Homofeindlichkeit: Echt jetzt?

Eine Rechenaufgabe in einem für Luxemburg zusammengestellten Mathebuch unterstützt homofeindliche Klischees. Die Protagonisten: Xavier und Etienne.

In Luxemburg wird seit geraumer Zeit kontrovers über die fächerübergreifende Diversifizierung von Lerninhalten diskutiert. Sei es, wenn es um die verstärkte Einbindung von Autor*innen und positiv besetzter Frauenfiguren im Literaturunterricht geht, sei es wenn sich der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser über ein Theaterstück für Schulklassen entrüstet, in dem ein schwules Känguru die Hauptrolle spielt. Damals sprach sich Bildungsminister Claude Meisch deutlich gegen Homofeindlichkeit aus. Wie Vielfalt auf dem Lehrplan eindeutig nicht geht, das zeigt ein Beispiel aus dem Mathebuch „Clic & Maths 3e“, das für luxemburgische Schulklassen konzipiert wurde. mehr lesen / lire plus

Gewalt von Kindern in der Schule: Der Graben zwischen Theorie und Praxis

Aus pädagogischen Fachkreisen heißt es schon seit längerem, die Gewalt von Kindern an Schulen nehme zu. Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser erkundigt sich in einer parlamentarischen Anfrage nach den Maßnahmen im Falle von Gewalttaten in der Schule. Die Antworten offenbaren, dass zwischen Theorie und Praxis Welten liegen.

Foto: Lucas Pezeta

Der Kinderpsychologe und Familientherapeut Gilbert Pregno wies bereits letztes Jahr im Zuge der öffentlichen Debatte um Gewalt von Kindern in Schulen und Betreuungsstrukturen darauf hin, dass sich die Situation von Kindern und Jugendlichen in den letzten 15 bis 20 Jahren kontinuierlich verschlechterte. Immer mehr Kinder seien unglücklich und verhaltensgestört – immer mehr Eltern kämen nicht mehr zurecht. mehr lesen / lire plus

Diversität und Pflichtlektüre: Planloses Ministerium?

Ende 2018 kritisierte die Voix de jeunes femmes (VJF) das obligatorische Leseprogramm der Abschlussklassen. Der Abgeordnete Dan Biancalana hakte gleich bei zwei Ministerien nach, was die Regierung aus der Kritik macht.

Die Ministerien beantworten die Fragen zur Diversifizierung des Leseprogramms unzureichend. (Bildquelle: Flickr)

Der LSAP-Deputierte Biancalana reagierte mit seiner parlamentarischen Anfrage auf die Presseberichte zum offenen Brief der VJF. Die feministische Jugendgruppe hatte darin mehr Autorinnen und Bücher mit vielseitigen Frauenfiguren auf dem obligatorischen Leseprogramm der Abschlussklassen eingefordert und damit unter anderem den Philosophen Norbert Campagna verärgert. Sie richtete den Brief an das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend – und wünschte sich von diesem die Kenntnisnahme und die Umsetzung ihrer Anregungen. mehr lesen / lire plus

„Die Luxemburgensia findet allmählich ihren Weg in die Klassenzimmer.“

Wird ausreichend luxemburgische Literatur in den Sekundarstufen behandelt? Wir haben uns mit Jérôme Jaminet, Literaturkritiker und Deutschlehrer am Lycée Michel Lucius, über diese und weitere Fragen unterhalten.

Foto: Jérôme Jaminet

woxx: Herr Jaminet, behandeln Sie mit Ihrer Klasse Texte von luxemburgischen Autor*innen?

Jérôme Jaminet: Ja, denn ich halte es für sehr wichtig, dass literarische Texte aus Luxemburg in unseren Schulen gelesen werden – wichtig für unsere Schüler, für unsere Schriftsteller, die heutigen und die zukünftigen, und deshalb auch wichtig für die Luxemburger Literatur.

Welche davon stehen im Schulprogramm?

