Besserer Schutz von Mädchen und Frauen

Sieben Jahre nach ihrer Unterzeichnung ist die Istanbul-Konvention diese Woche endlich vom Parlament ratifiziert worden. Bei dieser Konvention handelt es sich um ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie häuslicher Gewalt. Das entsprechende Gesetz sieht eine engere Fassung der Rechtsnormen, eine Verschärfung der Strafen sowie die Erweiterung der Präventionsmaßnahmen und des Opferschutzes vor. Fortan gilt die Devise: „Wer schlägt, der geht“. Die Verjährungsfrist wird auf zehn Jahre ab der Volljährigkeit der Opfer verlängert, weibliche Genitalverstümmelungen sollen künftig als eigenständiges Verbrechen gelten. Obwohl der Text am Dienstag in der Chamber viel Lob erfuhr und fast einstimmig angenommen wurde, wurden auch einige Kritikpunkte genannt. mehr lesen / lire plus

Kinderehen: Für eine weltweite Abschaffung

Dass Kinder-, Früh- und Zwangsehen verboten gehören, darüber herrscht im Eurpoaparlament Konsens. Ein nun vorliegender Initiativbericht soll dazu beitragen, das Ideal auch in die Tat umzusetzen.

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Sie sind ein Verstoß gegen die Menschenrechte und einer der häufigsten Gründe für geschlechtsspezifische Verfolgung. Die Rede ist von Kinder-, Früh- und Zwangsehen. 650 Millionen der zurzeit lebenden Mädchen und Frauen waren vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Ursachen dafür gibt es zahlreiche: Armut, Bildungsmangel, Geschlechterungerechtigkeit, mangelnder Schutz der Kinderrechte. Die Zahl der Kinder-, Früh und Zwangsehen steigt im Kontext von bewaffneten Konflikten, Natur- und humanitären Katastrophen erheblich.

Für die Betroffenen hat das weitreichende Folgen, zum Beispiel auf die Schulbildung, und die reproduktive und sexuelle Gesundheit. mehr lesen / lire plus

Konferenz: Prostitution gestern und heute

Am morgigen Dienstag wird um 18.30 Uhr im Centre Culturel Altrimenti über die (feministische) Debatte rund um das Thema Prostitution diskutiert.

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Im Februar diesen Jahres wurde in Luxemburg ein neues Prostitutionsgesetz verabschiedet. Da dieses weder eine völlige Legalisierung wie in Deutschland, noch ein Verbot wie in Schweden vorsieht, wird es gerne als das „luxemburgische Modell“ bezeichnet: Zuhälterei ist illegal, Freier werden jedoch nur in bestimmten Fällen bestraft.

Mit dieser Kompromisslösung wurde versucht, möglichst viele zufriedenzustellen. Selbst in feministischen Kreisen ist man sich uneins, welches Modell prostituierende Frauen besser schützt. Die einen sind der Ansicht, dass nicht nur die Zuhälter, sondern auch die Freier konsequent bestraft werden sollten. mehr lesen / lire plus

Table-ronde: Das Private ist politisch

Diese Parole, die das Anliegen der zweiten Frauenbewegung in den 1960er-Jahren zum Ausdruck bringt, ist Erkenntnis und Forderung zugleich. Es ging damals darum, Aspekte wie Geschlechterrollen, Familienmodelle und Lebensformen zu politisieren und sie somit als Ausdruck zu hinterfragender Machtstrukturen anzuerkennen. Mutterschutz, Eherecht, Kindererziehung, Schwangerschaftsabbruch, Verhütung und Sexualität waren nur einige der Themen, die in dieser Zeit breit diskutiert wurden. Dass es sich hierzulande damit nicht anders verhielt, können die Pionierinnen der Luxemburger Frauenbewegung aus erster Hand beschreiben. Allen voran die Mitglieder des MLF (Mouvement de libération des femmes) prangerten gesellschaftliche Verhältnisse aus einer feministischen Perspektive an. Wie war es in dieser Zeit, als politisch aktive Frau zu agieren? mehr lesen / lire plus

Michael Pearce
: Die Bestie in dir


In seinem ersten Spielfilm erkundet Regisseur und Drehbuchautor Michael Pearce die toxische Beziehung zwischen zwei Außenseitern. Das Ergebnis ist so spannend wie unheimlich.

