und Vera Bintener vom juristischen Informationsdienst der asbl.

Vera Bintener (Fotos: Privat)

woxx: Aus welchen Gründen wenden sich Personen hauptsächlich an Sie?


Vera Bintener: Im Zusammenhang von Arbeit und Behinderung gibt es viele Unsicherheiten. Bei den meisten Institutionen, wie der Adem zum Beispiel, bekommt man nur Teilinformationen und wir helfen den Leuten, sich zurechtzufinden. „Ist diese oder jene Dienstleistung für mich interessant?“, „Macht es für mich Sinn, das Statut des „salarié handicapé“ zu beantragen?“ In solchen Fragen können wir Aufklärung bieten und helfen, wenn nötig, die Vorgänge zu beschleunigen. mehr lesen / lire plus

Unel kritisiert Stages-Gesetz

Die Studierendenvereinigung Unel befürchtet eine verstärkte Prekarisierung von Jugendlichen. Das geht aus ihrem Gutachten zum Stages-Gesetz hervor. Grundsätzlich sei es ein wichtiger Schritt, einen gesetzlichen Rahmen für Praktika zu schaffen. Der vorliegende Gesetzesentwurf, der von Arbeitsministerium und Acel ausgearbeitet wurde, verpasse jedoch die Chance, der Diskriminierung von Praktikant*innen entgegenzuwirken. Die Vereinigung kritisiert vor allem, dass obligatorische Praktika, also solche, die im Rahmen einer schulischen Ausbildung absolviert werden, nicht entlohnt werden müssen. Dies schaffe einen ungleichen Zugang zum Studium, hängt die Möglichkeit, ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren, doch von den finanziellen Mitteln der Betroffenen beziehungsweise ihrer Familie ab. Ein Gesetz, das Arbeitgeber*innen auf Kosten junger Bürger*innen aus der Verantwortung ziehe, trage nicht zu einer gerechteren Gesellschaft bei. mehr lesen / lire plus

Genitale Selbstbestimmung

Bereits zum sechsten Mal wird am heutigen Montag der Welttag der genitalen Selbstbestimmung begangen.

© bundesforum-maenner.de

Der „Weltweite Tag der genitalen Selbstbestimmung“ fordert unter anderem weltweite Gesetzesinitiativen, die den Schutz aller Kinder unabhängig vom Geschlecht vor nicht-therapeutischen Genitaloperationen vorsehen. Im Fokus stehen an diesem Aktionstag drei Aspekte. Zunächst die Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen, bei welcher die Klitoris(vorhaut) und /oder Labien ganz oder teilweise entfernt werden. Obwohl diese Praxis international als Menschenrechtsverletzung, geschlechtsspezifische Gewalt, Kindesmisshandlung und Körperverletzung gilt, werden jährlich immer noch Millionen Mädchen Opfer solcher Eingriffe. Im Rahmen des Welttages der genitalen Selbstbestimmung werden neben der Penisbeschneidung zudem operative Eingriffe bei intergeschlechtlichen Säuglingen und Kindern kritisiert. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? The Handmaid’s Tale

Kontrollierte Sexualität, repressive staatliche Mittel, höchst ungleiche Machtverhältnisse – alles Problematiken unserer Gesellschaft. In der Fernsehserie „The Handmaid’s Tale“ werden sie konsequent zu Ende gedacht. Das Resultat ist grausig.

© pipocamoderna.com.br

Auf dem gleichnamigen Roman von Margret Atwood basierend entwirft die erste Staffel von „The Handmaid’s Tale“ ein dystopisches Gesellschaftsbild: Nach einem Staatsstreich haben fundamentalistische Christen in den USA die totalitäre, patriarchale Republik Gilead gegründet. Aufgrund von Umweltverschmutzung und atomaren Katastrophen sind die Geburtenraten dramatisch zurückgegangen. Als göttliche Strafe für lasterhafte Sexualität gedeutet, wird daraufhin ein reaktionäres Familienmodell eingeführt. Die wenigen noch fruchtbaren Frauen, sogenannte Handmaids, werden gezwungen für systemtreue Paare Kinder zu gebären. mehr lesen / lire plus

„Eine Stadt für alle“

Bereits zum siebten Mal finden vom 2. Mai bis 6. Juni die Sensibilisierungswochen für Menschen mit spezifischen Bedürfnissen statt.