Auf dem Lehrplan stehen Texte aus der Anthologie „Literaresch Welten“. Die behandele ich in meinem Unterricht. mehr lesen / lire plus

Digitales Lernen in der Schule

Welche Möglichkeiten ergeben sich aus einer digitalen Lernumwelt? Wie können digitale Medien eingesetzt werden, um Ungleichheiten im Schulsystem zu begegnen? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen ergeben sich daraus? Über diese und viele weitere Fragen wird am kommenden Dienstag im Rahmen eines vom Luxembourg Institute of Socio-Economic Research (Liser) organisierten Café-Débats diskutiert. Im Zentrum steht die 2014 gestartete strategische Kampagne „Digital4Education“, dank derer seither bereits zahlreiche Bildungsprojekte ins Leben gerufen wurden. Eines davon ist „MathemaTIC“, das Schüler*innen die Möglichkeit geben soll, die vom Schulprogramm geforderten Mathematikkenntnisse auf innovative und interaktive Weise zu erwerben. Eltern haben die Möglichkeit, die Lernfortschritte ihrer Kinder auf der Plattform mit zu verfolgen. mehr lesen / lire plus

Bildungs- und Hochschulpolitik: „Junge Menschen müssen gehört werden“

Seit Jahresbeginn hat die Unel (Union nationale des étudiant-e-s du Luxembourg) eine neue Zusammensetzung. Die woxx hat mit der frischgebackenen Sprecherin, Vicky Reichling, über das Praktikumsgesetz, Wohnraum für Studierende und politischen Aktivismus gesprochen.

Vicky Reichling ist Sprecherin der Unel und studiert zurzeit Physiotherapie in Eindhoven. (Foto: © Vicky Reichling)

woxx: Im letzten Jahr ließ die Unel vor allem mit Kritik am Praktikumsgesetz von sich hören. Werden Sie weiterhin an dem Thema dranbleiben?


Vicky Reichling: An dem Gesetz kritisieren wir nach wie vor, dass für Pflichtpraktika keine und für fakultative Praktika nur eine geringe Bezahlung vorgesehen ist. Bachelor- oder Masterabsolventen und -absolventinnen bekommen zurzeit bei einem Praktikum von ein bis drei Monaten ein Drittel vom nicht qualifizierten Mindestlohn, das sind ungefähr 600 Euro und das reicht einfach nicht. mehr lesen / lire plus

Sexuelle Gesundheit: Änderungen geplant

Das Planning Familial zeigt sich erfreut über die Vorhaben, die die Regierung bezüglich affektiver und sexueller Gesundheit im Koalitionsprogramm festgehalten hat. Es sei das erste Mal, dass in einem Koalitionsprogramm sowohl von der sexuellen als auch der affektiven Gesundheit die Rede sei, heißt es in einem Schreiben. Das Planning freut sich, dass entsprechende Kurse in die Ausbildung von Erzieher*innen integriert werden sollen, und hofft, dass es sich dabei um Pflicht- und nicht etwa um Optionsfächer handeln wird. Auch die geplante Sensibilisierung für LGBTIQ-Aspekte sowie die (seit 2016 geforderte) Reduktion der Besteuerung von Hygieneprodukten von 17 auf drei Prozent werden vom Zentrum begrüßt. mehr lesen / lire plus

Liser-Studie: Zwei Fächer, viele Gründe

In einer rezenten Studie beschäftigt sich das „Luxembourg Institute of Socio-Economic Research“ (Liser) mit der Frage, wie sich die Leistungsunterschiede zwischen Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund in der Grundschule und Sekundarstufe entwickeln. In einem Studienbericht gibt das Forschungsinstitut Antworten.