Wer hat wohl mehr zu verbergen: Moll oder Pascal? (Quelle: Paste Magazine)

 

Über manche Filme weiß man im Vorfeld am besten so wenig wie möglich. Jede noch so kleine Information würde das Seherlebnis erheblich beeinflussen. Das trifft natürlich in gewissem Maße auf jeden Film zu, doch bei den wenigsten würde es die Art und Weise, wie die Figuren und somit ihre Geschichte wahrgenommen werden, so grundlegend ändern wie bei „Beast“. Warum also überhaupt eine Rezension über einen solchen Film schreiben? mehr lesen / lire plus

Public Forum: Politische Forderungen an die nächste Regierung

Am Mittwoch werden im Exit 07 politische Kernbereiche aus unterschiedlichen generationellen Blickwinkeln diskutiert.

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Welche Positionen vertreten Jungpolitiker*innen zu Themen wie Pensionen, Mobilität, Schule, Digitalisierung, Kultur und Landwirtschaft? Wie unterscheiden diese sich von denen gegenwärtiger Amtsinhaber*innen und Entscheidungsträger*innen? Was haben die nicht mehr so jungen ihrerseits den Jungpolitiker*innen mitzuteilen?

Alle diese Fragen stehen am Mittwoch im Zentrum einer Veranstaltung im Exit 07. Organisiert von der Zeitschrift Forum, dreht sich bei „Was tun? Politische Forderungen an die nächste Regierung“ alles um generationelle Blickwinkel auf politische Kernbereiche.

Ab 18.30 Uhr hält jeweils ein/eine Jungpolitiker*in einen kurzen Vortrag zu einem der obigen Themen. mehr lesen / lire plus

Prekarität
: Die Einsamkeit der Alleinerziehenden

Wie lässt sich die finanzielle Notlage von fast der Hälfte der in Luxemburg lebenden Einelternfamilien erklären? Wie können Paare, die sich trennen, zusätzlich unterstützt werden? All diese Fragen wurden im Café-Débat „Monoparentalité = Précarité?“ in der Kulturfabrik diskutiert.

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Am vergangenen Dienstag bot das „Ratelach“ einen doch etwas ungewöhnlichen Anblick. Das Café im Gebäudekomplex der Kulturfabrik war nämlich kurzzeitig in einen Konferenzraum umgewandelt worden. Gegen 18 Uhr war der Raum noch fast leer, nahe der hinteren Wand lagen Mikrophone auf den Sesseln und Sofas, im Rest des Raums auf jedem Stuhl ein Evaluationsbogen. „Aus welchem Grund haben Sie an diesem Café-Débat teilgenommen?“, „Haben Sie etwas hinzugelernt?“, „Sind Sie der Meinung, dass durch solche Veranstaltungen wissenschaftliche Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglicher werden?“, war unter anderem auf den Zetteln zu lesen. mehr lesen / lire plus

HIV-Prävention: „Sécher ënnerwee“

Die HIV-Berodung feiert ihren 30. Geburtstag mit einer Sensibilisierungskampagne und einer Konferenz im September.