„Menschen mit spezifischen Bedürfnissen besser kennenlernen“ – das ist das Motto einer Sensibilisierungskampagne der Stadt Luxemburg und zahlreichen Partnern. Vom 2. bis zum 6. Mai erwarten Interessierte unter anderem Konferenzen, Filmvorführungen und Ausstellungen. Teil des Angebots sind zudem Museums- und Stadtführungen für Seh- und Hörgeschädigte sowie Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Ziel der Aktion ist, laut Broschüre, unter anderem, Kontaktängste zwischen Menschen mit spezifischen Bedürfnissen und der Öffentlichkeit abzubauen. Das ganze Programm und weitere Informationen können Sie hier nachlesen. mehr lesen / lire plus

Urteil zu Gruppenvergewaltigung auch in Luxemburg kritisiert

Rund hundert Menschen demonstrierten am Sonntagnachmittag vor der spanischen Botschaft. Anlass dazu gab ein Gerichtsurteil in Pamplona.

(© Epa) Im Anschluss an die Urteilsverkündung protestierten Tausende vor dem Gericht in Pamplona.

Fünf Männer sind in Spanien wegen sexuellen Missbrauchs zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50.000 Euro verurteilt worden. Dies nachdem sie im Juli 2016 in Pamplona eine 18-jährige Frau in einen Hausflur gedrängt und sich dabei gefilmt hatten, wie sie sich an ihr vergingen. Das Gericht urteilte, dass es sich dabei nicht um eine Vergewaltigung handele, weil es „weder Schläge noch Drohungen“ gegeben habe.

Seit Bekanntgabe des Urteils des Landgerichts Navarra in Pamplona kam es in Spanien zu zahlreichen Protesten. mehr lesen / lire plus

Stage-Gesetz in der Kritik

Ein Gesetz zur Regelung von Praktika ist in Planung. In einem Gutachten übt die Salariatskammer nun scharfe Kritik am vorliegenden Entwurf.

© Flickr

Seit Arbeitsministerium und Acel im März den Gesetzesentwurf vorstellten, der die Praktika regelt, hagelte es Kritik. Unel und Richtung22 forderten eine Überarbeitung des Textes und starteten zu diesem Zweck eine Petition mit dem Titel „Keng Aarbecht ouni Bezuelung!“. Auch die Presse äußerte Skepsis: Das Luxemburger Wort weist darauf hin, dass eine Praktikums-Kultur, wie sie Arbeitsminister Nicolas Schmit anstrebe, Ausbeutung und Missbrauch begünstige. Auch das Lëtzebuerger Land zeigte sich erstaunt darüber, dass die Acel nichtbezahlte Praktika befürwortet. mehr lesen / lire plus

Burka-Verbot rechtskräftig

Gestern wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Gesichtsverhüllung im öffentlichen Raum regelt. Alle Oppositionsparteien stimmten dagegen.

„Mäi Kierper, meng Kleeder, mäi Choix“

Etwa 15 Demonstrant*innen hatten sich gestern Nachmittag vor der Chamber versammelt. Anlass der Protestveranstaltung: die Abstimmung des Vermummungs-Gesetzes. „Nicht der Islam! Nicht der Staat! Frauen entscheiden selbst!“ war auf einem Plakat zu lesen, das Tréis Gorza in den Händen hielt. Bis zuletzt hatte sie den Kampf gegen das Gesetz nicht aufgeben wollen. Vor allem bei den Grünen gäbe es viele Frauen, die gegen ein Verbot seien, so Gorza. Kurz vor Betreten des Chambergebäudes danach gefragt, ob mit einer Gegenstimme von ihr zu rechnen sei, antwortete Josée Lorsché resigniert: „Du kennst doch meine Situation“. mehr lesen / lire plus

Vermummungsverbot
: Goldener Mittelweg


Wirkte es vor einem Jahr noch, als wolle die Regierung das Gesetz zum Vermummungsverbot so schnell wie möglich verabschieden, dauerte die Prozedur dann doch bis diese Woche an. Ein Überblick über den Verlauf der Debatte.