Forscher*innen des Liser haben anhand von unabhängigen Querschnittsstudien von PIRLS (2001, 2008), TIMSS (2007) und Pisa (2006, 2012), die Lesekompetenzen und die mathematischen Leistungen von Zehn- bis Fünfzehnjährigen untersucht – und Vergleiche zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund gezogen. Heraus kommen zwei zentrale Ergebnisse: Einerseits offenbart der Studie unterschiedliche Leistungsniveaus je nach Schulfach, andererseits zeigt sie Ungleichheiten zwischen den Ankunftsländern auf. mehr lesen / lire plus

Meisch bedankt sich beim SEW

Am Dienstag veröffentlichte das Bildungsministerium die Zahlen zum Schulbeginn 2018/2019. Aus denen lässt sich der kontinuierliche Erfolg der internationalen Klassen an öffentlichen Schulen herauslesen: so gab es dieses Jahr 2.206 internationale Einschreibungen in den Grund- und Sekundarschulen, während es im Jahr seines Amtsantritts nur 385 gab. Anlässlich einer Pressekonferenz zum Schulbeginn am Donnerstag ging Bildungsminister Claude Meisch (DP) dann auf weitere Änderungen für dieses Schuljahr ein. Der „Lycée Edward Steichen“ in Clerf und die „École internationale“ in Mondorf werden ein erstes Mal ihre Tore aufmachen. Dazu kommen verschiedene Kompetenzzentren für Kinder mit Lern- und Verhaltensschwierigkeiten oder einer intellektuellen Frühreife. Zuvor hatte das Syndikat für Erziehung und Wissenschaften des OGBL (SEW) eine eigene Bilanz gezogen. mehr lesen / lire plus

Reformen zum Nachteil der Schüler*innen?

Das Syndikat fir Erzéiung a Wëssenschaft (SEW) kritisiert kommende Reformen im Sekundarschulwesen sowie die mangelnde Dialogbereitschaft des Bildungsministers.

Mit erheblichen Änderungen im Sekundarschulwesen stiftet Bildungsminister Claude Meisch Chaos – dieser Meinung ist jedenfalls der SEW-OGBL. Die Kritik der Gewerkschaft gilt in erster Linie der geplanten Aufteilung in Basis- und Fortgeschrittenenkurse in den Fächern Deutsch, Französisch, Englisch und Mathematik. Vier Monate vor Schulanfang sei immer noch unklar, wie diese Kurse organisiert werden sollen. So sei beispielsweise noch nicht geklärt, ob die Differenzierung intern stattfindet, und Schüler*innen beider Kurse somit in einer Klasse unterrichtet werden, oder aber extern, also in verschiedenen Klassen. mehr lesen / lire plus

Öffentliche Schulen
: „Der aktuelle Lösungsweg ist der falsche“

Vergangene Woche startete der OGBL eine Kampagne gegen die Privatisierung Luxemburger Schulen. Wir haben mit Patrick Arendt, Präsident des SEW-OGBL, über gegenwärtige Entwicklungen und die Sinnhaftigkeit differenzierter Lernangebote gesprochen.

Sew-Präsident, Patrick Arendt, zeigt sich besorgt über gegenwärtige Entwicklungen 
im Schulwesen.
 (Foto: © privat)

woxx: Worum geht es bei Ihrer Kampagne?


Patrick Arendt: Wir haben festgestellt, dass durch die strukturellen Reformen von Herrn Meisch, die bereits unter Frau Delveaux begannen, die öffentliche Schule in den letzten Jahren geschwächt wurde. Die Autorität der öffentlichen Schule und die Lehrkräfte wurden von der Politik in Frage gestellt. Eltern haben das Gefühl, dass nichts mehr funktioniert und fangen an, sich nach Alternativen umzuschauen – auch wenn diese kostenpflichtig sind. mehr lesen / lire plus

Inklusion: Auf dem Weg zu einer Schule für alle

Nachdem Luxemburg im Jahr 2011 die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet hatte, bemüht sich die Regierung nun um ein stärker inklusives Bildungssystem.