HIV Berodung

Welche Körperflüssigkeiten können das HI-Virus von Mensch zu Mensch übertragen? Blut? Spucke? Vaginalflüssigkeit? Mit welchen Methoden kann man sich schützen? Diese Fragen können immer noch viele Menschen nur ungenügend beantworten. Darauf reagiert die HIV-Berodung nun mit der Aufklärungskampagne „Sécher ënnerwee“. Anlass dazu gibt aber nicht nur der gesellschaftliche Informationsbedarf: Die Organisation, die sich anfangs noch Aids-Berodung nannte, feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Teil der Kampagne sind neben Plakaten und Gadgets auch eine Konferenz am 20. September in der Brasserie des Arquebusiers. In Luxemburg leben 1.100 Menschen mit dem HI-Virus. mehr lesen / lire plus

Café-débat zur prekären Situation Alleinerziehender

Das Liser veranstaltet am Dienstag, dem 19. Juni eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Monoparentalié = Précarité?“ in der Kulturfabrik in Esch/Alzette.

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In Luxemburg leben 45 Prozent der Einelternfamilien unter der Armutsgrenze. In den meisten Fällen ist der betroffene Elternteil weiblich. Das geht aus einer im Februar publizierten Studie des Luxembourg Institute of Socio-Economic Research, kurz Liser, hervor. Die Lage verschärft sich zusätzlich dadurch, dass eine alleinerziehende Familie mehr Steuern zahlen muss als eine, die aus zwei Elternteilen besteht. Eine alleinerziehende Mutter, die 45.000 Euro im Jahr verdient, zahlt 7.143 Euro Steuern. Ein kinderloses Paar mit dem gleichen Jahresgehalt, muss dagegen nur 2.899 Euro, also 2,5 mal weniger Steuern zahlen. mehr lesen / lire plus

Grundschule: Bald mehr Lehrkräfte

Gestern wurde in der Chamber die Reform des Grundschulgesetzes gestimmt. Diese sieht unter anderem die Verkürzung des Referendariats von drei auf zwei Jahre vor. Des Weiteren werden künftig auch Kandidat*innen zum „Concours“ zugelassen, die erst drei Jahre Erziehungswissenschaften studiert haben. Auch eine Öffnung des Berufsfeldes ist vorgesehen: So können innerhalb der nächsten fünf Jahre auch Absolvent*innen anderer Studiengänge Grundschulehrer*in werden. Mit diesen Änderungen reagiert das Bildungsministerium auf den akuten Lehrkräftemangel im Grundschulwesen. Der Beruf soll wieder attraktiver, der Zugang flexibler und leichter werden. Doch das Gesetzesvorhaben stand von Anfang an unter Beschuss von Seiten der Oppositionsparteien und des SEW/OGBL. So hagelte es auch in der gestrigen Chamberdebatte reichlich Kritik. mehr lesen / lire plus

Auf der Suche nach Menschlichkeit

Ist die Migrationskrise eigentlich eine Krise unserer Menschlichkeit? Dieser Frage geht die Reporterin und Regisseurin Isabelle Serro in ihrem Film „Passeurs d’humanité“ nach, der am Montag, dem 18. Juni um 19 Uhr im Ciné Utopia gezeigt wird. Vier Jahre lang ist Serro um die Welt gereist, um mit Menschen zu sprechen, die sich für hilfesuchende Geflüchtete einsetzen. Sie interessiert sich für die oft unbemerkten Bemühungen, Menschen auf der Flucht das Leben zu vereinfachen. „Passeurs d’humanité“ wird von der Organisation Wise in Kooperation mit unter anderen Asti, CLAE und Time for Equality gezeigt. Im Anschluss an die Vorführung besprechen Serro, der Vize-Präsident von Wise, Clément Franzoso, sowie der Mediziner und Anästhesist, Raphael Pitti, den Film mit dem Publikum. mehr lesen / lire plus

Sebastián Lelio: Begehren nach Freiheit


Sebastián Lelio ist bekannt dafür in seinen Filmen Frauen zu zeigen, die man sonst nur selten zu sehen bekommt. „Disobedience“ überzeugt vor allem dank der hervorragenden Schauspieler*innen und einer einfühlsam inszenierten Sexszene, die gänzlich ohne „male gaze“ auskommt.