Radfahrer*innen können aufatmen: Ihnen wird es auch künftig noch möglich sein, ihr Gesicht zu verhüllen, um sich vor der Kälte zu schützen. (Bildquelle: EPA)

2014 waren ADR und CSV noch alleine mit ihrer Forderung nach einem Vermummungsverbot – Anfang 2017 schloss sich ihnen die Regierung dann überraschenderweise an. Sie basierte sich damit auf die Einschätzung des Staatsrats, dass ein Vermummungsverbot, falls erwünscht, einheitlich, das heißt auf nationaler Ebene geregelt werden müsse. mehr lesen / lire plus

Genitalverstümmelung nein, Penisbeschneidung ja?

Anders als womöglich bald in Island, bleibt die Penisbeschneidung in Luxemburg weiterhin erlaubt. Das geht aus der Antwort von Lydia Mutsch auf eine parlamentarische Anfrage hervor.

© wikimedia commons

Sollte die Penisbeschneidung in Luxemburg verboten werden? Dies wollen die DP-Abgeordneten Gusty Graas und Edy Mertens in einer parlamentarischen Anfrage wissen. Dazu verweisen sie auf einen Gesetzesentwurf, der gegenwärtig in Island diskutiert wird. Darin wird Beschneidung verboten, insofern sie keinem medizinischen Zweck diene. Beschneidung aus kulturellen oder religiösen Gründen, heißt es im Text, stelle nicht nur eine irreversible Körpermodifikation dar, sondern sei zudem mit der internationalen Kinderrechtskonvention unvereinbar. In Anbetracht dieses Gesetzesentwurfs wollen die luxemburgischen Abgeordneten von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch wissen, ob sie die darin geäußerten Ansichten teile. mehr lesen / lire plus

Betreuung verhaltensauffälliger Kinder

Verhaltensauffälligen Schüler*innen sollen künftig mehr Hilfsstrukturen zur Verfügung stehen. „Manche Schüler tun der Schule nicht gut, und diese wiederum den Schülern nicht“, so Bildungsminister Claude Meisch am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Gemeint sind damit Schüler*innen, die aufgrund schwierigen Verhaltens den regulären Unterricht systematisch stören und denen mit üblichen Maßnahmen nicht geholfen werden kann. Zum Schulanfang 2018 sollen deshalb in sogenannten Centres de prise en charge socio-éducative intense 40 bis 50 zusätzliche Therapieplätze geschaffen werden. Hier sollen betroffene Schüler*innen je nach Bedarf ambulatorische oder ganztägige Hilfe durch spezialisiertes Personal erhalten. Ziel ist in jedem Fall, das Kind nach einer Stabilisierung wieder so schnell wie möglich in die Regelschule zu integrieren. mehr lesen / lire plus

Greta Gerwig
: Verträumte Rebellin

In ihrem für fünf Oscars nominierten Regiedebüt, „Lady Bird“, erzählt Greta Gerwig einfühlsam und humorvoll von einer Teenagerin, die nichts mehr verabscheut als Durchschnittlichkeit.

Für ihre Rolle in „Lady Bird“ erhielt die irische Schauspielerin Saoirse Ronan eine Oscarnominierung. (Foto: outnow.ch)

Denkt man an Filme mit einer weiblichen Protagonistin, so kommen einem zunächst zwei Kategorien in den Sinn. Da wäre einmal der Bridget-Jones-Typ, eine Frau in deren Leben sich alles darum dreht, den Mann ihres Lebens zu finden. Und dann ist da der Jeanne-d’Arc-Typ, eine Frau, die allen Widerständen zum Trotz Großartiges leistet. Hierzu zählen auch Action-Heldinnen wie Imperator Furiosa, Ripley oder Wonder Woman. mehr lesen / lire plus