Es sei eine Reform auf der ganzen Linie, so Bildungsminister Claude Meisch auf einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Um der Bandbreite des Förderbedarfs gerecht zu werden, bedürfe es eines flexiblen, aber kohärenten Modells. Zu diesem Zweck seien Maßnahmen auf drei Niveaus geplant:

Auf nationaler Ebene wird eine Kooperation zwischen den fünf bestehenden Kompetenzzentren angestrebt, die jeweils auf schulische Integration, Seh- und körperliche Behinderung, Autismus, Sprachentwicklungsstörungen sowie schulische Integration spezialisiert sind. Diese sollen nun durch drei weitere Kompetenzzentren für die Bereiche „Lernschwierigkeiten“, „Verhaltensstörungen“ und „Hochbegabung“ ergänzt werden. mehr lesen / lire plus

Enseignement : racisme subconscient

Dans le système scolaire luxembourgeois, mieux vaut être autochtone et issu d’une famille riche que portugais et de famille pauvre. Ce constat, qui n’a rien d’une nouveauté, vient d’être renforcé par une étude signée uni.lu sur l’évaluation des élèves. « Même des enseignants expérimentés peuvent involontairement être influencés par des préjugés psychologiques concernant l’ethnicité des élèves », voilà un des résultats du travail. Dans l‘étude réalisée, des dossiers et profils d’élèves fictifs ont été remis à des enseignants expérimentés. Puis, on leur a demandé d’orienter ces élèves fictifs vers un régime d’enseignement secondaire. Pendant que les élèves luxembourgeois ont été correctement affectés dans 90 pour cent des cas, pour leurs camarades portugais, seulement 67 pour cent des décisions étaient bonnes. mehr lesen / lire plus

WERTEUNTERRICHT: Warum ich „fir de choix“ bin

Paul Galles, Jugendsozialarbeiter und Doktor der Theologie, erklärt – in neun Punkten – wieso er die Petition „fir de choix“ (für die Wahlfreiheit) unterschrieben hat.

Erstens weil ich an die Demokratie glaube. Und es gibt tatsächlich nichts Demokratischeres als die Wahlfreiheit. Und weil ich der Meinung bin, dass die bisherige Luxemburger Lösung der Wahlfreiheit zwischen diesen beiden Fächern (und möglichen anderen weltanschaulich inspirierten Fächern) die beste, die angemessene, die liberalste und die modernste ist – so wie übrigens in fast allen europäischen Staaten.

Zweitens weil es sich um etwas Prinzipielles handelt und nicht um ein vorgeschobenes „pro oder contra Kirche“. In Sachen Werte darf man die Menschen nicht vereinheitlichen. mehr lesen / lire plus

SCHULE: Auf dem Weg zur Inklusion

Ein inklusives Schulsystem ist möglich – so zumindest die Erfahrung an einer Schule in Lorentzweiler. Wichtig ist jedoch, dass Lehrer und Sonderpädagogen an einem Strang ziehen.

165 ununterbrochene Ballwechsel im Federballspiel, so der Rekord, den Lynn zusammen  mit ihrer Sportlehrerin Barbara Goetschalckx aufgestellt hat. Eine enorme Leistung für ein Mädchen mit Trisomie 21. Aber es hat auch lange gedauert. „Meistens saß sie da und hat beim Gruppenturnen nicht mitgemacht. Das musst du erst eimal aushalten“, so Goetschalckx.
Diese Woche hatte die „Groupe Luxembourgeoise d’Education Nouvelle“ (GLEN) zu dem 15-minütigen Dokumentarfilm von Serge Benassutti mit dem Titel „Lynn? – Firwat net? Inclusion gëtt et!“ mehr lesen / lire plus

RENTRÉE SCOLAIRE: La même chose, mais différemment

C’est étrange, mais la guerre scolaire n’oppose pas les camps traditionnellement opposés. Les principaux belligérants sont en fait d’accord sur les objectifs, mais pas sur la méthode.

Dans la basse-cour des classes, le combat des coqs de la pédagogie fait rage…

Lorsque vous avez quitté l’école depuis un certain temps déjà et qu’il n’y a ni élève, ni enseignant dans votre entourage, mais que vous devez néanmoins vous « coller » aux sujets relatifs à l’éducation pour des raisons professionnelles, vous avez parfois l’impression de naviguer d’une planète étrange et inconnue à l’autre. Des planètes où, si l’on y parle de drôles de langages pleins d’abréviations, personne ne partage la même perception de la réalité. mehr lesen / lire plus