Ronit (Rachel Weisz) und Esti (Rachel McAdams) dürfen ihre Gefühle füreinander nur im Verborgenen ausleben. (Fotos: outnow.ch)

Ronit Krushka (Rachel Weisz) arbeitet als Fotografin in New York. Als sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters erhält, begibt sie sich umgehend zu dessen Begräbnis in ihre Heimatstadt, London. Dort stößt sie nicht gerade auf offene Arme: Jahrzehnte zuvor war Ronit aus der jüdisch-orthodoxen Gemeinschaft, in die sie hineingeboren wurde, verbannt worden. mehr lesen / lire plus

EuGH: Mehr Rechte für gleichgeschlechtliche Ehepaare

Nicht-EU-Bürger*innen, die mit einem gleichgeschlechtlichen Unionsbürger verheirateten sind, darf das Aufenthaltsrecht nicht verweigert werden. Dies auch in ebenjenen EU-Ländern, in denen die gleichgeschlechtliche Ehe nicht gesetzlich anerkannt ist. So heißt es in einem rezenten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Anlass dazu gab eine Klage zweier Männer, einem Rumänen und einem US-Amerikaner, die in Belgien geheiratet hatten und sich anschließend in Rumänien niederlassen wollten. Trotz Ehevertrags erhielt der US-Amerikaner kein Dauerbleiberecht, mit der Begründung, dass in Rumänien die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkannt sei. Das Paar klagte vor dem rumänischen Verfassungsgerichtshof, der sich schließlich an den EuGH wandte. Dieser entschied nun am Dienstag, dass die Bestimmungen zum Bleiberecht auch auf gleichgeschlechtliche Ehepaare anzuwenden sind. mehr lesen / lire plus

Kriegs-Doku: Wenn Kinder zu Kriegsreportern werden

Am Mittwoch Abend wird im Ciné Utopia in Anwesenheit der Regisseurin Khadija Al-Salami ein Dokumentarfilm über den Bürgerkrieg im Jemen gezeigt.

© Kinepolis

Seit Beginn des Bürgerkriegs im Jemen im März 2015 befindet sich das Land im Süden der Arabischen Halbinsel in einer beispiellosen humanitären Notlage. Mehr als 10.000 Todesopfer gibt es bereits zu beklagen, zwei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht. Besonders gefährdet sind Frauen und Kinder. Im Oktober 2017 setzte die Uno den Jemen auf eine schwarze Liste, mit der Staaten wegen der Verletzung der Kinderrechte in bewaffneten Konflikten gebrandmarkt werden. Ein Unicef-Bericht zeigte, dass zwei Millionen Kinder wegen des Krieges nicht zur Schule gehen können. mehr lesen / lire plus

Was bietet welche Schule?

Schüler*innen und ihren Eltern bei der Suche nach einer für sie geeigneten Sekundarschule helfen – das ist das Ziel der kürzlich vorgestellten Internetseite mengschoul.lu. In einer Schullandschaft, in der sich das Angebot konstant vervielfältigt, wird es immer schwieriger den für eine Entscheidung erforderlichen Überblick zu behalten. Darauf reagiert nun das Bildungsministerium: Mengschoul.lu gibt Orientierung über Profile, Sprach-, Nachhilfe- und Sportangebote, sowie technische Ausrüstung von sowohl privaten als auch öffentlichen Luxemburger Schulen. Auf der in französischer Sprache verfassten Internetseite lassen sich zudem Informationen über Berufsausbildungs- und BTS-Studiengänge (Brevet de technicien supérieur) finden. Um über die vielfältigen Angebote der öffentlichen Sekundarschulen zu informieren, lädt das Ministerium innerhalb der nächsten Wochen zu Informationsveranstaltungen in Mondorf, Luxemburg-Stadt, Diekirch und Esch/Alzette ein. mehr lesen / lire plus